Windows-Pc oder Apple für Musikproduktion

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Ich habe damals auf dem Atari mit MIDI & Co angefangen... (lang ist's her)

...dann ging das eledige Kaos mit Windows/Treibern/Audio-Interface/Latenzen und ASIO/DirectX los. ;-)

Egal ob kompliziert oder nicht, was Du da vor hast : Gleich vorweg; mein Thema heute ist nicht Soundqualität oder Viele Ein- & Ausgänge.

Man muss sich auch heute unter Windows noch ganz schön reinhängen und aufpassen, welche Anschaffungen man macht. Die wichtigste zusätzliche Anschaffung, neben der Software, ist unter Windows definitiv immer noch das Audio-Interface ... sprich: die speziellere Soundkarte, die auch höheren Ansprüchen genügt. (obwohl man doch eigentlich "nur" Musik machen will) ;-)

Unter Windows resultiert die Notwendigkeit eines solchen "professionellen" Audio-Interfaces (mit mehr oder weniger vielen Ein- & Ausgängen für externe SIgnal-Ziele & -Quellen), nicht unbedingt in erster Linie aus qualitativen Erwägungen des Klanges wegen, sondern wegen der zwangsläufig mit den meisten Soundkarten verbundenen Verzögerung des Audio-Signals über die herkömmlichen Windows-Treiber. (MME / DirectX)

Insofern nicht Live-Instrumente aufgenommen werden sollen, also Rechner-interne Klangerzeugung via Plugins statt findet, und mit der Audio-Ausgabequalität einer normalen Soundkarte gelebt werden kann, würde sich die Qualitätsfrage warscheinlich ohnehin weniger stellen.

Dennoch: Möchte man über ein Keyboard oder einen Controller Plugins spielen/ansteuern, oder auch nur per Maus am Bildschirm einen Regler drehen, ein Knöpfchen drücken und als Spuren im Sequenzer aufzeichnen, dann werden die besagten Verzögerungen/Latenzen normaler Soundkarten zu einem echten Problem.

Und bei der Wahl einer Soundkarte mit echten ASIO-Treibern für geringe Latenzen, kann man eine Menge falsch machen. Auch heute gibt es bei vielen Herstellern von Audio-Interfaces nebst ASIO-Treibern, in bestimmten Produktions-Situationen immer noch Stabilität-Probleme. Wer da auf der absolut sicheren Seite sein will, wird zu kostspieligen Lösungen greifen müssen ... z.B. von der Firma RME-audio. ASIO-Treiber allein, sind kein Garant für eine Reibungslose/Anstandslose Funktion unter Windows. Eine günstige Hardware-Lösung von RME kostet rund 800,-€.

Auch wenn man ohnehin ein besseres Audio-Interface mit mehreren Ein- & Ausgängen für die Erfüllung seiner musikalischen Produktions-Wünsche brauchen würde, und mit einer RME-Lösung auch unter Windows ein bequemes Leben haben kann, würde ich heute dennoch in jedem Fall einen Apple- dem Windows-Rechner vorziehen.

Ich habe erst sehr spät bekanntschaft mit Apple gemacht. Mit nem PC und Windows gabs immer irgendwas, was nicht auf Anhieb funktionieren wollte. Auch wenn man es dann doch noch hinbekommt, erstmal scheint alles schief zu gehen, was schief gehen kann. ;-)

Ein Apple-Rechner kostet zwar mehr, aber er zahlt sich wirklich aus. Da funktioniert auf Anhieb alles, so wie es sein sollte. Unter 4GB RAM sollte der aber nicht haben, sonst macht der Apple-Rechner nicht wirklich Spaß.

Und um zum Kern meiner Antwort zu kommen: Selbst mit der Apple-internen Audio-"Karte" kann man ohne zusätzliche, externe Hardware direkt loslegen. Kurze Latenzen, wie unter Windows nur mit ASIO-Hardware bzw ASIO-Treibern möglich, sind bei Apple mit Core Audio ein System-weiter Standard und keine Besonderheit, die man sich mit spezieller Hardware und ASIO-Treibern erkaufen müsste.

Auch MIDI-interfaces zum Anschluss von MIDI-Controllern (Regler zum Anfassen) oder einem Keyboard zum Einspielen, sind unter Windows bis heute (in Abhängigkeit zur verwendeten Software) immer wieder problematisch, wenn es um das Timing eingespielter Noten oder Regler-Bewegungen geht, da es unter Windows zich verschiedene "Standards" gibt, von Denen manche besser funktionieren als Andere, aber nicht Alle von den Sequenzern, technisch optimal eingebunden werden. Es gibt zwar EINIGE MIDI-Interfaces (viele werden schon mittlerweile garnicht mehr hergestellt und genießen deshalb auch keine aktuelle Treiber-Unterstützung mehr) ... es gibt aber nur ca. 2 bis 3 Hersteller die als "befriedigend" bis "gut/sehrgut" zu empfehlen sind.

Mit einem Apple kann man sich getrost ein altes Unitor oder AMT8 ect (ehemals von Emagic) anschließen und muss sich nichtmal um Treiber sorgen. Alles automatisch und was Timing betrifft, im Rahmen der MIDI-Spezifikationen jedes Zweifels erhaben.

Ich hoffe ich konnte Licht in die Problematik bringen.

Hi,

ich habe auch mit Cubasis Le1 auf einem Atari 1040 STfM angefangen. Damals war Harddiskrecording noch etwas für HighEnd Studios. Ich hatte eine 20mb große Festplatte. Und die war wortwörtlich groß. Sie war sogar größer als der gesamter PC. Damals hatte ich nur ein Synthesizer von Yamaha den YS100 welchen ich über die interne MIDI schnittstelle an den PC verbunden habe. Und heute arbeite ich mit einem PC. Ich hatte auch überlegt ein Mac zu kaufen aber:

Mac ist teuer. Mec schränkt mich in der Sofwarevielfalt ein. Ich benutze den Rechner nicht nur im Studio und benötige Software die es für ein Mac einfach so oder zu dem Preis nicht gibt (LibreOffice als Besipiel). Natürlich gibt es für Mac sehr viel Musiksoftware aber meine Sequenzersoftware gibt es z.b. nicht für Mac. Und das ist keine Ausnahme. Heute arbeite ich auch nicht mehr mit Cubase. Ein Windows PC muss mindestens genauso leistungsstark sein wie sein Mac Pendant. Ich benutze ein Audiointerface von Edirol und hatte noch nie von meinem Vorredner genannten Latenzprobleme. Und ich benutze audiospuren, MIDI-Spuren, auf allen Spuren Inserteffekte und auch sehr viele Sendeffekte. Kosten für ein Interface mit akzeptablen Latenzen ca. 250 €. Gebe ich also 1000 € für den PC aus, 250€ für ein Interface, bekomme ich für die Preissdifferenz zur einem Mac noch einen günstigen KORG, Yamaha Synthesizer als Hardwareteil. Sicherlich mag ein Mac das NonPlusUltra für die Musikproduktion sein, jedoch benötigt jeder der halbwegs professionell Musikproduktion betreiben möchte genauso ein RME, MOTU oä. Interface. Somit entfällt das Argument meines Vorredners. Mein Fazit: es ist egal haptsache dein Workflow ist optimal und die Musik ist am Ende gut. Wenn Du eh überlegst ein Mac zu kaufen weil Du einfach zu der Gruppe der "Applejünger" gehören möchtest, kauf die Ein Mac und ein Interface. Hier bekommst du aber viele Plugins sowie bestimmte Software nur gegen Bares und das nicht ohne! Wenn Du jedoch Spiele spielst, ein fan von Opensource bist, kostenlose VST Plugins nutzen möchtest, eine gröere Softwareauswahl haben möchtest und vor allem dein PC regelmässig aufrüsten möchtest würde ich ein leistungsstarken PC, ein Audiointerface kaufen und genauso gut Musik machen wie mit einem Mac. Es stimmt zwar das Mac eine andere Audioarchitektur hat und man ohne ein Interface mit Garageband machen kann was bei einem PC aufgrund der überwiegend billigen Audiochips nicht geht, jedoch würde ich auch dies nicht als Kaufentscheidung nehmen. Die teuren Audiointerfaces benötigst Du erst dann wenn Du mehrere Audiokanäle gleichzeitig aufnehmen und z.t. direkt mit Effekten versehen möchtest. Da bieten die teuren Interface´s DSP Prozessoren die die Effektberechnung übernehmen und deinen ArbeitsPC entlassten. Geh am besten in einen Großen Musikladen und lass dir Cubase auf einem Mac mit einem MIDI Key und einigen VST plugins zeigen. Die haben meistens eine Macworkstation mit dem ganzen Geraffel aufgebaut. schau Dir das genau an und entscheide dann ob es Di zusagt.

Grüße Marek

Meines Erachtens ist das Jacke wie Hose, vorausgesetzt:

  • Du willst nicht zufällig eine Software verwenden, die es nur für eines der beiden Systeme gibt;
  • die eingesetzten Soundkarten und Peripherie sind von hoher Qualität.

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