Die Masernimpfung wird für alle Erwachsene ab Geburtsjahrgang 1970 empfohlen und von den Kassen bezahlt. Für Personen, die vor 1970 geboren wurden, wird die Impfung nicht erstattet und wäre somit privat zu bezahlen. Dummerweise gibt es aktuell aber gar keinen Maser-Monoimpfstoff, man muss daher auf den Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln zurückgreifen. Dieser kostet ca. 49,- €.

Wer allerdings in der Kindheit bereits zweimal gegen Masern geimpft wurde, muss nicht erneut geimpft werden.

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Natürlich musst du das nicht bezahlen. Für die Ausstellung eines Rezeptes haftet der Arzt in medizinischer und bei Kassenrezepten auch in finanzieller Hinsicht. Der Arzt hat dir ein nicht erstattungsfähiges Präparat auf einem Kassenrezept verordnet. Das war alleine sein Fehler. Nun hat er eine Regressforderung der Kasse erhalten und muss die Kosten für das falsch verordnete Medikament ersetzen. Damit hast du nichts zu tun, denn du konntest dich darauf verlassen, dass die Verordnung des Präparates auf Kosten der Kasse korrekt war. Außerdem hättest du die Verordnung wahrscheinlich abgelehnt, wenn du gewusst hättest, dass du 77€ selbst hättest zahlen müssen.

Für den Fehler muss dein ehemaliger Arzt also ganz alleine gerade stehen, es ist schon eine Dreistigkeit, die Kosten von dir einzufordern.

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Dein Arzt handelt sowohl in medizinischer als auch in abrechnungstechnischer Hinsicht vollkommen korrekt.

Du hattest einen Herzinfarkt und bist somit chronisch krank, da du unter einer koronaren Herzkrankheit leidest. Daneben hast möglicherweise einen behandlungsbedürftigen Bluthochdruck und zu hohe Blutfettwerte. Zur Behandlung der KHK und der Nebendiagnosen gehört nicht nur, dass du regelmäßig deine Medikamente einnimmst, sondern dass dich dein Arzt auch regelmäßig sieht und sich "nebenbei" nach deinem Wohlbefinden erkundigen kann. Bei dieser Gelegenheit ergibt es sich sehr häufig, dass doch ein (Be-)Handlungsbedarf besteht, auch wenn der Patient sich grundsätzlich wohl fühlt. Genau dies ist auch der Grund, warum es keine Jahrespackungen gibt, denn der Arzt würde seine Patienten vollkommen aus den Augen verlieren.

Für die Ausstellung eines Wiederholungsrezeptes ohne persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt erhält ein Arzt eine Verwaltungspauschale von ca. 1,40€. Zur Abrechnung der Behandlungspauschale (schwankt je nach Bundesland und Alter des Pat.) muss jedoch mindestens ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt erfolgen. Es liegt daher nahe, dass der Arzt auch aus rein finanzeillen Gründen den persönlichen Kontakt pflegen muss. Diese Regelung exisitert übrigens bereits seit dem 1.1.2008, einige Ärzte haben das aber wohl nicht ganz so schnell realisiert. Würde ein Arzt seinen ganzen Chronikern die Wiederholungsrezepte nur von seinen Helferinnen über den Tresen reichen lassen, würde er sehr rasch pleite gehen - und du willst deinen Arzt doch noch ein paar Jährchen besuchen wollen?

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Medizinrecht Fehldiagnose Chiropraktiker - Lohnt sich der Gang zum Anwalt überhaupt

Hallo,

ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich zu folgendem Sachverhalt einen Anwalt konsultieren sollte. Ich bin mir sehr unsicher und möchte gern einfach mal die Meinungen von anderen hören, bevor ich losziehe und möglicherweise Geld für etwas ausgebe, das sowieso nutzlos ist.

Ich fasse es so kurz wie möglich:

2009 wurde ich an einer Bandscheibe im Lendenwirbelsäulenbereich operiert. 2012 bekam ich wieder Schmerzen in dem Bereich, die mit der Zeit immer schlimmer wurden. Ende 2012 suchte ich dann einen Chiropraktiker auf, dem ich meine Beschwerden (starke Schmerzen, die in das linke Bein ausstrahlen, Taubheitsgefühl im Fuß etc.) schilderte. Auch erzählte ich ihm, dass ich bereits an der Bandscheibe operiert wurde.

Mich wunderte, dass er eine Diagnose stellte, ohne meinen Rücken angesehen zu haben. Er meinte, es handele sich um eine "erworbene Fehlstellung", die er gut behandeln könnte. Meine Frage, ob es denn auch an der Bandscheibe liegen könnte, wurde verneint.

Ich ging dann knapp 7 Wochen 2x in der Woche zu ihm zum "Einrenken" und es wurde nicht sonderlich besser, zeitweise sogar schlechter. Dann hatte ich 6 Wochen später einen Nachsorgetermin. Ich erzählte ihm, dass keine spürbare Besserung eingetreten sei. Er meinte, nach ein paar weiteren Behandlungen würde es besser werden. Versteht sich von selbst, dass ich weitere Behandlungen ablehnte, denn meine Kosten lagen bis dahin bereits im vierstelligen Bereich.

Mein letzter Termin bei ihm war Anfang 2013. Da die Schmerzen weiter anhielten und ich teilweise nicht mehr arbeiten konnte, schickte mich mein Hausarzt zum MRT. Beim MRT im Oktober 2013 stellte sich ein erneuter Bandscheibenvorfall an der operierten Stelle und eine Osteochondrose Modic II in dem Segment heraus. Nun versuche ich mit Physiotherapie und Sport einer erneuten Operation aus dem Weg zu gehen.

Meine Frage ist nun, war das ein Fehlverhalten des Chiropraktikers? Hätte er ohne Röntgen oder MRT mit dem Wissen, dass ich bereits operiert war, überhaupt an der LWS rummanipulieren dürfen?

Bin für jede Meinung dankbar!

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Zur Beantwortung der Frage nach Schadenersatz steht das schuldhafte Handeln im Vordergrund, d.h, hätte der Chiropraktiker aufgrund seiner Ausbildung wissen müssen, dass er einen Fehler macht? Dazu ist nun wichtig zu wissen, welchem Beruf der Chiropraktiker nachgeht. Chiropraktiker ist nämlich weder ein eigenständiger Beruf noch eine geschützte Bezeichnung. Jeder darf sich so nennen, aber nur drei Berufsgruppen dürfen auch Patienten behandeln: Ärzte, Physiotherapeuten und Heilpraktiker.

  1. Wenn der betreffende Chiropraktiker Arzt ist, wird immer das zur Tätigkeit gehörende Facharztwissen zugrunde gelegt, in diesem Fall also das eines Orthopäden. Somit hätte der Arzt diverse orthopädische Leitlinien missachtet und könnte mit hoher Wahrscheinlichkeit erfolgreich auf Schmerzensgeld bzw. Schadenersatz verklagt werden.

  2. Wäre der betreffende Chiropraktiker Physiotherapeut, hätte er in erster Linie gegen das Heilpraktikergesetz verstoßen, da er ohne Arzt zu sein selbständig eine Diagnose gestellt und eine Therapie eingeleitet hat. Das wäre in erster Linie strafrechtlioch relevant, könnte bei einer Verurteilung aber auch zu einem Schmerzensgeldanspruch führen.

  3. Ist der Chiropraktiker dagegen Heilpraktiker, wird von ihm kein Fachwissen verlangt. Somit hast du in eine Behandlung durch einen medizinischen Laien eingewilligt und trägst dafür wohl selbst die Verantwortung. Die Gerichte haben in solchen Fällen den Geschädigten bislang nur selten ein Schmerzensgeld zugebilligt, und meist auch nur dann, wenn der Heilpraktiker gegen geltende Gesetze verstoßen hat.

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Nein, du musst mit der Impfung nicht von vorne beginnen. Jede Impfung zählt, und die angegebenen Abstände sind nur Mindestabstände, die nicht unterschritten werden dürfen. Die Grundimmunisierung gegen Tollwut kann also problemlos fortgeführt werden.

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Ja, das ist legal, solange kein lebensbedrohlicher Notfall vorliegt. Der Arzt hat als Freiberufler natürlich die Hoheit über seine Sprechstunde. Aufgrund der schlechten Honorierung durch die kranken Kassen ist es zudem oft eine betriebswirtschaftliche Notwendigkeit, Platz für Privatpatienten zu lassen, an denen der Arzt im Gegensatz zu Kassenpatienten noch etwas verdient.

Nur zu deiner Info: solltest du als sonst gesunder Mensch das zweite Mal in einem Quartal den gleichen Arzt aufsuchen, so verdient dieser in der Regel nichts mehr an diesem Besuch. Im übrigen sind Vertragsärzte (=Kassenärzte) verprflichtet, für Kassenpatienten nur 20 Stunden Sprechzeit pro Woche anzubieten. Was sie mit dem Rest ihrer Sprechzeit machen, bleibt alleine ihnen überlassen.

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Das eigentliche Lungenvolumem (Totalkapazität) wird sich durch reines Luft anhalten nicht oder nur unwesentlich vergrößern. Allerdings wird sich die CO2-Toleranz verbessern, man wird sogar schon nach kurzer Trainingsphase bemerken, dass der Zwang zum Atmen immer weiter hinausgezögert werden kann.

Durch intensives Apnoetraining kann die Totalkapazität dagegen tatsächlich vergrößert werden. Wesentlicher als die Totalkapazität ist für die Lungenfunktion jedoch die Vitalkapazität, also das austauschbare Luftvolumen, die Sekundenkapazität und der Atemgrenzwert.

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Du musst deine Versicherungskarte nur vorlegen, wenn du möchtest, dass die Behandlungskosten von deiner Krankenkasse übernommen werden. Legst du sie nicht vor, wirst du als Privatpatient behandelt und erhältst eine Rechnung, die du selbst bezahlen musst.

Kleiner Tipp: die Versicherungskarte gehört wie der Personalausweis, der Führerschein und die EC-Karte am besten ins Portemonnaie. Da hat man sie immer parat.

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Soviel ich weiß, bieten einige ausländische Universitäten für die Finanzierung des Studiums auch Kredite an, die nach Abschluss des Studiums zurückgezahlt werden. Du kannst ja mal bei der Semmelweis-Uni nachfragen.

http://medizinstudium.semmelweis.hu/

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