Wieso wurde Österreich nach dem 2. Weltkrieg nicht von der Soviet Union übernommen?

6 Antworten

österreich hat sich klugerweise nach dem 2.weltkrieg zur fortwährenden neutralität verpflichtet. oktober 1955.

es gab im märz 1952 ein angebot stalins zur wiedervereinigung deutschlands, wenn sich deutschland - so wie österreich - auch zur neutralität verpflichten würde. unser damaliger bundeskanzler adenauer lehnte dies ebenso ab, wie die 3 westmächte frankreich - usa - großbritannien. man bezeichnete dieses "angebot" als störmannöver stalins.

Das war es auch!

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Deutschland wurde geteilt, weil es Verursacher des II.Weltkriegs war und ihn verloren hat.

Österreich wurde zwar ohne Widerstand an das faschistische Deutschland angeschlossen, kann jedoch nicht als gleichbedeutend kriegsverursachend angesehen werden.

Auf die antikommunistischen Unterstellungen gegenüber der Sowjetunion würde ich gerne eingehen. Wer Interesse hat, warum, was , wie von den Allierten geregelt wurde kann sich die Protokolle durchlesen der Konferenzen von Teheran, Jalta und Postdam. Es ist alles protokolliert. Auch Stalins eindeutige Aussagen, nach denen die plumpen Unterstellungen seiner angeblich krankhaften Eroberungsgelüste sachlich einfach lächerlich sind.

Zu keinem Zeitpunkt sollte Deutschland in die UDSSR eingegliedert werden. Erst später als der Sozialismus durch Chruschtschow und Konsorten zerstört wurde in Folge des XX.Parteitags der KPdSU (1956), entwickelte sich ein Sozialimperialismus.

Verteidigt da ein Marxist Stalin? Er war ja ein anständiger und ehrlicher Massenmörder, gell? Die Protokolle von Jalta, Teheran und Potsdam sagen so viel über Stalins Ehrlichkeit, wie die Protokolle von München über A.H. Ehrlichkeit. Oder besser, der Deutsch-sowjetische Nichtangriffspakt, zeigt wie beide Diktatoren dachten.

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@xadama

Erst später als der Sozialismus durch Chruschtschow und Konsorten zerstört wurde

Ich stelle es mir ziemlich schwierig vor, etwas zu zerstören, dass es de facto gar nicht gab.

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Trotz der Aufteilung in vier Besatzungszonen gab es in Österreich - im Gegensatz zu Deutschland - eine einheitliche Regierung. Darüber hinaus war die sowjetische Besatzungszone Österreichs strategisch unbedeutend.

Und eben darum handelte Adenauer vollkommen richtig, als er die Stalin-Note ablehnte. In Deutschland sah dies nämlich vor allem wegen der deutschen Nordsee-Küste anders aus. Es war eindeutig Strategie den Sowjetunion, im Kriegsfall einen Durchbruch von der Ost- in die Nordsee durchzuführen. Bis in die 80er Jahre hinein verletzten wegen dieser Strategie sowjetische U-Boote immer wieder die Neutralität Schwedens.

Außerdem hat die Sowjetunion in der Nachkriegszeit nie die Neutralität anderer Staaten respektiert. Als Imre Nagy 1956 die Neutralität Ungarns und den Austritt aus dem Warschauer Pakt erklärte, richtete die Sowjetunion in Ungarn ein grausiges Blutbad an, Nagy selbst wurde 1958 hingerichtet. Auch Afghanistan war bis 1979 ein neutraler und blockfreies Land, bevor es von der Sowjetunion überfallen wurde.

Adenauer soll, auf Österreich und die Stalin-Note angesprochen, geantwortet haben: "Aber meine Herren, Österreich ist doch ein ganz (oder hat janz gesagt :)) anderer Fall." Letztendlich wurden die Möglichkeiten der Stalin-Note nie ganz ausgelotet, aber vielleicht wären bei einer Wiederververeinigung Deutschlands in den 50er Jahren auch die Aussichten der Korrektur der Oder-Neiße-Linie (Chruschtschow-Initiative ein paar Jahre später) noch besser gewesen. Doch damit hatte Adenauer nur so lange etwas im Sinn, wie er die Stimmen der Vertriebenen brauchte. Die Entwicklung der 90er Jahre scheint Adenauer Recht zu geben. Österreich ist viel besser aus dem Krieg herausgekommen als Deutschland, obwohl seine Verantwortung dafür keineswegs gering war, nicht nur A.H. selbst, sondern eine Reihe seiner prominenten Schergen entstammen der ehemaligen Ostmark. Im Übrigen hat die 1938 "vergewaltigte" Braut zu wollüstig gestönt, um glaubwürdig zu sein.

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Der Krieg liess eine starke Widerstandskraft in Österreich gegen das nationalsozialistische System entstehen und am 1.11. 1943 wurde in der Moskauer Deklaration zwischen der Sowjetunion, Großbritannien und USA die Widerherstellung eines selbstständigen Staates Österreich zugesagt. Beeits am 27.4.45 hatte die österreichishe Regierung Renner die Unabhängigkeit verkündet. Am 15.5.55 trat der Staatsvertrag in Kraft und es entstand ein unabhängiges demokraisches Östereich.Grundbedingung war Neutralität und keine wirtschaftliche und wirtschaftliche Vereinigung mit Deutschland. Bald darauf zogen die Besatzungstruppen ab.

Im Gegensatz zu Deutschland hatte Österreich keine strategische Bedeutung in Europa. Somit war es nicht interessant für die Sowjetunion. Außerdem war das besetzte Gebiet in Österreich zu klein, um ein überlebensfähiger Staat zu werden.

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