Ändern sich einzelgänger?

10 Antworten

Vermutlich will er sich nur deswegen ändern, weil er befürchtet, dass es sonst  ganz aus ist. Selbst wenn er es wirklich beabsichtigt: Irgendwann wird er höchstwahrscheinlich in sein altes Muster zurückfallen, zumindest dann, wenn er schon immer ein Einzelgänger war.

Er kann sich nur ändern, wenn er es für sich selber macht, wenn er wirklich, den Wunsch hat, etwas zu ändern, weil er sich so, wie er jetzt ist, nicht mehr wohlfühlt.  Wenn er es nur macht, um dich zu behalten, ist das nicht von Dauer. Ein Einzelgänger wird nicht von heute auf morgen zum Gruppenmensch.

Es ist ja auch völlig in Ordnung (jedenfalls bis auf seine Ansicht, dass alle anderen dumm sind und er deine Eltern oder andere Verwandte ignoriert). Wenn es für dich ok ist, dass er immer zu Hause sitzt, während du etwas mit Freunden unternimmst, funktioniert es vielleicht, aber irgendwann will man doch auch mal was zusammen machen...

Klar ist es aus der Entfernung schwierig, aber für mich sieht es so aus, als würde er einfach nur alles tun wollen, um dich nicht zu verlieren. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er das lange durchhält. LG

Gegenfrage, ändern sich Vielgänger?

Wieso gehst du einfach davon aus, so wie du bist hat jeder zu sein? Glaubst du, für dich und alle die die so ähnlich sind wie du eine Norm darstellen können?

Irgendwie wird es jetzt lustig, denn ich kann deinen Freund zumindest teilweise voll verstehen. Ich war früher so ähnlich wie du, vielseitig interessiert, oft am feiern, klönen, irgendwas mit Anderen tun usw.

Mir ging all dieser sinngemäß oberflächliche Kram ab Rente auf den Keks.
Wurde ab da mehr und mehr zum Einzelgänger. Wozu über irgendeinen Käse, sinngemäß unterschiedliche Meinungen mit Anderen labern, mit Anderen alte Gemäuer, Bilder oder sonst was anschauen, weil das Millionen Anderer so machen? Meine Lebensgefährtin darf natürlich all den Rummel machen, wenn sie möchte. Ich möchte sinngemäß nun mal öfter die Füße hoch legen, den Herrgott einen guten Mann sein lassen. Ich habe ab Schulzeit vieles gemacht, was man so macht, oder üblicherweise mit macht.

Sinngemäß waren das immer irgendwelche Verpflichtungen! Verpflichtungen hie, Verpflichtungen da und eigentlich war kaum Zeit dafür da, mal zu überlegen was ich eigentlich lieber wollte.

Okay, natürlich war etliches was ich wollte das übliche im Zusammenhang mit Sinn des Lebens. Freundin, Beziehung, Familie, Arbeit, Vermögen horten, Haus kaufen, Feste feiern, mit Freunden, Bekannten etliches unternehmen. Aber muss dieser Trott bis ans Lebensende so weiter gehen?

Hast du dir überhaupt mal Gedanken darüber gemacht, wie du dein eigenes Leben regelrecht organisierst? Ich war überrascht als meine Frau mir damals zu der Zeit also die Kinder alle aus dem Hause waren, sagte, sie möchte sich scheiden lassen. Obwohl all die Zeit mit mir die Beste war, sagte sie, sie glaubt noch einiges im Leben versäumt zu haben und möchte deswegen die vollkommene Freiheit und Unabhängigkeit.

Hinterfrage sowas mal. Wir waren eine gute Familie, haben diesen Lebensabschnitt sehr gut miteinander gemeistert. Wir gingen in dieser Lebensphase voll und gut auf, hatten unsere gemeinsamen Ziele, gemeinsame Verpflichtungen und waren fast so was wie Muster-Eheleute und Muster-Eltern. Aber nicht wirklich frei, viel zu viel sinngemäß gefangen in all den Rollen die man zu erfüllen hatte.

Gut und schön, du wirst was ich gerade geschrieben habe wohl wenigstens soweit tolerieren können, dass ich erst mit über 67 zum Einzelgänger wurde.
Nicht tolerieren möchtest du das in euerem Alter im Zusammenhang mit euerer Lebensplanung, Partnerschaftsplanung, -gestaltung.

Noch was ähnliches zum Thema. Habt ihr jemals intensiv über euere Gemeinsamkeiten und Unterschiede gesprochen? Oft passen sich Partner unabgesprochen an und das geht u.U. eine Zeit lang gut. Wir hatten nicht über Urlaubsgestaltungen gesprochen. Das wurde erst in einem Urlaub zum Thema, in dem ich mich fragte, wieso ich mich immer anpasse und Dinge mit mache, die mich kaum interessieren. Für mich sollte Urlaub Entspannung sein, Urlaub war die Zeit, in der ich fast niemandem verpflichtet war. Meine Lebensgefährtin wollte altes Gemäuer, Museen usw sehen und den ganzen Urlaub tagtäglich rumlaufen. Das sprach ich dann überraschend an und es gab deswegen nicht nur eine Überraschung.
Wir haben das aber auch gut geregelt. Sie fährt mit an solcherlei Interessierten durch die Gegend, ich bleibe zu Hause.

Zurück zur Frage, ob du deine Lebensgestaltung zur Norm für euere gemeinsame Zeit machen möchtest. Und ob du verstehen kannst, dass manche zweifelhafte Lebensweisen nicht mitmachen wollen. Stichwort Individuum. Oder wie Buchautor John Gray treffend schrieb, Männer sind anders, Frauen auch.

meine mutter & ihr freund haben ein ähnliches problem. meine mutter ist gern unter freunden, geht raus, feiert ab und an mal gern - er gar nicht. meine mutter versucht ihn in familien feiern & bei treffen mit freunden zu integrieren. es wird IMMER so bleiben, dass er lieber alleine ist (jedenfalls bei IHM). aber er zeigt sich schon viel offener. wie es bei euch ist, weiss ich nicht - allerdings ist es ein tolles zeichen, dass er etwas ändern will. er sollte es nur dann tun, wenn er es selbst auch will & nicht nur um dich damit glücklich zu machen/ dir einen gefallen zu tun. sonst hat das keinen zweck & wird nie so zwanglos sein wie wenn es von ihm aus geht..

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