Darf man einen Menschen akzeptieren und respektieren der die Einsamkeit liebt?

Also ich hab Pech im Leben. Ich bin ein klassisches Beispiel dafür, dass wenn ich mich auf etwas freue, etwas ganz Blödes herauskommt. Es kann sein, dass ich biologischer Abfall bin, d.h. es kann sein, dass ich nur ein reinzufälliges Überbleibsel bin von Charles Darwins Lehre, also anstatt der Stärkere überlebt - der Schwächere ist reinzufällig irgendwo wie von Zauberhand durchgekommen. Und die Natur sorgt dafür, dass ich "weil ich schwach bin" nirgendwo mit Glück in Berührung kommen soll und jemand bin, der schnell durch das Leben gejagd werden soll, aber mehr auch nicht... bloß nicht freuen und jubeln, er ist eine gefährliche Gen-Kreatur die einfach so durchgeschossen werden muss durchs Leben, die Starken sollen überleben, er ist schwach, also nieder mit ihm...

23 Jahre- keine Arbeit , nie eine Freundin, keine richtigen Freunde.

Ich liebe die Einsamkeit, die Melancholie und die Depression. Ich liebe es am Abend auf dem Mond zu schauen, meine Flasche Wein zu trinken und mir Gedanken darum zu machen, wieso andere Menschen Glück haben und ich nie. Schopenhauer war auch immer ein überzeugter Einzelgänger. Er lebte mit Freude allein und einsam. Auch er hat den Pessimismus so sehr geliebt, dass er auch sogar darüber haufenweise philosophierte. Nun habe ich mich entschieden alleine zu bleiben und das ewige Pech zu genießen und mich der Lebensweise von Schopenhauer anzuschließen. Viele sagen, "Hey Kopf hoch, mach eine Therapie", doch jetzt mal ganz ehrlich... darf man meinen ausgewählten Lebensstil befürworten oder muss man ihn kritisieren?

Ich liebe doch die Melancholie und das Pech. Wer das Pech liebt, ist doch auf der sicheren Seite... der kann Glück oder Pech haben, beides ist nach seinem Geschmack.

PS: Bin in einer Therapie.

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Alter Schwede!

Deine Frage wäre geradezu prädestiniert, um mal wieder mit meinem philosophisch hochgeschwängerten Geschwafel zu brillieren, da du es aber bist und ich dir ausnahmsweise mal was Gute tun will sag ich dir, komm erst mal wieder runter und dann hör schnellstens auf so eine wirre Scheiße zu labern.

Wie dir sicherlich schon aufgefallen ist, haben wir doch erheblich viele Gemeinsamkeiten, die Ähnlichkeiten nehmen schon bald soweit überhand, dass sie geradezu beängstigend werden.

Genau wie du kann ich diese Gutmenschen einfach nicht ab, die einen mit soviel Empathie betütteln, versuchen sich in einen reinzudenken, es aber einfach nicht schaffen und dann eben meinen „Kopf hoch, das wird schon alles wieder“, jaja das sagen sie alle, nur dass sie allesamt auch nicht den blassesten Schimmer haben und nicht mal annähernd das nachempfinden können, was man schon alles durchgemacht hat und daher schlichtweg nicht mitreden können. Solche Leute kannste für nichts gebrauchen, denn mehr als einen pauschal angewandten Muntermacher-Spruch haben sie einfach nicht drauf, dein Freund wollen sie ebenfalls nicht wirklich sein und erst recht nicht deine Freundin, was du stattdessen brauchst ist jemanden, der dir mal so richtig in den A**** tritt, in diesem Fall eben ich. Genauso könnte ich auch Ohrenkrebs bekommen von so Sprüchen wie „Jeder findet irgendwann die Richtige“ und „Auf jeden Topf passt auch ein Deckel“ und denk mir dann bloß, ihr habt gut reden, schließlich habt ihr ja schon zig Bräute klar gemacht, nichts leichter als das und wenn dann noch einer daherkommt von wegen, ja weißte, ich hab auch erst in deinem Alter meine erste Freundin gehabt, aber die hab ich dann auch gleich geheiratet, steht´s mir schon wieder bis Oberkante – Unterlippe, weil früher waren abgesehen von diesen Flower-Power Spinnern Männlein und Weiblein noch etwas zurückhaltender, haben erst spät Interesse fürs andere Geschlecht entwickelt und haben sich auch so für alles viel mehr Zeit gelassen. Heut ist das eben etwas anders, von allen Seiten wird man stets unter Druck gesetzt und wer da mit 20 noch Jungfrau ist mit dem läuft irgendwas falsch und auch wenn kaum einer es zugeben würde wird man von vielen für etwas abartig gehalten oder schon gemunkelt, ob man nicht vielleicht schwul sei. Aber nein nicht doch, sogleich kommen wieder die Tugend-Apostel lautschreiend dahergelaufen und belobigen einen noch, dass es etwas ganz Besonderes sei, wenn man sich für den richtigen Partner aufhebt und bekommt noch einen extra Schulterklopfer dafür ab, was sie allerdings nicht berücksichtigen ist, dass man in Wahrheit ja überhaupt gar kein solches Mauerblümchen sein möchte, sondern am liebsten zumindest manchmal genauso verdorben sein will wie all seine Altersgenossen, aber obwohl man diese Willigkeit durchaus ausstrahlt hat man bislang einfach keinen Erfolg damit gehabt und das frustriert einfach ungemein.

Auch hier kommen sogleich wieder die ganz besonders Klugen herbeigeeilt und meinen, dass man einfach bloß positiv zu denken braucht, dann wird schon alles werden, tja nichts war´s man kann sich noch so sehr auf etwas freuen, dennoch geht´s zum Schluss immer schief. Nun woran liegt´s, na klar ganz einfach, man hat versucht etwas zu erzwingen, Frauen spüren sowas natürlich instinktiv und ziehen sich deshalb wieder zurück, dummerweise ist aber selbst das nicht zutreffend und obwohl du immer guter Dinge an etwas rangegangen bist ohne etwas erzwingen zu wollen, ging´s dennoch grundsätzlich schief und somit bist du an den Punkt gelangt wo scheinbar sämtliche Weisheiten versagt haben, du geneigt bist aufzugeben und dich ganz und gar dem Pessimismus als deiner Lebensprämisse hinzugeben.

Soll ich dir was sagen, ich bin genau denselben Weg gegangen wie du und weißte, was ich am allermeisten hasse, ich hasse nichts mehr als prinzipiell in ungelogen 99% aller Fälle mit meinen Vermutungen absolut richtig zu liegen und ich hasse es deshalb so sehr, weil es meist etwas Schlechtes für mich bedeutet. Man könnte nun mutmaßen, man wirkt wie ein Magnet und zieht einfach bloß das an, woran man am stärksten denkt, sodass es einfach nur einer Umpolung bedarf, um das ganze Problem zu lösen, aber Fehlanzeige, man hofft ja stets das Beste, nur schlussendlich bewahrheitet sich dann eben doch das, was man für sich selbst bereits als wahrscheinlichsten Ausgang des Ganzen festgelegt hat.

Ganz gleich, was du hier erzählst, ich leide absolut mit dir, weil mir genau dieselbe Kakke auch schon alles bereits widerfahren ist, nur dass ich das Ganze nun schon fast 25 Jahre lang mitmachen muss :0

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Hallo Andi,

bin zwar immer noch etwas enttäuscht, dass ich auf Tobi´s Frage hin nicht den Parfüm-Gutschein gewonnen hab, aber vielleicht klappt es ja diesmal ;-)

Jedenfalls wollt ich erst mal erwähnt haben, dass es bei euch ja doch den ein oder anderen Rosenkavalier gibt, da soll sich eine Dame doch noch mal beschweren Männer könnten nicht romantisch sein, so ein Quatsch, wir sind die geborenen Romantiker und allein deshalb müssen wir zusammenhalten.

Nun, wie schreibt man also ein Liebesgedicht, dummerweise muss ich dir da gleich sagen, dass es hierfür kein Patentrezept gibt, dafür kann ich dir aber immerhin mitteilen, dass es gar nicht so sehr auf ein gewisses Reimschema ankommt und auch nicht so schlimm ist, wenn das ein oder andere etwas holprig klingt, solange es wirklich von Herzen kommt.

Am besten ist du sorgst bereits vorab für die richtige Stimmung, damit deine Gedanken frei fließen können. Wie wärs du bereitest deinem Schatz in dieser kalten Jahreszeit erst mal ein wohlig warmes Honigbad mit Rosenblütenblätter zu, welches ihr beide auch gerne gemeinsam bei einem Gläschen Champagner, Kerzenschein und Musik von Eros Ramazotti, genießen dürft. Anschließend gibt es noch eine angenehme Massage mit den verführerischen Düften von Opiumöl und Patchouli und während deine Freundin noch im 7. Himmel schwebend im Bettchen liegt schnappst du dir derweil Papier und Stift und legst los zu schreiben.

Sicherlich wirst du deinem Schatz allein durch die Geste, dass du für sie ein Gedicht geschrieben hast eine große Freude bereiten, wenn du sie allerdings wirklich zum dahinschmelzen bringen willst bedarf es schon ein wenig mehr.

Es ist gar nicht nötig, dass du mit deinen dichterischen Künsten einen lyrischen Preis gewinnst, vielmehr kommt es darauf an, dass gleich zu erkennen ist, dass dieses Gedicht nur für diese eine Frau bestimmt sein kann, welcher dein Herz gehört. Denk einfach an das, was ihr bereits gemeinsam Schönes erleben durftet und verfasse daraus ein paar gefühlvolle Zeilen, die immer wieder zum Ausdruck bringen wie sehr du sie liebst und auch in Zukunft noch viele wunderbare Jahre mit ihr verbringen möchtest. Dabei musst du allerdings etwas aufpassen, dass du nicht zu dick aufträgst, da es sonst egal wie herzlich gemeint schnell ins Schmalzige oder komplett Überzogene abdriftet. Du darfst schon deine Gefühle zum Ausdruck bringen, fang aber auch nicht an zu vergöttern, sondern bleib schon noch realistisch und glaubhaft. Und zum Schluss noch ein Geheimtipp, Frauen lieben Männer, die sie zum lachen bringen, von daher ist auch eine Prise Humor sicherlich nie verkehrt.

Wenn du das alles befolgt hast und ein richtig schönes Liebesgedicht bei rausgekommen ist, darfste auch gerne nochmals nachschauen, wie´s eigentlich deiner Freundin nach der Massage geht :D

Viel Vergnügen.

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Hallo Kartoffelsirup :D

Eine wirklich spannende Frage, da ich mir jedoch nicht erst seit ein paar Tagen darüber Gedanken mache, sondern mich bereits vor vielen Jahren damit beschäftigt habe, werde ich dir heute meine Erkenntnisse seither präsentieren ;-)

Der Mensch an sich ist ja ein soziales Wesen und neigt zu empathischem Verhalten. Gähnen ist deshalb so „ansteckend“, weil man mit dem anderen mitfühlen kann, diese Geste der Müdigkeit hat sich also durch das Beobachten des anderen auf einen selbst übertragen, man ist sich plötzlich seiner eigenen Müdigkeit bewusst und muss ebenfalls gähnen.

Allein an diesem simplen Beispiel lässt sich erkennen, wie leicht der Mensch manipulierbar ist, wenn wie in diesem Fall auch in ziemlich harmloser Art und Weise, aber allein die Tatsache, dass der Mensch häufig (un-)bewusst kopiert, ist hier entscheidend.

Nun sind aber nicht alle Menschen gleich und so ist der eine anfälliger für gewisse Dinge oder eben speziell psychische Erkrankungen als andere. Das Schlagwort an dieser Stelle ist Hypersensibilität. Menschen mit einem wachen Geist und empfindlichen Sensoren, die überdurchschnittlich viele Reize von ihrer Umwelt empfangen können. Dies ist eine Gabe und Fluch zugleich, meist intellektuell und in vielem hochbegabt haben sie die Fähigkeit sich wunderbar in andere Menschen einfühlen zu können, erleben das Glück, die Enttäuschung und Angst anderer förmlich mit. Diese Fähigkeit des Beobachtens kann aber auch gefährlich ausarten, nämlich dann, wenn ein entdecktes Übel auf sich selbst übertragen wird, man dieselben Symptome an sich zu erkennen scheint und fortan damit beginnt ganz gleich, ob gewollt oder ungewollt nach weiteren Krankheitsmerkmalen zu suchen und nicht selten auch weitere findet.

Manche haben daraus sogar eine ich mag schon sagen zwanghafte Leidenschaft daraus entwickelt immer wieder neue Krankheiten für sich zu finden und selbst bei größter Gegenwehr darauf zu bestehen, diese Gebrechen auch zu haben, solche Menschen nennt man im Volksmund Hypochonder. Sie suchen eifrig und begierig nach jedem noch so kleinen Anhaltspunkt, der auf eine schwere Krankheit hindeuten könnte und wollen gar nicht beruhigt werden, dass ihre entdeckten „Krankheiten“ ganz harmloser Natur sind, nein vielmehr bestehen sie darauf krank zu sein und verlangen nach der dementsprechenden Behandlung dafür. Die psychologische Erklärung hierfür ist einfach, solche Menschen fühlen sich häufig einsam und verlassen, sehnen sich nach etwas menschlicher Nähe und hoffen sich durch ihre Krankheit etwas Aufmerksamkeit und das Mitleid anderer erkaufen zu können.

Obwohl bestimmt in uns allen ein kleiner Hypochonder wohnt ist dies in einem solchen Ausmaß sicherlich ein Spezialfall, aber es bedarf auch gar nicht eines akuten Hypochonder-Daseins, um sich Krankheiten einzureden. Die Macht der Gedanken spielt hierbei eine ganz entscheidende Rolle. Durch Suggestionen lässt sich schier Unvorstellbares erreichen, man nehme nur den Placebo-Effekt. Allein das Vertrauen in den Arzt und die daraus folgende Überzeugung, dass das Medikament wirken wird, reicht aus, um die eigenen Selbstheilungskräfte zu aktivieren, die stärker sein können als es die beste Arznei jemals sein könnte und dadurch in der Lage sind nahezu jede Krankheit zu besiegen. Dass sich mit dem Wissen um diese Kräfte auch viel Schabernack betreiben lässt beweisen etliche Showhypnotiseure, die ein paar Mutige aus dem Publikum dazu bringen wie ein Hundchen die Zeitung zu bringen oder zu meinen sie seien Elvis und sich damit vor den anderen lächerlich zu machen. Hypnose kann aber noch viel mehr, und so ist es beispielsweise möglich dem Freiwilligen einzureden er fasse gerade auf eine heiße Herdplatte und infolge dieser Vorstellung bildet sich auch tatsächlich eine Brandblase.

Damit wären wir auch wieder beim Ausgangsthema, ob es möglich ist, sich allein durch das Wissen um eine Krankheit diese selbst einzureden. Doch warum gibt es Menschen, die jahrelang in einer geschlossenen Anstalt mit psychisch Kranken zusammenarbeiten, aber selbst niemals unter einer Neurose oder ähnlichem leiden während andere nur jemanden niesen sehen müssen um bereits selbst einen Schnupfen zu haben?

Ich könnte nun noch etwas weiter ausholen und so Begriffe wie intaktes soziales Umfeld und Selbstbewusstsein einwerfen, beschränke mich an dieser Stelle aber auf einen einzigen Begriff: Angst!

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Das ist wirklich eine wahnsinnig spannende Frage. Wie besonders sie sein muss, erkennt man vielleicht bereits daran, dass hier der Spieß gerade umgedreht wird, du fragst während ich antworte, verrückte Welt.

Leider kann ich dir nicht sagen, ob ich nun von „Wir“ oder wem auch immer sprechen soll, da ich mir selbst recht unsicher bin, ob ich nicht auch zum Club der Autisten gehöre, zumindest eins weiß ich aber, nämlich dass ich lange, lange Zeit mit einer schweren, sozialen Phobie zu kämpfen hatte. Das war häufig nicht einfach für mich und diese Schwäche nicht so leicht auf andere Menschen zugehen zu können sondern lieber häufiger mit mir allein zu sein hat mir oftmals einiges ziemlich kompliziert gemacht, lieber bin ich 2h orientierungslos durch die Stadt marschiert als mich zu trauen jemanden nach dem Weg zu fragen und telefonisch einen Termin zu vereinbaren hat mich ebenfalls nicht selten mehrere Stunden, wenn nicht gar Tage an Überwindung gekostet.

Mit meiner Ausbildung zum Hotelfachmann hat sich da in meinem Leben so einiges rapide geändert. Bislang stets versucht so wenig menschliche Nähe wie möglich auf mich zukommen zu lassen, (zumindest die von Fremden, denn insgeheim wünsche ich mir nämlich schon diese Nähe zu anderen Menschen und auch Wärme in freundschaftlichen oder auch in einer partnerschaftlichen Beziehung zu anderen) wurde ich aufgrund meiner Arbeit andauernd dazu gezwungen auf andere Menschen zuzugehen, was mir anfangs wahnsinnig schwer gefallen ist. Es war eigentlich komplett wider meiner Natur einfach so mir wildfremde Menschen anzusprechen und nach ihren Wünschen zu fragen und wo es ging hab ich es auch weiterhin vermieden, wo nur möglich. Inzwischen hab ich 3 Jahre Lehre und tausende von Gästekontakten hinter mir, arbeite seither nun schon seit gut einem halben Jahr in einem anderen Hotel und so unglaublich es klingen mag, meine Arbeit macht mir sogar Spaß und auch wenn weiterhin noch viel geblieben ist von meiner Schüchternheit bin ich wesentlich offener geworden gegenüber anderen Menschen, schließe immer wieder neue, nette Kontakte, hab schon einige Treffen mit Usern hier von GF hinter mir, die allesamt super gelungen waren oder quatsch auch einfach mal so ein paar Leute während der Fahrt in der U-Bahn an. Kurzum mein Leben hat sich im Vergleich zu vor etwa 4/5 Jahren stark verändert, ich bin zwar kein komplett anderer Mensch geworden, aber ich bin in meiner Entwicklung weit voran gekommen, mein Leben ist um einiges positiver und erfolgreicher geworden und ich bin sehr zufrieden mit dem, wie alles gerade ist.

Worauf ich hinaus möchte, ohne nun zu wissen, ob ich eventuell ebenfalls Asperger bin oder nicht, so kann man mir zumindest „autistische Züge“ nachsagen und wenn dem so ist bin ich womöglich einer der wenigen, denen es gelungen ist in die „eigentliche Welt“ der „Normalos“ vorzudringen, um von dort aus betrachten zu können, was jene möglicherweise meinen, wenn sie davon sprechen, dass Autisten in ihrer eigenen Welt leben.

Die Welt an sich ist in meinen Augen ziemlich gestört, man kann noch so viel von Liebe und Gefühlen reden, schreiben oder meinetwegen auch noch singen (was vor allem bei ich nenn sie nun mal eben leicht abfällig so, Teenies, überwiegend durch ein hormonelles Durcheinander zu begründen ist und nicht wirklich von einem Verständnis von Liebe zu sprechen ist), letztendlich läuft es meistens darauf hinaus, dass sich fast alles nur um Geld und Macht dreht.

Vielleicht ist dir schon mal aufgefallen, dass immer mehr neue Krankheiten „auf den Markt kommen“, wenn man heutzutage als Gesunder zum Arzt geht muss man anschließend feststellen, dass man eigentlich schwer krank ist. Anscheinend wird die ganze Gesellschaft immer kränker und damit meine ich nicht die geistige Krankheit, was nochmals ein anderes interessantes Thema wäre, sondern körperlich gebrechlich, doch seltsamerweise weiterhin immer älter. Ein Widerspruch? Nein, ganz gewiss nicht, es gibt Leute, sehr mächtige Leute (ich nenn sie der Einfachheit halber mal Pharma-Industrie), welche ein starkes Interesse daran haben, dass die Leute krank sind, warum ganz einfach, weil sie ansonsten kein Geld mehr verdienen würden. Natürlich kann jeder mal einen Schnupfen haben oder ein wenig rumhüsteln und man ist dankbar dafür, wenn für all die kleinen Wehwehchen das richtige Kraut gewachsen ist, damit es hoffentlich bald schon wieder besser geht, doch was hier betrieben wird grenzt wirklich schon an Wahnsinn, Mediziner und Pharmakologen machen ein riesen Geschäft mit den vermeintlichen Krankheiten anderer und erfinden deshalb stets wieder ein paar neue Krankheiten dazu, wofür sie auch gleich das passende Medikament parat haben.

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Hallo Tobi,

endlich mal eine Weihnachtsfrage, bei der ich ebenfalls Lust habe sie zu beantworten, nicht zuletzt, weil ich natürlich auch gerne den Parfüm-Gutschein hätte, da sich mein eigen kreiertes Düftchen langsam dem Ende entgegen neigt.

Abgedroschene Weihnachtsgeschenke gibt es wirklich wie Sand am Meer, aber besondere Frauen haben nunmal etwas Besseres verdient als irgendeinen 0815-Massenartikel von der Stange, darum finde ich es wirklich schön, dass du dir Gedanken darüber machst und deine Holde wird es sicherlich auch zu schätzen wissen. Nun, ein paar Vorschläge kann ich dir sicher geben, hoffe allerdings, dass du auch Verständnis dafür hast, dass ich die besten Ideen natürlich für meine eigene Traumfrau für mich behalte.

Wie wär´s z.B. mit einem Bilderbuch, in welchem eure schönsten Momente zu zweit verewigt sind und auf der letzten Seite ein Bild von euch beiden als Hintergrund das Reiseziel, wo deine Liebste schon seit langem mal hinwollte und daran angeheftet zwei Flugtickets für euren nächsten gemeinsam Urlaub dorthin.

Falls du schriftstellerisch ein wenig begabt bist kannst du ihr ja ein Buch mit einer schönen Liebesgeschichte mit euch beiden in den Hauptrollen schreiben oder insofern du etwas mehr Talent besitzt als die meisten DSDS-Kandidaten ihre Lieblingslieder nachsingen und als CD schenken, aber selbst wenn du quaken solltest wie ein Frosch im Weltraum wird sie sich garantiert darüber freuen.

Du kannst ihr ein Gutscheinheft mit einer bunten Auswahl wie erotische Massage bis hin zu Rasen mähen oder ihr einen Kuchen backen schenken. Wenn du denn schon mal ausnahmsweise zufälligerweise mit Schürze in der Küche stehst kannste deiner Maus auch noch gleich ein feines 5-Gang-Verwöhnmenü zaubern, welches du ihr ganz nach euren Vorlieben von Gang zu Gang mit einem Kleidungsstück weniger servieren kannst oder jeder Gang findet an einem anderen Ort statt, z.B. im Jacuzzi oder warum nicht festlich eingedeckt auf der Waschmaschine ;-)

Die Tipps helfen dir hoffentlich dabei ein wenig deine Kreativität anzuregen, aber letztendlich solltest du auch noch dein eigenes Köpfchen ein wenig anstrengen, denn deine Traumfrau hat es auch verdient ein Geschenk zu kriegen, welches wirklich von Herzen kommt und das kann niemand besser als du selbst.

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Kommen intelligente Menschen häufiger auf dumme Gedanken?

Klar, so ziemlich jeder von uns hat sich schon mal überlegt, dass es doch ganz schön wäre die Bank zu überfallen, um schnell an viel Geld zu kommen, aber den Gedanken daran auch ziemlich rasch wieder verworfen, weil es erstens gegen das Gesetz ist, einem der Mut dazu fehlen und man nicht im Knast landen will, wodurch man seine Familie und Freunde verlieren könnte und überhaupt sind die Sicherheitssysteme heutzutage so ausgeklügelt, dass man mit seiner Aktion wohl kaum Erfolg hätte. Spätestens nach der Ocean´s Reihe wird wohl aber doch wieder der ein oder andere zumindest einmal mit dem Gedanken gespielt haben nicht auch ein paar kluge Köpfe zusammenzutrommeln, um ebenfalls ein Kasino auszurauben.

Das sind natürlich alles irrwitzige Ideen und in Echt ist eh alles nochmal anders als im Film, dennoch wird ich das Gefühl nicht los, dass sich hauptsächlich kluge Leute mit solchen Dingen beschäftigen während durchschnittlich Begabte solchen Gedankenspielereien nur wenig abgewinnen können und ihre Interessen eher wo anders liegen.

Wenn man sich nunmal so manche Greueltaten von Jugendlichen anschaut könnte man meinen, dass ich mit dieser Vermutung eher falsch liege, da ohne jetzt pauschalisieren zu wollen die Täter in der Regel eher einen niedrigeren Bildungsstand haben und ihre „Werke“ meist recht wenig künstlerischen Wert besitzen, da so manches lieblos dahingekritzelte Graffiti selbst ein 6-Jähriger noch besser hinbekäme, der gerade erst schreiben gelernt hat und es ist auch kaum als großartige Leistung zu bezeichnen ein paar Autoreifen aufzuschlitzen, Scheiben einzuschlagen oder wehrlose Omas zu beklauen, sofern die nicht rein zufällig Karate können.

Diese Form von Vandalismus ist häufig eine Folge purer Langeweile und erfordert nur wenig Intelligenz, es sei denn man gründet einen Fight Club und macht das Projekt Chaos draus.

Zwar heiß ich nicht Taylor Durden und möchte mir auch nicht unbedingt das Hirn wegblasen, aber die Idee mit einfachen Mitteln eine ganze Stadt zumindest zwischenzeitlich lahmzulegen und damit all die arroganten, reichen Säcke zu schocken gefällt mir ziemlich gut, nur leider hab ich noch nicht die passenden Mitstreiter für mein Vorhaben gefunden, sodass ich wohl auch weiterhin eher kleine Brötchen backen muss.

Gestern gab es in meinem Hotel eine Veranstaltung für 185 Personen zur Feier einer 20-Jährigen ganz unter dem Motto Alice im Wunderland, bei der zwischen 20 und 40 Jahren so ziemlich alles dabei war, was sich deutscher Adel schimpft. Der Alkohol floss in Strömen, u.a. eine 9 Liter Flasche Laurent Perrier Champagner und ich so für mich überlegt habe, dass es bei diesem Umsatz doch wohl kaum auffallen würde, wenn ich ebenfalls 1 oder 2 Flaschen Schampus für mich mitgehen lasse, sozusagen als selbstgerechter Ausgleich für all meine unvergüteten Überstunden, was mir ohnehin seltenst einer dankt.

Würdet ihr sagen dieses Verhalten wäre falsch?

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Hat zwar eigentlich mit der Frage an sich recht wenig zu tun, aber es würd mich ärgern, wenn ich nun soviel Zeit damit verbracht hätte mir eine Antwort auf folgende gelsöchte Frage auszudenken, dass ich es einfach trotzdem irgendwie an den Mann oder die Frau bringen wollte:

http://www.gutefrage.net/frage/sprueche---kontersprueche-von-euch

Wenn hier jemand auf der Suche nach ein paar guten Sprüchen ist, darf natürlich auch eine kleine Auswahl von mir nicht fehlen.

Viel Spaß damit :)

Erzähls deinem Frisör.

Wenn es jemand anderen interessiert, geb ich dir Bescheid.

Falls du einen Termin mit mir ausmachen willst, meld dich einfach bei meiner Sekretärin.

Kommste bald zum Höhepunkt, ich hab schließlich nicht endlos Zeit.

Du solltest ins Zeppelin-Geschäft einsteigen, weil dein Gerede ist nichts weiter als heiße Luft.

Schon mal an eine Karriere als schlechtes Beispiel gedacht?

Keine Ahnung wovon du redest, aber ich werde mal meinen Psychologen um Rat fragen.

Neuerdings hatte ich eine Unterhaltung mit einem Zaunpfahl, die war spannender als mit dir.

Falls du jemanden zum reden brauchst, schenk ich dir meine Ziege.

Sogar John Wayne ist von dir gelangweilt.

Sorry, hatte grad noch meine Ohrstöpsel drin.

Tut mir leid, aber ich hab meinen Duden grad nicht dabei.

Wenn das lustig war, bin ich der Kaiser von China.

Falls du mir die Füße küssen willst, nur zu.

Bin noch auf der Suche nach einem Sklaven, haste Interesse?

Tut mir leid, aber ich bin schon vergeben.

Kann man dich auch durch meine Schwiegermutter ersetzen?

Ich kauf dir ne Tüte Mitleid.

Mein Mitgefühl hast du.

Soll ich dich mal in den Arm nehmen und knuddeln?

Schon mal an Suizid gedacht?

Gleich heute Abend bet ich einen Rosenkranz für dich.

Wenn ich du wär, wär ich lieber ich.

Für Leute wie dich wurde die Babyklappe erfunden.

Warst du schon immer so oder hattest du einen Unfall?

Wenn ich mich zwischen dir und Apple entscheiden müsste, würde ich jetzt Apple-Aktien kaufen.

Ich wollte mich gerne geistig mit dir duellieren, aber wie ich sehe bist du unbewaffnet.

Besser ich ruf schon mal die Feuerwehr, Stroh brennt nämlich so leicht.

Du steckst dir auch noch den Finger in den Po, weil du meinst so kommste nach Mexiko.

Du denkst auch noch Niveau sei eine Hautcreme.

Das nächste Mal solltest du versuchen die Suppe der Weisheit nicht mit einer Gabel zu essen.

Es ist nichts Schlimmes dabei einen kleinen Penis zu haben.

Wenn ich deine Nudel kochen müsste, verging mir der Appetit.

Wenn ich damals 10 Euro mehr gehabt hätte, wär ich heute dein Vater.

Deine Mudda raspelt Kokosnüsse für Bounty.

Du bist wirklich das Letzte, was die Welt noch gebraucht hat, aber shit happens.

Hast du nen Rührbesen verschluckt oder warum redest du soviel gequirlte Scheiße.

Schade, dass man dich nicht die Toilette runterspülen kann.

Wenn ich Durchfall hab, muss ich immer an dich denken.

Dummerweise bist du selbst nach 10 Bier noch nicht schön.

Vielleicht bekommst du dieses Jahr vom Weihnachtsmann ne Gesichtsoperation geschenkt.

Wenn du dich auf den Acker stellst, kann jede Vogelscheuche in Rente gehen.

Wenn man aus Dummheit Elektrizität gewinnen könnte, könntest du ne ganze Stadt beleuchten.

Wenn Dummheit laufen könnte, würdest du jeden Marathon gewinnen.

Wenn Dummheit rennen könnte, hätte Speedy Gonzales keine Chance gegen dich.

Wenn Dummheit eine hübsche Frau wär, würd ich dich sofort flachlegen.

Wenn man bei Google deinen Namen und Dummheit eingibt, bekommt man 6 Millionen Treffer.

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Vertrauen und Zuversicht auch in schwierigen Zeiten aufrecht erhalten. Wir macht man das?

Ich habe in meiner letzten Frage ja schon gut beschrieben, das ich zurzeit recht am Ende bin. Ich versuche dennoch immer wieder zuversichtlich zu sein. Mich aufzubauen, mir immer mal wieder Mut zuzusprechen und irgendwie einen klaren Kopf zu bewahren. Obwohl diese Vermutung "klarer Kopf" doch ziemlich übertrieben zu sein scheint, gelingt es mir immer mal wieder, etwas Vertrauen zu fassen. Und andererseits gleite ich doch immer mal wieder in die Welt der harten Selbstvorwürfe und lähmenden Angst, wo ich mich doch viel lieber in einem Loch verkriechen würde und hoffe, dass die Zeit an mir vorbei zieht, ohne mich in Stücke zu zerfetzen. Wobei ich damit ja keinen Schritt weiter komme, sondern mir eher Wege versperre.

Nun geht es mir in der Frage nicht darum, der glücklichste Mensch auf diesem Planeten zu werden oder darum, negative Gefühle zu verdrängen. Beides gehört zum Leben dazu. Doch würde mich schon interessieren, wie ich ein kleines Stückchen Zuversicht bei mir behalten kann, welches ich mir als kleinen Kraftspender vorstellen könnte, selbst wenn seine Wirkung nicht groß ist.

Es wundert mich zudem, dass es Menschen gibt, die sich in viel schwierigeren Situationen befinden als ich es mir vorstellen könnte und/oder denen es bei weitem schlechter geht als mir und sie dennoch in gewisser Weise Mut und Zuversicht sowie Vertrauen haben. Sie nehmen ihr Leben nicht leicht, aber etwas Hoffnung ist ihnen anzumerken. Und vergleichsweise (ohne jetzt direkt Beispiele zu nennen) sind meine Probleme sehr wahrscheinlich lösbar, wenn es auch Zeit braucht.

Vielleicht habt ihr ja einen Rat für mich, wie man in seinen schlimmsten Lebenskrisen immer ein klein wenig auf liebevolle Weise bei sich bleiben kann, um sich selbst ein wenig zu stützen, auch wenn man eigentlich denkt: "Irgendwie sehe ich hier nur noch schwarz!". Aber einen kleinen funkelnden Lichtpunkt gibt es ja fast immer, den man nur entdecken muss, um wenigstens für einen Moment sehen zu können.

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Hey Jacky,

ich will dir so gerne helfen, weiß aber nicht genau, ob bei dir mehr Streicheleinheiten angebracht oder ich doch besser mit dem Vorschlaghammer kommen soll, also versuch ich´s mal mit einer Mischung aus beidem.

Uns verbinden so viele Gemeinsamkeiten. Wir sind beide perfektionistisch veranlagt und äußerst kritisch mit uns selbst. Wir sind beide nicht auf den Kopf gefallen, aber auch in vielem unselbstständig und stellen uns bei einigem oftmals ziemlich schusselig an. Außerdem leiden wir beide unter einer mittelstarken Depression und kämpfen mit unserer mehr oder weniger stark ausgeprägten Sozialen Phobie, haben aber trotzdem schon im Kindergarten gearbeitet oder wie in meinem Fall in einem Hotel, wo man auch ständig mit Leuten zu tun hat, was eigentlich mitunter unsere größte Angst darstellt.

Das Einzige, was uns grundlegend unterscheidet ist der kleine Altersunterschied, dass ich dir bereits ein paar Jährchen an Erfahrung voraus habe, weshalb ich denke dir ein paar ganz gute Ratschläge geben zu können.

Ich habe es dir schon einmal gesagt, sage es dir aber auch gerne noch ein zweites Mal, dass du die Ausbildung auf jeden Fall zu Ende machen solltest, denn einerseits hast du momentan keine andere Perspektive und würdest in die Arbeitslosigkeit schlittern, außerdem hieße es, dass du aufgegeben hast, weil du den Widrigkeiten nicht gewachsen warst. Solltest du die Lehre nun doch abbrechen, fände ich das wirklich schade, aber letztendlich wirst du vor allem von dir selbst enttäuscht sein, dass du den Kampf so kurz vorm Ziel aufgegeben hast. Später wirst du dir denken wie dumm du doch gewesen sein musst, wo doch nur noch 1 Jahr vor dir gelegen ist, das du auch noch überstanden hättest und würdest es im Nachhinein gern anders machen. Nun ist jedoch noch keine Entscheidung getroffen und du hast die Chance das Ding bis zum Ende durchzuziehen. Danach kannst du ja immer noch sofort aufhören und wo anders weitermachen, aber du hast eine abgeschlossene Lehre in der Tasche, kannst erleichtert aufatmen und darfst wahnsinnig stolz auf dich sein, dass du es trotz all der Hürden und Steine, die dir in den Weg gelegt wurden doch geschafft hast, was dir nochmals einen ordentlichen Kraftschub verpassen und dein Selbstbewusstsein enorm steigern wird. Ich kann da wirklich aus Erfahrung sprechen, da ich während meiner Ausbildung ebenfalls gelernt habe, was es bedeutet zu leiden, von anderen verpönt und ständig nieder gemacht zu werden, aber ich hab mich von nichts und niemandem unterkriegen lassen und fühle mich dadurch stärker denn je.

Es ist auch grad egal zu was für einer Psychotante oder Seelenklempner du gehen willst, weil du das alles gar nicht brauchst.

Du bist genau wie ich wunderbar dazu in der Lage deine Situation genau zu analysieren und alles sachlich genau zu durchschauen, was auch deine Kommentare auf die Antworten zu deinen letzten Fragen zeigen, dennoch bist du nicht dazu in der Lage dein Problem selbst zu lösen, weil es eben nicht um die Leiden eines anderen geht, dem du mit deinen Ratschlägen super weiterhelfen kannst, sondern es dich selbst betrifft und damit alles gleich wesentlich komplizierter wird. Unser bester Freund, aber auch unser größter Feind ist der eigene Kopf, mit dem wir uns viel zu viele Gedanken machen und damit bloß selbst behindern. Wenn du zu einem Psychologen oder was auch immer gehst weißt du vorab eigentlich schon ganz genau, wo bei dir die Defizite liegen und wie sie sich beheben ließen, aber du fühlst dich nicht stark genug es selbst umzusetzen, sondern meinst mit der Hilfe zur Selbsthilfe durch einen „Professionellen“ weiter zu kommen, weil er dir zuhört und Mut zusprechen kann. Das ist ja alles schön und gut, das Dumme ist nur, dass selbst der sympathischste Arzt dies nur solange tun wird wie er dafür bezahlt wird und seine Sprechstunde dauert, danach bist du wieder auf dich selbst angewiesen und hast wiederum alleine mit denselben Problemen zu kämpfen wie zuvor auch.

Was du brauchst ist kein Möchtegern-Menschenversteher, sondern einen wirklich guten Freund oder Freundin, die immer für dich da sind, mit denen du über alles reden, zusammen Spaß haben und dadurch ganz automatisch deine Lust am Leben zurückzugewinnen bzw. zu steigern. Versuch so oft wie möglich dich unter Leuten zu tummeln, auch wenn sich dein innerer Schweinehund noch so sehr dagegen wehrt, aber du musst ihn an die kurze Leine nehmen und nicht anders herum. Hier Fragen zu diesem Thema auf GF zu stellen ist ebenfalls bereits eine Art Selbsttherapie, hilft dabei alles aufzuarbeiten und somit etwas Ballast von der Seele loszuwerden. Das ist schon mal ein guter Anfang, aber so hilfreich die Seite für das Gemüt auch sein mag, kann sie das echte Leben nur stellenweise ersetzen und du brauchst auch in deinem nächsten Umfeld ein paar Leute, mit denen du gut klar kommst und dich von allem anderen ablenken, was dir nicht gut tut.

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Kann ein Psychologe eigentlich auch einem Menschen helfen, der klüger ist, als er selbst?

Die Aufgabe eines Psychologen (bzw. Psychotherapeuten) ist es, einem Menschen Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, wenn dieser sie in Anspruch nehmen will. Je nachdem, ob die Chemie zwischen Therapeut und Patient stimmt, ist diese Hilfe erfolgreich oder aber auch nicht. Wie aber sieht es mit dem intellektuellen Unterschied aus? Kann der Psychotherapeut tatsächlich jemanden behandeln, der ihm gewissermaßen "überlegen" ist?

Ich stelle mir das so vor, dass auch jemand, der ziemlich klug ist, in seiner Problemsituation (vermutlich sogar über Jahre hinweg) bestimmte Abwehrmechanismen erlernt bzw. entwickelt hat. Vielleicht auch gerade wegen seiner intellektuellen (bzw. intelligenten) Fähigkeiten. Selbst wenn er sich helfen lassen möchte, sind diese Mechanismen instinktiv vorhanden und lassen sich nicht einfach abstellen. Eventuell kann sein Therapeut dann nicht zu ihm vordringen. Vermutlich könnten sich die beiden auf geistiger Ebene auch nicht verstehen und der Psychologe schätzt die Situation seines Patienten nicht ganz korrekt ein. Oder aber der hilfebedürftige Mensch beeinflusst seinen Helfer selbst auf gewisse Weise, so dass dieser ihm nicht richtig helfen kann.

Aber was ist dran an diesem Gedanken? Spielt es eine Rolle für den Erfolg der Therapie, ob einer von beiden klüger ist als der andere? Oder sind Sympathie und die empathischen Fähigkeiten des Therapeuten bedeutend wichtiger für eine möglichst erfolgreiche Hilfe?

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Hey Jacky,

die Frage gefällt mir so gut, als ob sie mir auf den Leib geschneidert wär, aber du hast dich ja bereits selbst geoutet, dass ich hierfür Model gestanden hab und die neue Kollektion somit auf meinem Mist gewachsen ist ;-)

Es soll Leute geben, die mir ein gewisses Maß an Intelligenz attestieren und da ein paar dieser Leute selbst ein wenig was in der Birne haben besteht sogar die Möglichkeit, dass sie damit recht haben, allerdings kann ich auch gleich Entwarnung geben für alle, die meinen mein IQ könnte mit dem eines Albert Einstein oder Stephen Hawking mithalten, dem ist nämlich nicht der Fall wie verschiedene Intelligenztests und meine 5 in Mathe beweisen. Nichts desto trotz möchte ich hier auch einmal mein Glück versuchen und mich in einer Antwort auf deine ratsuchende Frage versuchen.

Wie du bereits selbst richtig festgestellt hast gilt es nochmals zu unterscheiden zwischen den Begriffen Intelligenz, Klugheit und Weisheit. Es gibt zig Arten von Intelligenz, wovon der IQ eine hiervon ist, aber mit Sicherheit noch lange kein Maßstab für die Einschätzung eines Menschen bezüglich seiner Reife, Weisheit und Lebensintelligenz, zumal egal welche Form von Intelligenz nur eine Definition von Menschen ist, deren IQ und Klugheit wir ebenfalls nicht kennen und deshalb nur schwer Rückschlüsse auf die Aussagekraft solcher Werte ziehen können.

Ich halte dich für ein richtig kluges Mädchen und weiß, dass du dir viel Gedanken über solche und ähnliche Dinge machst, was dich einerseits auszeichnet, dich womöglich aber auch in deiner eigenen Entwicklung behindert. Wenn ich nun versuche dir einen Rat auf deine Frage zu geben könnte ich genauso gut nach dem Prinzip verfahren „Weniger ist mehr“ und dir im Namen der Queen, wie aus der Pistole geschossen, dieselbe Antwort geben wie Rainer007, dass das nichts mit klug zu tun hat, welche du dem Freud´schen Prinzip sei dank ja bereits als HA ausgezeichnet hast, jedoch wäre ich nicht ich, wenn ich meine Antwort nicht noch etwas mit dem typischen XFighter7-Flavour ausschmücken würde.

Zum Glück bin ich keins dieser bedauernswerten Ghetto-Kids, die mit 7 rauchen, mit 10 kiffen, sich mit 12 das weiße Zeug durch die Nase ziehen, letztendlich ihre eigenen Eltern erschießen, weil sie niemals fürsorgliche Liebe erfahren durften und sich ein paar Jahre später selbst den goldenen Schuss setzen, allerdings hat mich meine Mutter mit sieben Jahren ebenfalls mit zum Psychologen geschleppt, weil sie aus verschiedensten Gründen einfach nicht mehr mit mir klar kam. Anfangs durfte ich dort noch schöne Bilderchen malen, worauf ich allerdings schnell keinen Bock mehr hatte und deshalb nur noch mit meinem neuen Taschenmesser das Papier verkratzt habe. Also gings weiter mit Gesprächstherapie, aber auch davon war ich nur schwer zu begeistern und hab lieber mit einem Stoffball gegen die Glasscheibe gekickt oder mich an dem Zauberwürfel probiert, während der Psycho-Doc weiter auf meine Mutter eingelabert hat. Als Kind war mir damals noch nicht bewusst, welche Sorgen ich meiner Mutter zugegebenermaßen bereitet habe, im Nachhinein betrachtet kann ich nur sagen, dass diese achso hilfreiche Therapie mal rein gar nichts gebracht hat.

Nun bin ich ein paar Jährchen älter geworden, hab selbst schon viele Erfahrungen gesammelt, dabei einiges Negatives erlebt und auch so meine Problemchen. In den USA ist es ja bereits Mode geworden zum Psychiater zu gehen und spätestens nach dem Suizid von Robert Enke scheint das Thema Depressionen wieder in den Köpfen der Menschen angekommen zu sein, zumal ich weiterhin bezweifle, dass dadurch die Akzeptanz für diese Krankheit zugenommen und die Betroffenen von den meisten anderen weiterhin nur als Spinner belächelt werden, außerdem wird die Ernsthaftigkeit dieser Erkrankung zusätzlich dadurch in den Dreck gezogen, weil jeder, der mal einen schlechten Tag hat gleich meint er leide unter Depressionen.

Es gibt aber auch Menschen, die toleranter mit sowas umgehen, aber einen dennoch nur schlecht verstehen können, wenn man nicht selbst schon darunter gelitten hat und so lautet der sicherlich gut gemeinte Standard-Kommentar häufig, dass man sich doch bitte an professionelle Leute wenden soll und die einem auch besser helfen können, weil sie einen objektiveren Blick auf alles haben, als es einem selbst möglich ist, da die ganze Situation durch subjektives Empfinden getrübt würde. In den allermeisten Fällen mag das auch tatsächlich der Fall sein und vielen „normalen“ Menschen kann durch Psychologen, möglicherweise mit Unterstützung von Medikamenten geholfen werden, weshalb ich diese Mittelchen nicht prinzipiell verfluchen würde, solange der Nutzen die eventuellen Kosten überwiegt. Dummerweise ist das nicht bei allen so leicht und gerade kluge Leute stehen sich mit ihrer Intelligenz häufig nur selbst im Weg, wenn ihre Gedanken immer wieder um dasselbe kreisen und damit ihre Leiden nur zusätzlich verstärkt werden.

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Muss man als Mensch tatsächlich immer funktionieren?

Mir kommt es so vor, als dürfte man sich heutzutage weder Fehler noch Schwächen leisten. Was in einer Leistungsgesellschaft ganz klar zu sein scheint, wird aber auch im sozialen Miteinander vorausgesetzt. Wenn es um Leistung geht, wird ein nahezu perfektes Funktionieren vorausgesetzt. Nur minimale Fehler, die dann auch noch eine Seltenheit darstellen sollten, sind gestattet. Wenn es um das Soziale geht, ist es ähnlich. Zum einen sollte man individuell, aber dann wiederum auch konform sein. Auf der einen Seite sollte man immer seine eigene Meinung vertreten, auf der anderen Seite darf man aber auch nicht allzu weit von allgemeinen Standpunkten abweichen. Zudem ist es angebracht, sich mit seinem individuelle Standpunkt der Gemeinschaft anzupassen, um auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Das symbolisiert Zusammenhalt. Jedes andere Verhalten muss Vorurteilen und Verurteilungen stand halten. Und das schlägt meist ziemlich auf die Psyche, wenn man nicht hart gesotten ist. Aber auch Uneinigkeit bei sich selbst, wonach man sich nun richten soll, kann zu Gewissenbissen führen. Schnellstmöglich sollte man dann einen Weg für sich, der auch vereinbar mit dem Gemeinwesen ist, gefunden werden. Für angeschlagene Psychen, die sich nicht mehr zurecht finden, gibt es jetzt schon Hilfe, damit sie schneller wieder in Leben finden. Und trotz der wohl steigenden Akzeptanz bei der Allgemeinheit, gilt diese nur zu einem gewissen Grad. Wenn es sonst heißt, Ehrlichkeit sei etwas Gutes, kann diese auch Nachteile mit sich bringen. Das Verständnis hält sich in Grenzen je nach Krankheitsbild. Manche Krankheit scheint eine Gefahr, eine andere mehr ein sich Drücken vor den Anforderungen des Lebens. Aber auch die Menschen, die stabiler sind, müssen immer eine Fassade aufrecht erhalten. Am besten nie traurig oder übel gelaunt sein vor anderen. Immer in der Rolle bleiben. Ein Lächeln ist wichtig, genauso wie Höflichkeit. Aber einfach mal "Hallo" zu sagen, ohne das dabei ein Lächeln über die Lippen geht grenzt an Arroganz oder gar schon an miese Laune, die ansteckend ist oder einfach nur Trauer, die keiner sehen möchte. Das Leben ist doch schon miesepetrich genug. Man sollte es mit positiven Gedanken füllen und das geht schlecht, wenn man mit einer Heulboje oder einer Miesmuschel zu tun hat, die einen mit seiner Laune auch noch ansteckt. Dies zeigt, dass es auch eine andere Seite im Leben gibt.

So manches Mal habe ich hier Beiträge gelesen, in denen stand, dass der Antwortgeber nur dann mit seinen Mitmenschen hervorragend agieren und sie schätzen kann, wenn sie tadellos "funktionieren". Alles andere sei inakzeptabel. Auch im Reallife beobachte, höre und sehe ich täglich ähnliches. Aber muss man als Mensch tatsächlich immer funktionieren? Ist es nicht möglich auch mal aus seiner Rolle zu schlüpfen und sich selbst zu spielen? Besteht eine Chance so angenommen zu werden? Oder ist es doch klüger, ständig ein Bild zu vermitteln, was so nicht stimmt, und woran man zerbrechen könnte?

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Hi, ich weiß ziemlich genau was du meinst, alle Welt schreit nach mehr Persönlichkeiten, an denen man sich orientieren und zu den man aufschauen kann, aber gleichzeitig wird jeder schräg begutachtet, der nicht im Mainstream mitschwimmt, merkwürdig nicht wahr. Ebenfalls auffällig finde ich wie viele Leute sich selbst für unheimlich cool halten und meinen sie wären was ganz Besonderes, dabei sind sie nichts weiter als Durchschnitt, aber es gibt einem einfach ein besseres Gefühl, wenn man denkt man hätte etwas an sich, was einen von der Masse unterscheidet, allerdings sollte man bedenken, dass wenn jeder Individualist sein will, sind auch alle wieder gleich.

Die Menschen sind in ihrem Denken höchst unlogisch, beispielsweise möchten viele Leute alt werden, aber nicht alt sein. Ebenso verhält es sich mit deiner Frage, dass gewunschen wird seine eigene Persönlichkeit mit einzubringen, aber man sofort auf die Finger geklopft bekommt, sobald man gegen den Strom schwimmt.

Was die von dir genannte Leistungsgesellschaft angeht bin ich der Meinung, dass es keine fairere Möglichkeit gibt die Qualitäten der Einzelnen miteinander zu vergleichen. Mir sträuben sich die Haare, wenn ich an unseren deutschen Sozialstaat denke, der jeden noch so faulen Sozialschmarotzer mit durchfüttert. Von mir aus könnten die alle auf der Straße landen und sich aus Mülltonnen ernähren, stattdessen schiebt man ihnen das Geld fürs Zuhause auf der Coach rumgammeln noch in den Hintern. Mir ist es komplett bums, ob ein Schwarzer oder ein Weißer den Job bekommt, ob ein Mann oder eine Frau die Firma leitet, das einzige Kriterium das zählen sollte ist Leistung und nichts sonst.

Nun kommen wir aber an den Punkt, welcher dich so sehr beschäftigt, nämlich dass man nur noch wie eine funktionieren soll und Schwäche unerwünscht ist. Ich behaupte, dass es ganz dir alleine überlassen ist, ob du dich diesem Leistungssystem unterwerfen willst und deine Arbeit erledigst wie eine Maschine oder nicht. Wie du bestimmt weißt, komm ich aus der Gastronomie. Keiner wird dort zu irgendetwas gezwungen, jedem steht jederzeit die Möglichkeit offen zu gehen, wenn einem seine Arbeit nicht passt, der Nächste wartet bereits darauf die Stelle zu übernehmen, einen Mangel an Kräften wird’s also niemals geben, warum also Rücksicht nehmen auf die Zimperlichkeiten eines Einzelnen? Du kannst entweder Scheide fressen und versuchen dich hochzuarbeiten oder steigst davor aus. Wenn sich jemand wirklich den Arschh aufreißt und jederzeit für den Betrieb da ist, der hat es einfach verdient gegenüber dem anderen bevorzugt zu werden, der immer nur mit halber Lust dabei ist und stets seine Wehwehchen hat. Nun musst du aber auch abwägen wieviel es dir wert ist die Karriereleiter nach oben zu klettern und welchen Preis du bereit bist dafür zu zahlen. Einerseits winken dir viel Geld, Ruhm und Anerkennung bzw. Neid (was ebenfalls ein beglückendes Gefühl sein kann), aber dafür gehen dir vielleicht andere Dinge wie Freundschaften und Freizeit flöten, so muss jeder abwägen, was ihm am wichtigsten ist.

Es gibt aber nicht nur einen Weg sich nach oben zu arbeiten, die einen schaffen es, indem sie in einen Arschh nach dem anderen kriechen und sich dabei zum Teil selbst verraten oder eben dadurch, dass sie sich von nichts und niemandem verbiegen lassen, sondern sich immer treu bleiben, dafür bedarf es jedoch einer besonderen Gabe, die es wert ist gefördert zu werden, obwohl man sich wenn nötig gegen alles widersetzt, eine ordentliche Portion Selbstbewusstsein und auch das gewissen Quäntchen Glück. Einige werden sogar gerade deswegen berühmt, weil sie sich trauen und die Stärke haben auch mal Schwäche zu zeigen und dafür von vielen anderen bewundert werden, dass sie sich immer treu bleiben, während sie sich den Zwängen des Konformen ausgeliefert fühlen. Ich stelle nun mal die These auf, dass es für einen „0815-Menschen“ (ich bin mir durchaus des Risikos bewusst mit solchen überheblichen Ausdrücken in deiner Sympathieskala wieder zu sinken, aber ich gehör eben auch zu denen, die meistens einfach sagen was sie denken, egal ob´s gefällt oder nicht) es klüger ist sich so gut es geht anzupassen während es für ambitionierte Menschen mit einer außergewöhnlichen Persönlichkeit ratsamer ist ihrem Stil treu zu bleiben auch wenn dies womöglich viel Durchhaltevermögen erfordert und man von vielen Seiten Schläge einstecken muss und das alles ohne Gewissheit auf Erfolg, doch wer nichts wagt, der nichts gewinnt.

Falls es dich interessiert wie ich es handhabe sag ich dir, dass ich mit meiner Art nun schon oftmals böse auf die Schnauze geflogen bin, sodass ich mir in manchen Situationen wirklich 2-mal überlege, ob ich meinen Senf dazugeben soll oder des guten Frieden Willens um weiteren unnötigen Stress zu vermeiden lieber mal schweigen sollte, allerdings habe ich mich niemals so weit geißeln lassen, dass ich irgendwann einfach alles hirnlos so glaube ohne zu hinterfragen, was mir als richtig vorgesetzt wird.

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Hey Quietschie,

deine Frage ist echt klasse und gehört auch für mich zu einem der letzten Mysterien unserer Menschheit.

Meines Erachtens nach kann der Mensch sich noch so zivilisiert und kultiviert fühlen wie er will, letztendlich ist er doch nur ein Nachfahre der Höhlenmenschen und dementsprechend stellenweise auch sein Verhalten und Denken stark davon geprägt.

Es gibt einige Orte, an denen dies klar zum Vorschein kommt und der Mensch in seinem Verhalten wieder in scheinbar längst vergessene Zeitalter zurückrutscht. Ein Beispiel dafür ist, wenn der Homo Sapiens in sein geliebtes Fortbewegungsmittel auf 2 Rädern, genannt Auto steigt. Sobald er in diesem Domizil auf Rädern sitzt und sich raustraut in die gefährlichen Wälder des Straßenverkehrs ist eine ganz merkwürdige Verwandlung festzustellen. All die erlernten guten Manieren werden mit einem Schwupp über Bord geworfen und es herrscht wieder Anarchie. Wer von nun an nicht die überlebensnotwendigen Techniken des lauten Hupens, Vogelzeigens und Scheibenwischers beherrscht wird schnell des Untergangs geweiht sein.

Ähnlich, wenn auch in etwas abgeschwächter Form verhält es sich im Supermarkt. Viele haben es vor allem an der Kasse besonders eilig, auch wenn die meisten davon nicht einmal wüssten warum eigentlich, wenn man sie danach fragen würde. Wie dem auch sei, wird dementsprechend ganz nach Darwin´s Prinzip Survival of the fittest bereits im Vorfeld um die besten Plätze in der Schlange gerangelt und gedrängelt was das Zeug hält.

Doch wer nun denkt, dieser knallharte Kampf ums Überleben sei beendet sobald man es geschafft hat sich soweit vorzuknaufen, dass man imstande ist seine kostbare Ware am Band abzulegen, der irrt gewaltig. So gibt es z.B. einige dreiste Zeitgenossen, die stets versucht sind jede sich ergebende Chance zu nutzen, wenn der Vorgänger keinen Trenner dazwischengelegt hat diesem womöglich noch ein Kuckucksei unterzuschmuggeln, indem man versucht die eigene Ware heimlich der des anderen beizulegen, sodass jener sie bezahlt, aber man selbst sie mit Nachhause nimmt, um sich so einen Futtervorteil gegenüber den anderen zu verschaffen. In etwa Ähnliches gilt, sollte man es versäumen hinter seine eigenen Waren so ein Teil zur optischen Trennung zu legen. Dies würde dem Nachfolger eventuell implizieren, dass man versucht sich auf dessen Kosten durchzuschmarotzen, falls es einem gelingt vielleicht noch ein Würstchen oder ne Gurke unbemerkt auf seine Beuteseite zu ziehen.

Um es mal auf den Punkt zu bringen, ich hab zwar keine vernünftigere Erklärung parat als diese, aber es ist mir schon des Öfteren vorgekommen, dass ich ziemlich böse Blicke geerntet habe, wenn ich mir mal den Fauxpas erlaubt habe keinen Trenner dazwischen zu legen, ganz gleich, ob als Abgrenzung zu meinem Vor- oder Nachgänger. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob zwischen den einzelnen Waren nur 5cm Abstand sind oder ein halbes Fußballfeld. Der gemeine Mensch neigt einfach dazu sein Gebiet und Herrschaftsbereich samt Eroberungen eindeutig abzugrenzen und da es nicht mehr ganz so gut ankommt in der Öffentlichkeit an irgendwelche Bäume zu urinieren, möchte man doch wenigstens an der Supermarktkasse für klare Verhältnisse sorgen.

Da ich mich nun im Großen und Ganzen für ein recht aufgeklärtes Wesen halte und es nicht für nötig empfinde durch meine Spuckkünste auf den Trottoir meinen Marktwert im Fortpflanzungsbereich zu beweisen versuche ich von vornherein jeglichen Auseinandersetzungen um Gebietsabgrenzungen aus dem Weg zu gehen, indem ich des guten Frieden Willens einfach vor und hinter mir so ein Teil hinmach.

Und wenn es dann auch noch Oma Gerlinde schafft innerhalb weniger Minuten ihr Kleingeld so zusammenzukramen, dass sie die 8,97 € passend bezahlen kann, steht einem geruhsamen Feierabend auf der Coach mit einem kühlen Bierchen doch nichts mehr im Wege :D

Liebe Grüße

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