-(Was ist platonische Liebe)-?

5 Antworten

In einer gängigen modernen Bedeutung bezeichnet 'platonische Liebe' eine rein geistig-seelische Liebe, eine Liebe ohne Sex. Es gibt dabei keine sexuelle Beziehung, entweder aus mangelndem Interesse oder aufgrund von Verzicht.

Der Auffassung des Philosophen Platon entspricht dieser Begriff eher wenig. Auch wenn er dafür eintritt, über die Sinne hinauszugelangen und ihre Schranken und Fesseln zu überwinden, meint er in seinen Gedanken keine völlige Abwesenheit und Ablehnung von Sinnlichkeit, Erotik und Sexuellem.

Was Platon darlegt, wird besser als platonischer Eros bezeichnet. Denn Platon erörtert in mehreren Dialogen, vor allem «Phaidros» und «Symposion», Eros (ἔρως) bzw. in mythologischer Redeweise das Wesen des Gottes Eros (Ἔρως).

Definition: Eros ist ein Begehren, das von sinnlicher Schönheit ausgelöst/entflammt/angetrieben werden kann, aber bis hin zur (geistig/durch Denken/mit der Vernunft erfaßbaren) Idee des Schönen aufsteigt, nach Erkenntnis strebt, die Persönlichkeit nach einem Ideal formt und ein Verlangen hat, im Schönen etwas Dauerhaftes zu schaffen/hervorzubringen.

Es gibt bei dem Aufstieg verschiedene Stufen: das Begehren nach einem einzelnen schönen Körper, nach der körperlichen Schönheit allgemein, nach einer schönen Seele und schönen Handlungen, nach der Schönheit der Erkenntnisse/ der Wissenschaften und nach dem Schönen an sich (Einsicht in die Idee)

Freundschaft/freundschaftliche Liebe (φιλíα [philia]) erörtert Platon vor allem im Dialog «Lysis».

Zum philosophischen Eros ist ein Text zentral, in dem Platons Dialogfigur Sokrates eine Rede widergibt, die nach seiner Angabe Diotima, eine Seherin aus Mantineia und eine weise Frau, über das Thema an ihn gehalten hat (Platon, Symposion 201 d – 212 c).

Der philosophische Eros besteht in einem Streben nach Weisheit/Wissen/Erkenntnis und ist nach Platon darauf ausgerichtet, einen Aufstieg von sinnlichen Einzeldingen bis hin zur höchsten Stufe im Bereich der Ideen (an der Spitze der Ideen steht nach Aussagen in anderen Texten die Idee des Guten) zu vollziehen. Er hat sowohl eine theoretische (Einsicht in Ideen) als auch eine praktische Seite (z. B. Bewirken von Besonnenheit und Gerechtigkeit). Die begehrende Liebe wird in einem weiten Sinn als alles Streben nach dem Guten und der Glückseligkeit umfassend gedeutet. Die Ideen sind ewig/unvergänglich. In dem Drang zum Schaffen/Hervorbringen steckt so ein Verlangen nach Unsterblichkeit/Teilhabe an Unsterblichem.

zum Thema gibt es einführende Darstellungen in Büchern, z. B.:

Michael Erler, Platon. Originalausgabe. München : Beck, 2006 (Beck'sche Reihe ; 573 : Denker), S. 119 - 124

Sabrina Ebbersmeyer, Liebe. In: Platon-Handbuch : Leben, Werk, Wirkung. Herausgegeben von Christoph Horn, Jörn Müller und Joachim Söder. Unter Mitarbeit von Anna Schriefl und Simon Weber. Stuttgart ; Weimar : Metzler, 2009, S. 300 - 305

Platonische liebe ist eine Liebe die sich durch nicht körperliche befriedigung auszeichnet sprich :

Ein Mensch mit dem das streiten spaß macht ist in dem Sinne in einer Platonischen liebesbeziehung.

Um die definition kurz zu halten die längere und ungleich genauere definition hat albrecht geliefert.

Hallo!

Freundschaft, also ohne Gefühle für den anderen.

Grüße, Dreams97

Was möchtest Du wissen?