niederlassung arzt

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1 Antwort

Deiner Fragestellung entnehme ich indirekt, dass du noch ganz am Anfang deines Studiums stehst. Bis zum Abschluss deiner Facharztausbildung benötigst du mindestens elf Jahre, ggf. noch mit einigen Jahren Spezialisierung. Bis du also ausgebildeter Facharzt bist, wird noch einige Zeit vergehen. Übrigens sind auch Hausärzte heutzutage Fachärzte.

Wie du den Medien sicherlich schon entnommen hast, wird der Mangel an niedergelassenen Ärzten in Deutschland von Jahr zu Jahr größer, und ich kann dir versichern, dass der Ärztemangel heute schon viel größer ist, als von Kassen und Politik zugegeben wird. Der Altersdurchschnitt der niedergelassenn Ärzte liegt heute bereits bei ca. 55 Jahren, d.h. in den nächsten zehn Jahren werden gut und gerne die Hälfte aller niedergelassenen Ärzte in den Ruhestand gehen. Dazu kommen viele, die vorzeitig ihre Kassenzulassung zurückgeben werden. Einen Nachfolger zu finden wird für ausscheidende Ärzte immer schwieriger, da die Niederlassung in Deutschland aufgrund der immer schlechter werdenden Rahmenbedinungen unattraktiv geworden ist.

Eine Wartezeit auf einen Kassenarztsitz gibt es übrigens nicht, man muss sich eben mit einem ausscheidenden Kassenarzt über die Praxisübernahme einig werden, und sich bei der Kassenärztlichen Vereinigung des Bundeslandes bzw. der Region um den Kassenarztsitz bewerben. Der Niederlassungsausschuss entscheidet dann, ob der designierte Nachfolger den Sitz auch bekommt, was meistens reine Formsache ist. Es ist bereits heute eher die Ausnahme, dass es mehr als einen Bewerber um einen Sitz gibt - wenn überhaupt. Die Praxisbörsen sind seit Jahren voll von Angeboten an Kassenpraxen aller Fachrichtungen. Von der Dauer der Tätigkeit im Krankenhaus hängt die Niederlassung übrigens gar nicht ab, man benötigt nur den Facharztstatus.

Wenn du dein Studium und deine Facharztausbildung durchziehst, wirst du dir voraussichtlich deine Praxis unter vielen Anbietern aussuchen können.

Solltest du dich anstatt einer Kassenpraxis für eine reine Privatpraxis entscheiden, benötigst du übrigens gar keine Zulassung. Als freiberuflicher Arzt ist man nämlich frei in der privatärztlichen Niederlassung, man kann also jederzeit und überall eine Privatpraxis eröffnen, und im Prinzip benötigst du für eine Privatpraxis noch nicht einmal eine Facharztausbildung.

Viel Erfolg!

Djoser

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Kommentar von MueAn
12.03.2014, 21:36

Vielen vielen dank für ihre antwort. Das hilft mir wirklich weiter. ich stehe wirklich noch am anfang meines studiums, aber ich mache mir eben jetzt schon darüber gedanken, weil ich das lange studium später nicht bereuen will... Grund für meine sorge ist, dass ich von einer bekannten gehört habe (die in einer gemeinschaftspraxis der Orthopädie arbeitet) dass ihre 3 chefen ca. 1 jahr auf den dritten kassensitz gewartet haben... auch kann ich mir momentan die innere medizin und vor allem die radiologie vorstellen, für deren Praxen man viel investieren muss. Denken sie persönlich, man kann sich hier schon in "jungen" jahren niederlassen? (55 jahre im durchschnitt bei niedergelassenen halte ich für relativ hoch).

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