Wieviel wiegt ein Haus?

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Nochmal ich...

Wenn man ein Häusle bauen ließ, machte (ist schon Jahre her) ein "verantwortlicher" Architekt oder Ingenieur einen Materialauszug - oder ließ das machen -, eine genaue Beschreibung der benötigten Materialien, der Ausschreibung beigelegt.
Dadurch konnte man die jeweilgen Angebote der Handwerker wenigstens so einigermaßen vergleichen. Da hätte es "genügt", die jeweiligen Mengen, Volumen usw mit den entsprechenden Gewichten zu multiplizieren und zu addieren.

Ich weiß nicht, ob das in Deutschland heute noch so gehandhabt wird - anscheinend nicht.

Als ich noch in Deutschland war hatte ich nichts mit Einfamilienhäusern zu tun, es tut mir Leid, ich habe da keine Anhaltswerte. Da ging es um Wasserbau, Stauwerk, Schleuse, Tunnels.

Als ich das letzte Mal in Deutschland war sah ich, daß einige mehrstöckige Einfamilienhäuser jetzt in Stahlbauweise gemacht werden. Tragende Struktur Stahlprofile, Decken vorgefertigte Verbundplatten.
Außenwände und Dach auch aus Verbundplatten mit Isolierung, außen Stahl innen kahl, tapezierfertig.
Damit kriegt man natürlich das Gesamtgewicht ziemlich runter.

Aber wir selber würden nicht in so etwas leben wollen.
Wir leben in einem alten Steinhaus, so 18oo und etwas, das so um 196o erweitert wurde. Ich hab' die Masse nie augerechnet. Wozu auch ?
Ich hab' noch ein Haus in einem Dorf in einem Nachbartal, es ist beim Immobilienhändler zum Verkauf - ich werde alt und kann es nicht mehr verwalten, muß mich auf hier und heute konzentrieren (schwerbehindert). Wie berechnet man da das "Gewicht" ?
Der Keller ist in den Fels gehauen, stammt wahrscheinlich von vor den Römern, auf drei Seiten die Mauern mit den Nachbarn, Gewölbe, der oberste Stock ist Spätgotisch - Anfang Renaissance, eine der Mauern ist die mittelartlerliche Stadtbefestigung, fast zwei Meter dick. Und zu was auch ?

Bei "normalen" Neubauten überschlägt man die Masse ganz grob, haut noch mal 25% bis 30% Sicherheit drauf und versucht, die Lasten auf Fundamentslänge zu verteilen. Falls nötig nicht auf Streifenfundamente sondern ausragender Fundamentplatte (Vorsicht, Sickerung und Dichtung machen).
Wenn's dann rechnerisch nicht hinhaut - das kommt auf die Art des Bodens an - und auf die Risse in benachbarten Gebäuden an - holt man einen Grundbauingenieur (mit Unternehmung). Hab' ich auch mal studiert und gemacht. Der läßt dann Bohrungen machen, Piezometer, und läßt Bodenproben untersuchen, und entscheidet. Aber auch das kann in schlechtem Untergrund wie dickem Lehm, Flugsand, Torf, Schieferbrand oder Bergbausetzungen schief gehen, soviel man auch untersuchen mag.

Mir war mal so ein Mist passiert, im Quartier Marais von Bourges (F), Rue de la Fange, am Augustinerkloster. Erste Bohrung 2'' : Bohrkopf weg, flutsch. Dann besser angestellt : Der Bohrkopf kam glänzend wie neu heraus, kein Material drin, leer. Noch mehrere Bohrungen, um zu bestätigen : Das ganze Stadtviertel schwimmt, auf dem Sumpf. Ja keine neue Baugenehmigung erteilen, versuchen zu retten was noch zu retten ist.

Einer meiner Bekannten ist Ingenieur, wie ich. Seit einigen Jahren verdient et bestens sein Leben, ist reich geworden : Er ist in Dhubaï, versucht die auf Sand gebauten Wolkenkratzer aufrecht zu halten. Das wird aber auf die Dauer nicht hinhauen.
Auch auf deren Palmyra scheint es nicht besonders zu gehen, auch wenn da nur niedrige Villen drauf sind. Jedoch ist der Untergrund künstlich aufgeschütteter Meersand, also rundkörnig - und der fließt weg wie Zahnpasta. Ist nicht gebrochener Sand, ist nicht scharfkörnig. Da können sie so viel Beton unter die Fundamente der Häuser reinpumpen wie sie wollen, das zusätzliche Gewicht (die Frage war ja "wieviel wiegt ein Haus" - da muß man die Fundamente mit einrechnen), das hilft nichts.

So ein grober Fehler war ja auch am Schiefen Turm von Pisa passiert :-( .Da wollten die Architekten den Turm am Umfallen hindern, mit an der Gegenseite Betonträger im Boden und Gegengewicht. Jedoch hatte das die Scheppe des Turms nur beschleunigt.
"Warum bloß ? Wir haben doch alles richtig gemacht !?" war deren verzweifelte Frage.
Vereinfachte Antwort : Weil darunter kein Festpunkt war, an dem ihr "Hebel" hätte anpacken können. Bis in etwa siebzig Meter Tiefe darunter nur rundkörniger feiner Flugsand. Dann haben sie das besser hingekriegt und stabilisiert. Bravo.

Was ich damit sagen will ist, daß der sichtbare Teil eines Gebäudes, je nach der Art der Gründung, der Fundamente, vielleicht nur die "Spitze des Eisbergs" sein kann. Ich kann eben nur zu Vorsicht raten, auf was man baut.
Gute Vorbereitung ist drei Viertel der Arbeit.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Wie hier schon gesagt, kommt es auf die Bauweise (und auch sehr auf die Größe !) des Hauses an...

Ich lebe in Frankreich. Hier gibt es auch Häuser aus Stahl (Zum Beispiel Maison Phénix). Eine Bekannte hat ihr Häusle aus Douglasfichte gemacht. Ein paar Grundstücke weiter baut sich jemand gerade ein Haus in der "üblichen" USA-Holzbauweise (Konstruktion aus Dachparren, die Außen'Wände' Sperrholzplatten - ich hoffe, daß er es gut in Betonfundamenten verankert hat, es nicht im Sturm wegfliegt (hoffentlich nicht mit "Passagieren" drin).

Ich bin Bauingenieur, habe über zwanzig Jahre für historische Bauten gearbeitet - aber eben kein normales Wohnhaus. Mußte aber manchmal doch etwas rechnen...

Größenordnungen, so etwa :
Der Kirchturm einer mittleren Dorfkirche so um die 200, 300 Tonnen. Kommt auf das Baujahr an ;-) . Romanisches ist viel schwerer als gotisches.
Einer der Türme der Kathedrale von Moulins (Allier) etwa 870 Tonnen.
Ein Burgturm in Billy (nahe von Vichy), zusammen mit der Erdmasse die dahinter schiebt, etwa 5'600 Tonnen. Diesen festzuhalten (er war gespalten, wollte ins Dorf rutschen), erforderte Vorsichtsmaßnahmen und etwas Erfindergeist.

Ein modernes Holzhaus kriegst Du mit etwa vier bis maximal sechs normalen LKWs vor Ort (aber die Fundamente dazurechnen !).

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Im Mittel, meins Wissens nach, je nach Bauweise, Größe und Fundamenten so zwischen 60 bis 180 Tonnen. Ohne Gewehr. Mit Holzbauweise kommt man noch weiter runter.

Nop zwichen 200 und 320 Tonnen!

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@Berndteisenhart

:-)
Da genau liegt der Haken des Fragestellers :-)
Was ist ein "Eifamilienhaus" ? Wie groß ? Wie viele Stockwerke ? Mit oder ohne Keller ? Rohbau oder fertig ?
(Verzeihung, da mach' ich schlechten Humor. Ich zitiere :
Eifamilienhaus ? Ein Hühnerstall ?)

Und was ist "Stein auf Stein" ? Granit, Basalt, Sandstein, Ziegel (Hohlblöcke oder massiv), Kalksandstein, oder was ?

Die LKWs auf die Waage fahren und zusammenzählen...
;-)

Verzeihung...

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