Zellteilung ist der hydrophobe Effekt, durch Unterstützung der hydrophoben Wechselwirkung?

falsch 75%
wahr 25%
nicht erklärbar 0%

4 Stimmen

1 Antwort

falsch

Falsch. Der hydrophobe Effekt erklärt, warum Fettsäuren und Phospholipide in Wasser von selbst Membranen bilden und warum Proteine einen wassermeidenden Kern haben. Zellteilung ist etwas anderes. Ein aktiv gesteuerter Maschinenvorgang. In Eukaryoten schaltet der Zellzyklus in die Mitose, Mikrotubuli des Spindelapparats trennen die Chromosomen, unter der Zellmembran bildet RhoA einen kontraktilen Ring aus Aktin und Myosin II, der sich mit ATP-Energie zusammenzieht und die Zelle einschnürt. Am Ende trennt das ESCRT-III-System den dünnen Membranstrang durch gezielte Membran Deformation und Spaltung. In Bakterien übernimmt FtsZ (ein Tubulin Verwandter) die Positionsbestimmung, formt einen Ring, rekrutiert das Divisom und koppelt die Einschnürung an den Neuaufbau der Zellwand, damit die Hülle nicht reißt. Hydrophobe Wechselwirkungen sind dafür Voraussetzung im Hintergrund, weil ohne sie keine Membran existierte, die man einschnüren kann. Sie sind aber nicht die treibende Ursache der Teilung. Spontane Vesikel, die sich im Reagenzglas durch hydrophobe und osmotische Effekte abknospen, sind ein Modell für frühe Protocellen, nicht für die präzise, energiegetriebene Teilung moderner Zellen.


KurtMaier 
Beitragsersteller
 27.08.2025, 21:47

Was ist deine Quelle ?

Rico2906  27.08.2025, 21:53
@KurtMaier

Rolle des hydrophoben Effekts -> Chen/Szostak

Membranpyhsik und Formänderungen -> Frolov et al

Der kontraktile Ring und RhoA -> Carim et al. + Basant/Glotzer

ESCRT-III-Filamente -> Giuzetti et al. + Bhutta et al.

Rekrutierung Divisom -> Erickson + Haeusser/Margolin

Vesikel im Reagenzglas -> Szostak Gruppe -> Zhu et al. + Budin et al.