Ich habe Depressionen und ich bin Suizidgefährdeter?
Hi, ich denke, es ist der erste Beitrag, den ich in so einer Form erstellen werde, auf GuteFrage. (Ich habe diese Gruppe hier gefunden und dachte mir, ich mache es einfach mal)
Ich bin 15 Jahre alt, schwul, und ich leide unter derart starken Depressionen, die zu Suizidgedanken geführt haben. Und jetzt - ich bin suizidgefährdet und weiß nicht, wie lange ich noch lebe.
Der Drang wird einfach immer und immer größer, ich halte es nicht mehr aus. Ich habe jeden Tag Tagträume, mit den verschiedensten Szenarien. Heute, zum Beispiel, schaute ich aus meiner Klasse(oberste Etage des Gebäudes) und genoss den Anblick, wie tief es dort runtergeht. Ich will einfach tot sein - es ist so unangenehm, wenn man es ausspricht, aber ich möchte es. :(
Ich weiß nicht, was ich fragen soll - deswegen habe ich es einfach als Diskussion erstellt. Also, seid bitte nicht sauer.
LG
Hallo KritikerDer,
Dein Beitrag klingt für mich sehr besorgniserregend. Sprich bitte unbedingt auch mit einem Menschen darüber, dem Du vertraust! Das kann ein guter Freund, ein Verwandter oder z.Bsp. auch eine Vertrauensperson aus der Schule sein.
Du kannst Dich auch jederzeit an die Telefonseelsorge wenden. Dort ist rund um die Uhr jemand erreichbar und Du hast die Möglichkeit, ein anonymes und vertrauliches Gespräch zu führen: 0800/1110111 oder 0800/1110222 (gebührenfrei aus dem deutschen Fest- und Mobilfunknetz).
Auf der Webseite der Seelsorge kannst Du auch chatten, falls Du das lieber möchtest: http://www.telefonseelsorge.de/
Das Wichtigste ist jetzt: Überstürze nichts! Tu nichts, was Dich in Gefahr bringt und was Du nicht rückgängig machen kannst!
An den Beiträgen anderer beobachten wir, dass es vielen Menschen sehr ähnlich wie Dir geht. Du bist nicht alleine; es gibt immer einen Weg in eine bessere Situation. Oft braucht man nur jemanden, der einem hilft, ihn zu finden. Rede deshalb schnell mit jemandem über Deine Gedanken und gib niemals auf!
Auf dieser Seite https://www.gutefrage.net/aktionen/suizid-hilfe-bei-selbstmordgedanken/ haben wir für Dich weitere wichtige Hotlines, Links und Tipps zusammengestellt.
Viele Grüße
4 Antworten
Hallo KritikerDer,
es tut mir sehr leid, dass Du, durch welche Umstände auch immer, in eine solche Ausweglosigkeit geraten bist! Wenn es im Moment für Dich auch schwer vorstellbar ist: Es kann auch in Deinem Leben wieder bergauf gehen!
Meistens ist keine Situation so ausweglos, dass es keinen Grund gibt, auf eine Besserung zu hoffen. Denke einmal über die folgenden drei Gründe nach, weswegen es sich doch noch lohnen könnte, weiterzuleben.
Lebensumstände ändern sich - Denke immer daran, dass sich belastende Situationen, egal wie ausweglos sie im Moment erscheinen, ändern und sich nach und nach zum Besseren wenden können. Selbst wenn das nicht so schnell geschieht, wie man sich das wünscht, sollte man nicht versuchen, alle Probleme auf einmal zu lösen, sondern jeden Tag für sich zu sehen.
Natürlich gibt es auch immer Umstände, die sich nicht mehr ändern lassen, z.B. wenn man an einer chronischen Krankheit leidet, einen geliebten Menschen durch den Tod verliert oder eine Beziehung in die Brüche geht. Auch in diesen Fällen kann man etwas tun: Die eigene Einstellung ändern.
Man kann entweder dem unabänderlich Geschehenen endlos nachtrauern oder aber sich innerlich damit abfinden. Dann gelingt es besser, die eigene Situation, trotz dem Schmerz, der damit verbunden ist, etwas positiver zu sehen.
Man wird eher danach Ausschau halten, wie man mit der Situation klarkommen kann, statt mit drastischen Mitteln allem ein Ende zu machen. Vielleicht entdeckt man Hilfen und Möglichkeiten, an die man zuvor nicht gedacht hat und die einem wieder Auftrieb geben.
Du solltest auch folgendes niemals vergessen: Kann man einen Berg nicht auf einmal ersteigen, dann schafft man es vielleicht in mehreren Etappen. Dasselbe gilt für die meisten Hindernisse im Leben, ganz gleich wie riesig sie einem vorkommen. Wichtig ist, dass man sich nicht von ihnen erdrücken lässt, sondern überlegt, was man (evtl. mit Hilfe anderer) tun kann, um sie zu überwinden.
Hilfen stehen zur Verfügung - Eine Hilfe können z.B. Menschen sein, denen man am Herzen liegt. Das können Angehörige, Freunde und auch andere sein, die persönlich an Dir interessiert sind. Wenn sie auch nicht immer von selbst auf Dich zukommen mögen, so kannst Du sie vielleicht ansprechen und in einem vertraulichen Gespräch Dein Herz ausschütten.
Hast Du schon einmal daran gedacht, bei Deinen Eltern Hilfe zu suchen? Sollten sie in schweren Krisen, wie Du sie gerade erlebst, nicht die ersten Ansprechpartner sein? Vielleicht können sie Dir ja besser helfen, als Du denkst!
Sollte aus irgendeinem Grund ein Gespräch mit Deinen Eltern nicht möglich sein, kannst Du Dich auch an eine Krisenhotline wenden. Sie ist in jedem Fall mit geschultem Personal besetzt und kann Dir angemessene Hilfestellungen geben.
- Notfall-Seelsorge: Telefon-Hotline (kostenfrei, 24 h), auch Auskunft über lokale Hilfsdienste:
- 0800 - 111 0 111
- 0800 - 111 0 222
- 0800 - 111 0 333 (für Kinder / Jugendliche)
- Email: unter www.telefonseelsorge.de
Die Mitarbeiter der Telefonseelsorge hören Dir gut zu, nehmen an Deinen Problemen Anteil und können Dich bei Bedarf auch an entsprechende Einrichtungen verweisen. Du kannst Dich hier zu jeder Tages- und Nachtzeit anonym beraten lassen.
- Informationen stehen für Dich auch auf der Website deutschen Gesellschaft für Suizidprävention zur Verfügung: https://www.suizidprophylaxe.de/hilfsangebote/fuer-betroffene-und-angehoerige
Dann ist da ja auch noch professionelle Hilfe, die man bei Selbstmordgedanken in Anspruch nehmen könnte. Oft steckt hinter diesen Gedanken eine schwere Depression, für die sich niemand schämen muss, genauso wenig wie man sich für eine körperliche Krankheit schämen muss.
Vergiss bitte nicht, dass Du z.B. aus einer schweren seelischen Krise allein nicht wieder herauskommst, aber wenn Dir jemand hilft, kannst Du es durchaus schaffen! Vielen hilft auch eine ambulante Therapie, um wieder mehr Selbstvertrauen zu entwickeln und Strategien zur Bewältigung ihrer Probleme zu finden. Wichtig ist es auch, jemanden zu haben, zu dem man Vertrauen hat und bei dem man immer sein Herz ausschütten kann.
Es besteht Aussicht auf Besserung - Auch wenn Du schon lange an Deine Grenzen gestoßen bist, heißt das nicht, dass nicht irgendwann ein Hoffnungsstrahl aufleuchtet. Wie bereits gesagt, ändern sich Situationen, es bleibt nicht für immer alles gleich trost- und hoffnungslos. Deine jetzige Lage kann wie ein langer dunkler Tunnel sein, dessen Ende Du im Moment noch nicht sehen kannst. Denke jedoch daran, dass irgendwann auch der längste Tunnel zu Ende ist und man wieder das Tageslicht erblickt.
Vielen vor Dir ist es schon so ergangen, und so kann es auf in Deinem Fall sein! Auch wenn es schwer ist, mache Dir jedoch eines zum Motto: "Aufgeben ist keine Option". Diese Einstellung kann Dir dabei helfen, niemals die Hoffnung zu verlieren, egal wie dunkel es um Dich herum gerade aussieht.
Außer diesen praktische Hinweisen, möchte ich Dir zum Schluss auch noch einen kleinen Tipp aus der Bibel geben. Falls Du an Gott glaubst, magst Du Dich davon angesprochen fühlen. Ich fand einen sehr ermutigenden Text in den Psalmen, der zeigt, dass wir uns mit unseren Sorgen und Problemen jederzeit an Gott wenden können.
Der Text lautet: "O Hörer des Gebets, zu dir werden Menschen aller Art kommen" (Psalm 65:2). Ich selbst habe immer wieder die Erfahrung gemacht, dass Gebete nicht einfach ins Leere gehen. Gott kann einem helfen, auch wenn er nicht durch ein Wunder alle schlimmen Umstände beseitigt.
Ich wünsche Dir sehr, dass Du es mit der Hilfe und Unterstützung anderer schaffst, Dein schlimmes seelisches Tief zu überwinden und nach und nach merkst, dass es sich auf jeden Fall lohnt, weiterzuleben. Alles Gute und viel Kraft!
LG Philipp
Heyy also erstens ich versteh dich. Ich weiss das klingt scheisse und niemand wird dich auch jemals richtig verstehen. Aber ich war/bin an einem ähnlichen Punkt wie du. Ich komme aus schwierigen Situationen/Zwickmühlen immer mit einem "Schlachtplan" raus. Also hier dein Schlachtplan.
Schritt eins: Melde dich irgendeinem Erwachsenen. Das können Lehrer, Verwandte oder auch eine Schulsozialarbeit sein. Erkläre deine Situation und frage ob sie dir helfen können an Hilfe ranzukommen. (wenn du Hilfe möchtest...)
Schritt zwei: Habt ihr einen Schulpsychologen? Wenn ja informier dich mal.
Schritt drei: mach einen Notfallplan. Der sollte für DICH passen. Zum Beispiel wenn du leicht Suizidgedanken hast machst du...(z.B. Zeichnen oder Musik hören oder ablenken) usw. Mach einfach Stufen und für jede Stufe eine Ablenkung. In der Schule kannst du auch fragen ob du schnell auf Toilette kannst, wenn es zu schlimm wird.
Schritt vier: Schreibe dir Notfall Nummern auf. Entweder von Leuten denen du vertraust und dir auch in einer schwierigen Situation helfen können. Es gibt auch viele Jungend Anlaufstellen.
Schritt fünf: Frage die Person von Schritt eins, ob sie dir helfen kann mit deinen Eltern zu sprechen. Und ich kann versprechen egal wie schlimm du denkst, sie reagieren werden: du bist ihr Kind. Sie werden sich immer Sorgen um dich machen. Und sie möchten dich nicht verlieren.
Schritt sechs: Suche dir einen Therapieplatz. Wenn du keinen findest (meistens ist es sehr schwierig) kannst du auch einen Jugendcoach suchen. Das ist einfach ein Sozialarbeiter, der wie als eine Zwischenlösung arbeitet. Der kann dir auch helfen eine gute Therapie zu finden.
Aber am Ende ist es dein Leben. Da du minderjährig bist, können viele Leute viel über dein Leben entscheiden. Doch ob du es beendest ist voll und ganz deine Meinung. Aber bitte, versuche wenigstens dir Hilfe zu holen.
auch wenn deine Eltern so stark mit sich beschäftigt sind, bist du denen nie egal. vergesse es bitte nie. denn irgendeiner wird dich immer vermissen.
Wenn Du Dich umbringst, werden es Deine Eltern ja doch erfahren.
Vermutlich wäre es ihnen lieber, wenn sie statt von Deinem Tod von Deiner Therapie erführen. Also ab zum Arzt - gleich morgen früh!
Wenn Du Dich umbringst, werden es Deine Eltern ja doch erfahren.
Dann hat es mich aber nicht mehr zu interessieren.