Wie schwer ist Chopins Opus 25 No.12,"Der Ozean" zu spielen?

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Lieber Sokrates,

deine Frage kann man leider nicht eindeutig beantworten. Für jemanden, der schon 10 Chopin Etüden gespielt hat, ist sie sicher einfacher zu lernen als für jemanden, der seine erste spielt. Außerdem finde unterschiedliche Leute unterschiedliche Sachen unterschiedlich schwer - je nach Beschaffenheit der Hand und Fertigkeit der Finger.

Allgemein kann ich folgendes zur 25/12 sagen:

Die technische Schwierigkeit liegt darin, die Lagenwechsel in beiden Händen so mühelos sicher (und ohne einen Ruck zu verspüren, der die Bewegung in die Tasten hinein unterbricht!) zu machen, dass man sie beim Spielen gar nicht mehr als Lagenwechsel empfindet - nur dann kriegt man sie ins Tempo.

Die musikalische Schwierigkeit liegt darin, die Melodie gut zu gestalten: Das heißt, als allererstes einmal, sie überhaupt herausspielen zu können und nicht durch die ganzen vielen Arpeggio-Noten zu übertönen. Außerdem muss sie natürlich in sich schlüssig gestaltet werden, d.h. die Melodienote vom nächsten Takt muss musikalisch sinnvoll an die Melodienote vom Vortakt anschließen; man muss Crescendi und Decrescendi hinbekommen innerhalb dieser Melodie.

Die musikalische Gestaltung setzt natürlich voraus, dass man sie technisch problemlos spielen kann, sonst wird da nichts draus.

Falls es deine erste Chopin-Etüde sein sollte, würde ich dir eher Op.25/2, Op.25/1 empfehlen - falls es eher so die dritte, vierte ist, kannst du dich mal daran machen, sie ist machbar, es gibt schwierigere Chopin-Etüden. Aber bitte mit Anweisungen eines Klavierlehrers, sonst ist die 25/12 frustrierend :-)

Liebe Grüße von der Sonata28

Ich finde, es hört sich relativ schwer an. Vor allem die rechte Hand, die in recht hoher Geschwindigkeit die "Wellen" schlägt, wird einiges an Übung erfordern. (Ich kann leider keine Noten davon finden, um es besser zu beurteilen...)

Spielst du schon länger? Frag am besten deinen Klavierlehrer, falls du einen hast, ob du da nicht auf zu harten Stein stößt. Aber wenn du es wirklich willst und genügend Motivation hast, kann ich dir nur empfehlen, es zu versuchen. Selbst wenn es nicht perfekt wird. Es ist es auf jeden Fall wert. Und du kannst nichts dabei verlieren, du wirst nur wachsen! Ein wunderschönes Stück, übrigens. Ich wünsch dir viel Freude damit.

Ich hab mal angefangen, aber wieder aufgehört. Schwierig an dem stück sind ie Arpeggions im hohen Tempo und dass nicht jede Taste, die man spielt, zur Melodie gehört (also die klangliche Ausarbeitung).

Ich glaube, man kann sie von der Schwierigkeit mit Chopins Etüde Op. 10 Nr. 1 und vielleicht mit Ausschnitten seiner Ballade Nr. 3 vergleichen. Das Stück ist so seltsam, das mir ein vergleich schwer fällt.

Ich denke, dass Chopins Etünde "Wintersturm" schwieriger ist.

Man kann sie nur von der Grundidee des arpeggierten Akkords her mit Op.10 Nr.1 vergleichen, aber nicht vom Schwierigkeitsgrad her. Technisch sind in beiden Etüden ganz andere Probleme vorhanden. 25/12 ist wesentlich einfacher als 10/1, auch wenn es vom Zuschauen her anders aussieht. Was natürlich nicht bedeutet, dass 25/12 einfach ist, sondern eher, dass 10/1 noch schwieriger ist :-)

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