Einfach nach dem Ausschlussprinzip:

CSU-Grüne: Hätte von allen möglichen Regierungen die breiteste Mehrheit, passt aber inhaltlich in keiner Weise. Die CSU müsste sich dafür politisch um 180 Grad drehen, was nicht passieren wird.

CSU-AfD: Würde inhaltlich am besten passen, wird die CSU aber (noch) nicht machen. Das hieße ja, die inhaltliche Ähnlichkeit zur AfD einzugestehen, die momentan geleugnet wird (man beschimpft ja auch jeden, der darauf hinweist).

CSU Minderheitsregierung: Wäre interessant, aber die CSU ist nicht so innovativ und risikofreudig.

CSU-SPD: Problemlage ähnlich wie bei den Grünen.

Also bleibt nur CSU-Freie Wähler-FDP übrig als einzige Koalition, die nicht aus irgendwelchen Gründen quasi ausgeschlossen ist.

Führen wird diese Regierung meiner Ansicht nach aber nicht Söder, sondern z.B. Joachim Herrmann, Ilse Aigner, Manfred Weber, Alexander Dobrindt oder Andreas Scheuer.

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Ja. Der Neoliberalismus steht Regulierungen der Wirtschaft und des Marktes tendenziell sehr ablehnend gegenüber. Genau solche Regulierungen wären aber notwendig, um den Klimawandel zu bekämpfen. Der Neoliberalismus lehnt daher letztlich auch einen effektiven Kampf gegen den Klimawandel ab, da dieser deutliche Regulierung erfordern würde.

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Die Sache ist ganz einfach die: In Deutschland gilt das Grundgesetz. Und ein allgemeines Verbot der Burka, des Niqab oder gar des Tschador ist mit dem Grundgesetz klar unvereinbar.

Das hat z.B. das wissenschaftliche Dienst des Bundestages 2014 in einem Gutachten festgestellt: https://www.bundestag.de/blob/419496/00f00954574cba407959a8aae2a82caf/wd-3-302-14-pdf-data.pdf

Kurz zusammengefasst: Das Tragen der Burka ist vom Schutzbereich der Religionsfreiheit umfasst, da es auf einem als bindend angesehenen religiösen Gebot beruht. Ein Eingriff liegt ebenfalls vor.

Eingriffe in die Religionsfreiheit können nur durch kollidierendes Verfassungsrecht gerechtfertigt werden. Dabei müssen sie verhältnismäßig sein. Es ist vorliegend aber schon kein kollidierendes Verfassungsrecht erkennbar, das ein Burkaverbot rechtfertigen könnte. Auf jeden Fall ist keines erkennbar, durch das so ein Eingriff auch verhältnismäßig wäre.

Ein komplettes Burkaverbot wäre als verfassungswidrig. Selbiges gilt dann natürlich auch für ein Verbot weniger extremer Formen der Verschleierung.

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Nach einer Studie der Uni Mannheim reicht bereits ein ausländischer Name, um bei oblektiv gleicher Fehleranzahl auf Grund eines ausländischen Namens schlechtere Noten zu bekommen.

Da hast du doch deine Antwort. Sie lautet ja. Denn Diskriminierung ist ungerechtfertigte Ungleichbehandlung aufgrund der Zugehörigkeit zu einer Gruppe. Und wenn Menschen mit ausländisch klingendem Namen bei gleicher Fehlerzahl aufgrund ihres Namens schlechtere Noten erhalten, dann werden sie ungerechtfertigt ungleich behandelt, weil sie einen ausländischen Namen haben (d.h. weil sie Migranten sind bzw. dafür gehalten werden).

Das ist absolut klar; es zu diskutieren, ist nicht sinnvoll. Sinnvoll ist nur, zu diskutieren, was man dagegen tun kann.

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Erstens ist er ziemlich unbekannt, hat dazu keine ausreichenden politischen Erfahrungen.

Zweitens ist er ein Ewiggestriger. Er hat eigentlich auf keines der Probleme unserer Zeit eine sinnvolle Antwort, die meisten- u.a. Klimawandel soziale Spaltung- würde er eher noch verschlimmern. Dadurch ist er noch schlechter als Merkel, die zwar die wichtigen Probleme i.d.R. nicht angeht, sie aber meistens auch nicht schlimmer macht.

Und Drittens gehört er zum rechten Flügel der Union. Traditionell werden in Deutschland aber eher zur politischen Mitte hin orientierte Politiker Kanzler. Das verschlechtert seine Chancen natürlich erheblich.

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Unvollständige Liste von Philosophen, die nicht depressiv wurden:

  • Sokrates
  • Aristoteles
  • Platon
  • Demokrit
  • Epikur
  • Seneca
  • Plotin
  • Augustinus
  • Averroës 
  • Thomas von Aquin
  • John Locke
  • Thomas Hobbes
  • Immanuel Kant
  • G.W.F. Hegel
  • John Stuart Mill
  • Charles S. Peirce
  • William James
  • Martin Heidegger
  • Theodor W. Adorno
  • Edmund Husserl
  • Jacques Derrida
  • Willard Van Orman Quine
  • Donald Davidson
  • Hillary Putnam
  • Nicholas Rescher
  • Jürgen Habermas
  • Karl Popper

Und jetzt nenn du mir doch mal ein paar Philosophen, die depressiv geworden sind.

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Geht es ihm mit seiner Religion momentan schlecht? Schadet er damit jemanden (und Nervigkeit ist kein Schaden)?

Wenn nein, dann solltest du es lassen- und das sage ich dir als Atheist. Es ist wenig erfolgsversprechend, und es sorgt nur für unnötige Konflikte. Schlimmstenfalls macht es eure Freundschaft kaputt.

Die Sache ist nämlich grundsätzlich die: Vernünftigerweise sollte man einen Meinungsstreit nur dann austragen, wenn er praktische Relevanz hat. Einen Menschen von einer Meinung abbringen zu wollen, die man falsch findet- die vielleicht auch falsch ist-, obwohl diese Meinung sein Verhalten nicht negativ beeinflusst, schafft nur unnötige Konflikte und ist daher unvernünftig. Es ist am Ende reine Rechthaberei.

Das solltest du gegenüber deinem Freund bedenken.

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Dass es Lohnunterschiede gibt, bestreitet niemand. Was diskutiert wird, ist, ob es durch Diskriminierung hervorgerufene Lohnunterschiede gibt. Man muss aber auch hier klar sagen, dass auch diese Diskussion eigentlich sinnlos ist; es ist tatsächlich extrem gut belegt, dass zumindest ein Teil der Lohnunterschiede durch Diskriminierung bedingt ist. Die Leute, die das bestreiten, sind i.d.R. entweder Ahnungslose oder Spinner.

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Der heutige Zustand der Mainstream-VWL ist, kurz gesagt, bedauerlich. Streng genommen müsste man sie eigentlich als Pseudowissenschaft einordnen. Denn dass ihre Thesen zu einem erheblichen Teil falsch sind, ist schon lange bekannt; trotzdem wird daran festgehalten.

Ursachen für diesen Zustand sind einerseits die anti-empirische Ausrichtung der Mainstream-VWL, andererseits das Fehlen jeglicher Interdisziplinarität.

Zuerst ist das erkennbar am Modell des homo oeconomicus. Dieses Modell besagt ja, dass Menschen die Maximierung monetären Gewinns als alleiniges Ziel haben, vollkommen rational handeln und zumindest auf lange Sicht über vollständige Information verfügen.

Offensichtlich ist dieses Modell menschlichen Verhaltens falsch. Es widerspricht empirischen Belegen, es steht auch im Widerspruch zu den Erkenntnissen anderer Sozialwissenschaften, die zeigen, dass menschliches Verhalten stark von irrationalen Dingen wie sozialen Beziehungen, Emotionen, sozialen Rolle, sozialer und kultureller Identität oder kulturellen Werten beeinflusst wird.

Und da die Mainstream-VWL ihrer Theoriebildung dieses völlig falsche Modell menschlichen Verhaltens zugrundegelegt hat, kann sie die reale Wirtschaft nur schlecht erklären. Z.B. hat die Mainstream-VWL keine Erklärung für so gut dokumentierte Phänomene wie Diskriminierung am Arbeitsmarkt oder Spekulationsblaßen.

Ein weiteres Zeichen dieses Problems ist die Idee, ökonomische Theorien wären in vergleichbarem Maße allgemeingültig wie Naturgesetze. Es wird also behauptet, man könne universell gültige Aussagen über das Verhalten von Menschen in so spezifischen und hochgradig sozialen Situationen wie etwa einen Finanzmarkt treffen.

Diese Idee steht im Widerspruch einerseits zu durch andere Sozialwissenschaften nachgewiesenen und erforschten Phänomenen wie sozialen und kulturellem Wandel, die dazu führen, dass das Verhalten von Menschen sich je nach Gesellschaft und Zeit unterscheidet. Andererseits steht sich auch im Widerspruch dazu, dass Märkte nach der Systemtheorie komplexe adaptive Systeme sind: Daraus folgt, dass Märkte eben adaptiv sind, d.h. sie können sich an ihre Umwelt anpassen und lernen. Das setzt aber auch voraus, dass die einzelnen Agenten in ihnen sich anpassen und lernen, d.h. ihr Verhalten in bestimmten Situationen im Vergleich zu früher ändern.

Und dann, das dritte Anzeichen für dieses Problem: Die Mikrofundierung. Unter Mikrofundierung ist zu verstehen, dass die heutige Mainstream-VWL versucht, alle makroökonomischen Aussagen aus mikroökonomischen Aussagen herzuleiten. Einer der Gründe, warum der Keynesianismus trotz seiner überragenden praktischen Erfolge aufgegeben wurde, ist, dass er nicht mikrofundiert ist.

Problem nur: Märkte sind, wie schon erwähnt, komplexe adaptive Systeme. Das führt unter anderem dazu, dass es auf Märkte Emergenz gibt: Es tauchen also auf der Makroebene Phänomene auf, die auf der Mikroebene nicht existieren und die nur aus dem Zusammenspiel von deren Elementen entstehen, also nicht auf bestimmte Elemente auf der Mikroebene zurückgeführt werden können. Solche emergenten Phänomene können natürlich in einem rein mikrofundierten Modell nicht eingebaut werden.

Das wären jetzt mal die drei meiner Meinung nach gravierendsten Fehler der heutigen Mainstream-VWL, die alle darauf basieren, dass die Mainstream-VWL wenig Wert auf Empirie und Interdisziplinarität legt. Natürlich gibt es noch andere schwerwiegende Fehler, z.B. die i.d.R. sehr unrealistischen Annahmen, auf denen die Modelle der Mainstream-VWL meistens aufbauen.

Ansonsten würde ich dir empfehlen, dich mit heterodoxer Ökonomie zu beschäftigen, z.B. Postkeynesianismus, Verhaltensökonomik (erhält immer mehr Anerkennung, könnte die Mainstream-VWL ablösen), Neuer Wirtschafssoziologie, Marktsoziologie, cultural economics, Identitätsökonomik.

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Nein. Oder zumindest habe ich keine irgendwie zuverlässigen Belege dafür, dass man vom Musikgeschmack auf die Intelligenz eines Menschen schließen könnte. Meine Vorurteile sagen mir zwar, dass ein Bushido-Hörer sicher weniger intelligent ist als ein Beethoven-Hörer; aber Vorurteile sind nicht wirklich zuverlässig.

Ich antworte also mit nein.

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Schauen wir doch mal an, was ein Einwanderungsland ist:

" Der Begriff Einwanderungsland beschreibt einen Staat, dessen Bevölkerung durch Einwanderung von Personen aus anderen Ländern stark anwächst oder in dem Einwanderer einen wesentlichen Teil der Bevölkerung stellen" (Wikipedia)

"Ein Einwanderungsland beschreibt einen Staat, der stark durch Einwanderungen von Personen aus anderen Ländern geprägt ist und dessen Bevölkerung aufgrund dessen bedeutend zunimmt." (IKUD)

"Land, in das Menschen bevorzugt einwandern"(Duden)

Und jetzt wenden wir diese Definitionen an:

Wikipedia-Definition: Bevölkerungswachstum in Deutschland war in den letzten Jahren primär durch Einwanderung getrieben. Auch haben in Deutschland mehr als 20% der Einwohner einen Migrationshintergrund; das ist sicher ein wesentlicher Teil der Bevölkerung.

IKUD-Definition: Unterscheidet sich inhaltlich nicht von der Wikipedia-Definition.

Duden-Definition: Deutschland zieht deutlich mehr Einwanderer an als die allermeisten anderen Länder; genau genommen ziehen nur die USA noch mehr Einwanderer an. Deutschland ist also ein Land, in das Menschen bevorzugt einwandern.

Sprich: Alle drei Begriffe führen übereinstimmend zu dem Ergebnis, dass Deutschland natürlich ein Einwanderungsland ist. Auch alle anderen, rational vertretbaren Begriffe des Einwanderungslands führen zu diesem Ergebnis.

Deutschland ist also ein Einwanderungsland, und zwar wohl schon seit Jahrzehnten. Daran gibt es nichts zu rütteln.

Thema "offiziell dazu erklären": Was soll das bedeuten? Sogar Angela Merkel hat mittlerweile anerkannt, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist. Die einzige, die das noch leugnen, sind allerschlimmsten Ewiggestrigen- also AfD, CSU, rechter Flügel der CDU.

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Warum sind so viele Menschen gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen?

Ich habe mit meinen Physikvideos und Inhalten auf meiner Webseite Tausenden Schülern geholfen, Physik zu verstehen und in der Schule besser zu werden. Für meine Arbeit habe ich keinen einzigen Cent von den Besuchern und Zuschauern verlangt, weil ich fest davon überzeugt bin, dass Wissen für jeden frei zugänglich sein muss. Jedes Lernvideo, jeder Lernartikel, jede wissenschaftliche Arbeit - dürfen nicht an einen Preis gebunden sein. Wovon soll ich aber leben, wenn ich alles kostenlos anbiete? Ich arbeite hart daran, möglichst vielen Schülern und Studenten ihren Bildungsweg zu erleichtern und trotzdem lohnt sich finanziell meine Arbeit nicht. Warum nicht? Weil Arbeit ungerecht ist! Ein Profi-Fußballer bekommt Millionen fürs Herumkickern, während ein Krankenpfleger oder ein Müllmann um viele Größenordnungen weniger verdient, obwohl er mindestens genauso viel Arbeit leistet, wie ein Fußballer. Die Arbeit des Krankenpflegers oder des Müllmanns ist aus manch einer Sicht sogar nutzvoller und sozialer als die eines Fußball-Profis, denn wenn alle Fußballer verschwinden, wird die Welt nicht untergehen; wenn aber alle Krankenpfleger und Müllmänner boykottieren würden, dann hätten wir ein gewaltiges Problem! Die Omis und Opis würden verrecken und die ganzen Städte wären mit Müll überflutet, weil den Scheiß niemand entsorgt. In der Zukunft werden Krankenpfleger und Müllmänner aber noch mehr Ungerechtigkeit erfahren, denn ihre Berufe werden durch Maschinen ersetzt; ein Fußballer wird aber weiterhin seine Millionen verdienen. Deshalb sollte ein universelles Grundeinkommen eingeführt werden, das zumindest für alle Menschen ein Existenzminimum gewährleistet; ohne darauf zu schauen, was sie genau an Arbeit leisten, sei es Fußballspielen, alte Menschen pflegen, unsere Städte sauber halten, Schülern etwas beibringen oder in der Kälte sitzend nach dem Geld betteln. Alles stellt irgendwie eine Arbeit dar; aus einer Sicht ist sie sinnvoll und zu gut bezahlt; aus der anderen Sicht eher nicht sinnvoll und wird überhaupt nicht bezahlt. Genau wegen dieser Subjektivität, darf die Arbeit aus moderner Sicht nicht das finanzielle Existenzminimum beeinflussen.

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Weil es nun einmal kein funktionierendes und sozialverträgliches Modell zur Finanzierung eines Grundeinkommens gibt. Und solange es das nicht gibt, ist die Forderung nach einem Grundeinkommen einfach nur unseriös.

Die Sache ist nämlich die: Viele Befürworter eines Grundeinkommens gehen davon aus, dass das Grundeinkommen alle anderen Sozialleistungen ersetzen könnte. Das ist aber nicht der Fall. Die gesetzliche Krankenversicherung (220,7 Milliarden Euro) könnte man auch mit BGE nicht abschaffen, weil sich auch mit einem Grundeinkommen viele Menschen keine ausreichende private Krankenversicherung leisten könnten.

Die staatliche Rentenversicherung (293 Milliarden Euro) kann man dagegen aus verfassungsrechtlichen Gründen nicht einfach so abschaffen. Und viele Leistungen sind etwa nicht-monetär (z.B. die meisten Leistungen der Jugend- und Sozialhilfe, 78 Milliarden Euro) und daher nicht durch das Grundeinkommen als monetäre Leistung ersetzbar. Auch viele Leistungen, die der Förderung bestimmter, konkreter Zwecke dienen, z.B. das Elterngeld (dient der Vereinbarkeit von Beruf und Familie), und deshalb ebenfalls nicht einfach ersetzt werden können.

Wenn man die Minderheit der gegenwärtigen Sozialleistungen, die tatsächlich durch ein BGE ersetzt werden können, abzieht, bleibt bei jedem Modell, das ein BGE in sozialverträglicher Höhe vorsieht, ein ziemlich hoher Betrag übrig, der noch nicht gegenfinanziert ist.

Momentan gibt es keinen Vorschlag dafür, diesen Betrag zu finanzieren, der nicht wirtschaftlich gefährlich wäre. Und solange sich das nicht ändert, ist das BGE ein unseriöses Konzept.

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Warum haben illegale Migranten das Recht den deutschen Staat zu verklagen?

Weil nach Art. 19 IV GG eine Rechtsschutzgarantie besteht. D.h. jedermann (steht so im Wortlaut; allerdings ist jede Grundrecht ein Jedermanngrundrecht, sofern nicht aus dem Wortlaut des GG etwas anderes hervorgeht) kann gegen ihn belastende Maßnahme des Staates klagen.

Und warum muss der deutsche Staat das auch noch bezahlen?

Damit die Rechtsschutzgarantie nicht nur auf dem Papier, sondern auch real besteht. Dafür muss es Menschen unabhängig vom Geldbeutel möglich sein, zu klagen.

Mindestens bei negativen Urteil, wenn also bestätigt wird, dass der illegale Migrant kein Recht hat hier zu sein, müsste man diesen doch für seine Behinderung der Justiz belangen.

Erstens gibt es keine Straftat "Behinderung der Justiz". Und zweitens würde eine strafrechtliche Belangung Menschen, die erfolglos gegen einen staatlichen Eingriff geklagt haben, die Rechtsschutzgarantie ebenfalls ins Leere laufen lassen.

Außerdem müssten die linksextremen "ehren"amtlichen Berater der illegalen Migranten nicht für Beihilfe zur Behinderung der Justiz belangt werden?

Erstens sind nur die allerwenigsten Personen, die in der Flüchtlingshilfe tätig sind, linksextrem. Und zweitens gilt hier das gleiche wie bei einer Verfolgung von Flüchtlingen, die gegen ablehnende Bescheide klagen.

Ansonsten: 40% der zulässigen Klagen gegen ablehnende Bescheide des Bamf- und die Zulässigkeitshürden hier sind sehr hoch- sind erfolgreich. Das macht wohl insgesamt 20% der eingelegten Klagen- das ist ein zumindest relevanter Anteil an rechtsfehlerhaften Bescheiden. Solange sich daran nichts ändert, muss es die Möglichkeit der Klage weiterhin geben.

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Wäre mir nicht aufgefallen. Mir ist eher aufgefallen, dass von einer gewissen Seite des politischen Spektrums gerne abweichende Personen als moralisierend diffamiert werden und jede Form von Moral abgelehnt wird.

Das ist z.B. in der Flüchtlingspolitik der Fall, aber auch ansonsten. Ich erinnere mich noch daran, dass im Zuge der Paradise-Papers-Diskussion teilweise erklärt wurde, die Geschehnisse seien legal gewesen und damit sei jede Kritik illegitim. Insbesondere sei es illegitim, hier moralisch zu argumentieren.

Jetzt mal an dieser Stelle eine kurze Begriffserklärung: "Moral" ist einfach die Gesamtheit der Prinzipien, nach denen ein Mensch handelt. Dementsprechend ist dann jede Aussage darüber, was man tun soll, eine moralische Aussage.

Zweite Begriffserklärung: "Vernunft" bzw. "vernünftig". Vernünftig ist eine Haltung dann, wenn sie auf Basis rationaler Argumente vertretbar ist.

Beide Haltung, die du beschreibst, sind also moralisch. Die von dir als moralisch gekennzeichnete Haltung ist dabei auch vernünftig: Es gibt viele rationale Argumente, die für eine Flüchtlingsaufnahme sprechen: Z.B. das utilitaristische Argument- die Folgen einer Nichtaufnahme von Flüchtlingen wären verherend.

Anders sieht es mit der von dir als vernünftig bezeichneten Position aus: Es gibt keine Argumente, die jetzt oder in Bezug auf das Szenario des Jahres 2015 gegen eine Flüchtlingsaufnahme sprechen. Insbesondere gibt es keine Überforderung Deutschlands; unsere Möglichkeiten sind größer, als viele denken, und sie sind noch längst nicht erschöpft. Wir bräuchten mindestens ein zweites 2015, um auch nur in die Nähe einer Überforderung zu kommen.

Also, kurz zusammengefasst: Erstens gibt es keine Verhinderung sachlicher Politik durch Moral, sondern nur eine Diffamierung unerwünschter Positionen als moralisch. Zweitens ist jede politische Forderung eine moralische Position. Und drittens ist die von dir als moralisch bezeichnete Position vernünftig, die Gegenposition dagegen nicht.

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Würde sie mal so einordnen (von rechts nach links):

NPD (Rechtsaußen)- AfD (rechts bis rechtsaußen)- CSU (Mitte-Rechts bis Rechts)- CDU (Mitte-Rechts)- FDP (Mitte bis Mitte-Rechts)- SPD (Mitte bis Mitte-Links)- Grüne (Mitte-Links)- Linke (Links)

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