Märkte als Folge von Unterdrückung (und nicht weil Menschen so gerne tauschen)?

Es wird ja weitläufig angenommen, dass sich Märkte aufgrund der "natürlichen Neigung des Menschen zum Tauschhandel" gebildet hätten. Adam Smith ist glaube ich der Urheber dieser Idee.

Allerdings scheint diese Idee falsch zu sein. Fabian Scheilder schreibt in seinem Buch "Das Ende der Megamschine" folgendes: "Weder die historische Forschung, noch die vergleichende Anthropologie liefert Beispiele für Gesellschaften, in denen sich aus einer nicht-marktförmigen Ökonomie durch die langsame Verbreitung von Tauschbeziehungen und Arbeitsteilung wie von selbst schließlich Märkte und Geld durchgesetzt haben."

Märkte hätten sich als eher eine Folge der Einführung des Geldes (Metallurgie) und des enstehenden Imperialismus im 6. Jh. n.Chr. in Griechenland waren: das Miliär musste seine Soldaten irgendwie versorgen, also zwang man die Landbevölkerung zu Abgaben (Steuern). Zuerst in Form von Lebensmitteln, später in Form von Geld. Um diese Steuern zahlen zu können, mussten die Bauern mehr produzieren, als sie eigentlich brauchten...und schwups...hatte man Märkte...(und Schulden).

Märkte sind demnach vor allem eine Folge von Unterdrückung und Machtkonzentration sind...und keineswegs die Folge natürlicher Neigungen.

Kann es sein, dass Geld und Märkte heute immernoch dieselbe Funktion erfüllen wie zur ihrer Entstehungszeit?

Wirtschaft, Politik, Recht, Ethnologie, Finanzwirtschaft, kapitalismus, Marktwirtschaft, Ökonomie, Philosophie und Gesellschaft, Wirtschaft und Finanzen
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Haben Tiere mehr Verantwortung als Menschen?

Tiere müssen die Konsequenzen ihrer Handlungen meist sofort und direkt "ausbaden". Wenn ein Wolfsrudel sich ein zu starkes Tier, z.B. einen ausgewachsenen Wisentbullen als Beute aussucht...gibt es folgende Möglichkeiten:

  1. Sie treffen die Einschätzung, dass sie keine Chance haben, den Bullen zu erlegen ohne selbst verletzt zu werden und geben auf. Das Ergebnis wäre: Hunger und weiter nach geeigneterer Beute suchen. Dafür haben sie Energie gespart und keine Verletzungen davon getragen.
  2. Sie versuchen ihn zu erlegen, mit dem Risiko, verletzt zu werden und am Ende doch zu Scheitern. Daraus ergeben sich weitere 2 Möglichkeiten:
  3. Nach einem langen Kampf erlegen sie den Bullen. Ergebnis ist möglicherweise ein oder mehrere verletzte Wölfe, aber ein riesen Berg Fleisch, der sie 2 Wochen lang ernährt.
  4. Nach einem langen Kampf geben die Wölfe auf. Der Bulle ist zu stark und lässt sich nicht erlegen. Das Ergebnis wäre noch verheerender als im ersten Fall. Sie wären immernoch hungrig, haben eine Menge Energie umsonst verpulvert und sind verletzt, was die Überlebenschancen des Rudels stark verringert.

In allen Fällen tragen die Wölfe die Konsequenzen ihrer Entscheidungen direkt und ohne Ausfluchtsmöglichkeit. Wenn sie sich verletzen, kann ihnen niemand helfen, außer sich die Wunden zu lecken. Es gibt für Wölfe nicht die Möglichkeit, Verantwortung abzugeben. Sie tragen das volle Risiko. Sie sind komplett auf sich gestellt.

Bei Menschen ist das oft anders: die Konsequenzen unserer Handlungen erfolgen oftmals zeitlich versetzt. Beispielsweise lassen wir uns unsere pestizidverseuchte Nahrung quer über den Erdball liefern...und die Konsequenz, nämlich z.B. die Verschmutzung der Atmosphäre und oder die Folgen des globalen Artensterbens, erlebt erst die nächste oder übernächste Generation. Man könnte also sagen, Menschen geben oft die Verantwortung an andere ab.

Heißt das also, dass nichtmenschliche Tiere "gezwungenermaßen" mehr Verantwortung übernehmen als Menschen? Würden Menschen sich vernünftiger verhalten, wenn sie volle Verantwortung für ihr Handeln übernehmen müssten?

Tiere, Menschen, Jagd, Psychologie, Ethik, Natur und Umwelt, Ökologie, Philosophie, Verantwortung
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