Beispiele für Klausur in katholischer Religion (Bayern G8 Q11/1)?

1 Antwort

"Diesen Bibeltext"... Welchen meinst du denn?

Ich hab im Unterricht die historisch-kritische Methode am Beispiel vom Turmbau zu Babel gelernt, wenn du willst kann ich dir die genaue Stelle sagen, du versuchst dann irgendwie, das zu analysieren, und ich sag dir dann die Lösung.

Oder die Stelle wo Mose das rote Meer spaltet und durchläuft, die hätte ich auch noch anzubieten. Wenn du das paar Mal übst wird das schon werden.

Oder hast du ganz konkrete Fragen wo du nicht weiterkommst?

Und an welchen Texten hast du das gelernt? (Ich schreib über genau das gleiche Thema bald einen Test)

Meine Klausur hab ich schon hinter mir, die ging zum Glück nur um Postmoderne und Religion/Religiösität allgemein und das ganze Zeug (also sag Bescheid wenn du die Angabe davon sehen willst oder so, ich weiß nicht vielleicht kannst dus ja brauchen)

Also wir haben im Unterricht einfach nur die Kriterien von dieser Methode besprochen. wie in meiner Frage schon erwähnt ,,Textkritik usw.,, Und ich glaube verstanden zu haben, dass die historisch-kritische Methode die gesamte Bibel ,,kritisiert ...in Bezug auf die Vergangenheit natürlich. Also was ist der Sinn der Bibel?, oder was haben sich die Evangelisten dabei gedacht sie zu schreiben, oder wie zuverlässig ist der Text? Aber da wir ja nur eine Kurze Stelle bekommen ( welche weiß ich nicht), weiß ich nicht was ich da überhaupt machen soll... *muss ich da überhaupt mit der historisch-kritischen Methode arbeiten?* Achso ja, im Unterricht hatten wir auch mal die Bibelstelle ,Die ,Rettung am Schilfmeer,, . Dazu haben wir dann aber konkrete Fragen bekommen wie z.b: ,,Wie weicht das Wasser , oder wie verhalten ich die Ägypter?,, Überschrift dieses Blattes war ,, Literarkritik,, . Aber wie gesagt, ich habe einfach überhaupt keine Idee was man da überhaupt analysieren muss... ob man die Methode braucht :( Sorry für den langen text ..ich versuche mein Problem irgendwie zu erklären... :) Ach und um auf das Angebot zurück zu kommen... das wäre natürlich der Hammer... aber ich kann schlecht mit der stelle arbeiten wenn ich gar nicht weiß was ich machen muss ... :( Vielen Dank für deine Antwort

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@pancake53

Kein Problem dass der Text so lang ist :D Ich versuch jetzt einfach mal irgendwie, dir das zu erklären (aber ehrlich gesagt ich versteh das auch nicht so wirklich haha). Also erst mal, dass man die gesamte Bibel kritisiert höre ich grad zum ersten Mal... Soweit ich weiß schaut man sich immer nur das Stückchen an, das man vor sich hat (ein Kapitel davon oder so) und nicht alles. Das wäre ja viel zu schwer, dann müssten wir ja die komplette Bibel kennen. Und "kritisch" heißt in dem Fall auch nicht, dass man wirklich negative Dinge daran findet und die Bibel bemängelt, sondert das heißt einfach nur "vergleichend". Also es geht bei dem ganzen darum, dass man den Text mit der historischen Situation von damals, als der geschrieben wurde, vergleicht und dann versucht, den Autor zu verstehen und herauszufinden, warum das damals geschrieben wurde und was die damals wirklich damit aussagen wollten. Also ja, genau, "Was ist der Sinn der Bibel (oder eher von dieser einen konkreten Textstelle)?" und sowas. Ich denk mal in der Theorie verstehst du schon wofür die Methode da ist, nur die praktisch anzuwenden ist halt voll schwer (vor allem wenn man das alleine machen muss, bei uns hat uns halt immer der Lehrer gesagt worauf wir achten müssen bisher)

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naja einfacher formuliert heißt das... wie genau hast du bei der Stelle ,,Turm von Babel,, diese Methode angewendet

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@pancake53

Okey ich versuchs mal: (btw die Stelle war Gen 11, 1-9 falls du das nachlesen willst oder so)

  1. Wir haben uns alle unlogischen Dinge angeschaut, alles was irgendwie nicht zusammenpasst oder widersprüchlich ist, das haben wir einfach mal angestrichen. (Also z.B. dass Gott in Vers 5 und in Vers 7 zweimal "hinabsteigt" und das keinen Sinn macht, oder dass er von sich selber in Vers 7 als "wir" redet.. Man stellt sich da auch paar Fragen die über den Text hinaus gehen, als ob man weiß, wann die Handlung spielt und was vorher passiert ist und so weiter)
  2. Wenn man kann, versucht man dann, diese Widersprüche zu erklären (ihr werdet in der Klausur schon einen Text bekommen bei dem das funktioniert hoffe ich mal.. In dem Fall kann man zum Beispiel dass Gott von sich selber als "wir" redet dadurch erklären, dass sich die Leute damals Gott genauso wie einen weltlichen König vorgestellt haben der seine Diener (Engel) überallhin mitnimmt und dann zu denen "wir" sagt)
  3. Als nächstes haben wir nach zentralen Themen im Text gesucht und gesehen, dass es da eigentlich um drei verschiedene Dinge geht, die nur irgendwie zusammengemischt wurden. Einmal geht es darum, dass die Leute einen Turm gebaut haben und sich dann zerstreut haben und aufgehört haben, den zu bauen (V. 2-5 und V. 8-9 bis auf "denn von dort hat der Herr die Sprache aller Welt verwirrt"). An anderen Stellen geht es um die Sprachverwirrung (V. 1, V. 6-7 und dieser halbe Satz in V. 9). Und in V. 6 dieses "Jetzt wird ihnen nichts mehr unerreichbar sein" ist nochmal ein anderes Thema, da geht es darum dass Menschen mächtiger werden, als sie sein dürften.

(Das hat uns aber alles der Lehrer mehr oder weniger so gesagt, da wäre niemand von uns selber draufgekommen... Der nächste Schritt wäre dann, die Schreibstile von den drei Teilen zu untersuchen, und dadurch wäre man dann drauf gekommen, dass die tatsächlich von unterschiedlichen Autoren geschrieben wurden. Aber sowas kann eigentlich echt kein Lehrer in ner Klausur verlangen.)

Auf jeden Fall, die Auflösung von dem ganzen ist dann, dass man sich fragt "Warum wurde das so geschrieben und was wollten die Leute damit aussagen?"

Schauen wir uns den ersten Teil an, das wo es nur um die Stadt geht: Die Leute, die das damals geschrieben haben, waren Nomaden, und deswegen fanden die Städte nicht so toll... Deswegen wurde die erste Version von dem Text (also nur das, was ich vorher als erstes Thema genannt hab) geschrieben, einfach weil man der Welt zeigen wollte, dass Städte schlecht sind und nicht wirklich Bestand haben können. Aus damaliger Sicht.

Der zweite Teil, das mit der Sprachverwirrung wurde später dann dazu geschrieben, weil Babylon (also die Stadt in der der Turm gebaut wurde) später Jerusalem erobert hat. Die Juden haben sich bedroht davon gefühlt und deshalb geschrieben, wie ihr Gott Babylon zerstört, einfach weil sie sich das gewünscht haben.

Und der dritte Teil, das mit der Selbstüberheblichkeit (Hybris, wenn du einen tollen Fachbegriff haben willst) des Menschen wurde irgendwann viel später deshalb dazugeschrieben, weil die Menschen inzwischen vergessen haben, was der Text einmal sollte, und sie sich jetzt eine neue mögliche Deutung überlegt haben (dass der Turm eben zerstört wurde, weil die Menschen zu mächtig wurden).

..... Naja, ich hab das Gefühl, dass dir das jetzt überhaupt nicht weiterhelfen wird.. Das ist irgendwie doch recht verwirrend (und tut mir leid dass ich so nen langen Text geschrieben hab xD).. Hast du vlt Instagram? Ich könnte dir einfach meinen Hefteintrag dazu schicken, das wäre vlt einfacher (und um einiges kürzer)..

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