Wie war ein Schwertkampf im Mittelalter?

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6 Antworten

Beim Harnischkampf (also Kampf in voller Rüstung) wurden viele spezielle Techniken eingesetzt. So eine Rüstung hatte Schwachstellen - Hals, Achsel, Augenschlitz - die aber natürlich nicht so leicht zu treffen waren. Deshalb war es z.b. ein Ziel den Gegner zu Fall zu bringen, wobei Wurf und Ringtechniken zum Einsatz kamen. Wenn er am Boden lag, konnte man gezielt mit Schwert oder Dolch zustechen. Auch gab es Halbschwerttechniken, bei denen man eine Hand an die Klinge legte, womit man gut Hebelwürfe machen konnte, oder auch gezielt zustechen. Wieder eine andere Technik war der "Mordhau". Man drehte das Schwert herum und schlug wie mit einer Axt zu - die Parierstange war quasi das Axtblatt. Die war auch im Regelfall Spitz zugeschliffen oder wie ein kleines Axtblatt geformt, damit kam man bei einem guten Treffer auch durch einen Helm durch. 

Es gibt historisch überlieferte Fechtbücher, die diese Techniken ausführlich erklären, Lehrbücher sozusagen. 

Mit den Vollharnischen wirden auch Schwerter entwickelt, die solche Rüstungen bei günstigem Auftreffwinkel durchstoßen konnten.

Zudem gab es Stellen, die technisch bedingt nicht so gut geschützt werden konnten: Achseln, Armbeugen, Schritt.

Es gab immer Lücken, z.B. Zwischen Rüstung und Helm. Diese Stahlpanzer gab es ja auch nicht immer, oft eher Kettenhemden, weil man darin beweglicher war. Und all das sowieso nur für die Reichen, diese Rüstungen kosteten ein Vermögen

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