Wie schreibt man einen Bericht über eine Gerichtsverhandlung?

2 Antworten

Plan:

Worum geht es?

Wer ist beteiligt (Prozeßgegner, Richter, Staatsanwalt, Verteidiger, Rechtsanwälte, Zeugen, Publikum)?

Wo findet alles statt?

Wann findet es statt?

Verlauf?

Urteil?

Besondere Umstände?

Was ist weiterhinzu erwarten?

Das klingt total gut , aber wie ?? Schreibe ich Sätze oder so zB am Anfang :

Richter Bernd Schwart Zeuge : Elias Beck

Oder wie ?? Oder schreibe ich zB so : Richter SchwArt machte dies oder so ?! Das verstehe ich nicht

Welche Zeitform und vor allem darf da da direkte rede eingebaut werden ?

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Und ich berichte also nur über den gerixhtsverlauf nicht aber , warum die im Gericht sind ??? Also warum die im Gericht sind soll ich kurz erwähnen aber eigl über den Gerichtsverlauf schreiben ? Wie macht man das ? ZB so ? :

Andrej T. Kam herein setzte sixh und anwortete auf die Frage warum sie das Auto gestohlen hatten ?????????so ?

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Hallo ARoseForADay,

im Internet gibt es tatsächlich keine guten Tipps, wie man eine Gerichtsreportage schreibt. Deshalb helfe ich dir.

DEINE AUFGABE:

Du sollst eine Reportage über die Gerichtsverhandlung schreiben, über die in dem Buch "Tschick" von Wolfgang Herrndorf berichtet wird.

Richtig? - Ok, dann fangen wir jetzt sofort an!

ERSTER ARBEITSSCHRITT:

Nimm dir ein Blatt Papier.

Auf diesem Blatt Paper notierst du nun die richtigen Antworten auf folgende Fragen:

a) Wie heißen die beiden Angeklagten? (Echte Vor- und Nachnamen, außerdem den Spitznamen, den einer der beiden Angeklagte hat.

b) Wie alt sind die beiden Angeklagten?

c) Was machen die beiden Angeklagten beruflich? (Haben sie überhaupt einen Beruf?)

d) In welcher Stadt wohnen die beiden Angeklagten?

e) Wohnen die beiden Angeklagten bei ihren Eltern oder anderswo?

f) Warum stehen die beiden Angeklagten überhaupt vor Gericht? Was wird ihnen vorgeworfen?

g) Wie heißt der Richter, der die Gerichtsverhandlung leitet? (Die richtige Antwort findest du im vorletzten Satz des Kapitels 56 auf Seite 236.)

ZWEITER ARBEITSSCHRITT

Nimm nun das Buch "Tschick" und lies dir das Kapitel 46 durch. Es ist nur knapp fünf Seiten lang. Du findest das Kapitel 46 auf den Seiten 232 bis 236.

Lies ganz, ganz langsam und sorgfältig!

Mach dir beim Lesen Notizen. Wann immer du einen Absatz zu Ende gelesen hast, notierst du ein paar Stichworte, was in dem gerade gelesenen Absatz passiert ist.

Wenn du das Kapitel 46 zu Ende gelesen hast, lies deinen Stichwort-Zettel.

Steht da jetzt wirklich alles Wichtige drauf, was in der Gerichtsverhandlung passiert ist?

Wenn du dir unsicher bist, ob noch ein paar wichtige Stichworte fehlen, dann lies das Kapitel 46 noch ein zweites Mal. Notiere dabei alle wichtigen Stichworte, die dir bisher noch gefehlt haben.

Lies zu guter Letzt deine Stichwort-Liste komplett durch.

Läuft beim Lesen deiner Stichwort-Liste der Verlauf der Gerichtsverhandlung in deinem Kopf "fast wie ein Film" ab? Dann (aber nur dann!) hast du gute Arbeit geleistet, und wir kommen nun zum dritten Arbeitsschritt.

DRITTER ARBEITSSCHRITT

Jetzt wird es ernst.

Vor dir liegt Papier (oder dein Heft oder Hefter), ein Stift, das Buch "Tschick" und deine Stichwort-Liste.

Und bevor du den ersten Satz schreibst, überlegen wir beide gemeinsam: Wie nennt man eigentlich die Leute, die Gerichtsreportagen schreiben?

Richtig, man nennt sie "Reporter" oder "Journalisten"!

Bist du ein "Reporter"? Ja oder nein?

Na klar bist du ein "Reporter". Du willst doch eine REPORTAGE schreiben.

Gibt es an deiner Schule eine Schülerzeitschrift?

Wenn ja, dann stell´ dir jetzt vor: Du bist Reporter eurer Schülerzeitschrift und schreibst eine Reportage über die Gerichtsverhandlung, von der das Kapitel 46 handelt.

Um diese Reportage schreiben zu können, musst du natürlich bei der Verhandlung anwesend sein.

Stell dir vor:

  • Du sitzt als Schülerzeitungsreporter im Gerichtssaal.

  • Du siehst die beiden Angeklagten auf der Anklagebank sitzen.

  • Alles, was du jetzt siehst und hörst, willst du in deiner Reportagen so schildern, dass es den Lesern vorkommt, als seien sie selbst dabei gewesen. Funktioniert das besser in der Zeitform "Präsens" (Gegenwart)? Oder funktioniert es besser in der Zeitform "Präteritum/Imperfekt" (Vergangenheit)?

Na klar doch. Die "Gegenwart" (Präsens) funktioniert am besten. Dann hat der Leser nämlich den Eindruck, dass alles, was er liest, in diesem Augenblick passiert. Und so ist der Leser "hautnahe" dabei!

So weit alles verstanden?

Dann kommen wir nun zum vierten & letzten Arbeitsschritt: Du schreibst jetzt deine Gerichtsreportage - und zwar natürlich in der Gegenwartsform, also im Präsens.

VIERTER ARBEITSSCHRITT

Beginne deine Gerichtsreportage mit folgenden Sätzen:

Vor dem Berliner Jugendgericht sitzen zwei Jugendliche ziemlich verschüchtert auf der Anklagebank: der ...-jährige Schüler (Vorname und Nachname des ersten Angeklagten) und sein ...-jähriger Klassenkamerad und Freund (Vorname und Nachname des zweiten Angeklagten), der den Spitznamen "Tschick" trägt. Den beiden Jugendlichen wird vorgeworfen, mit einem gestohlenen Auto eine mehrtägige Spritztour quer durch Brandenburg unternommen zu haben. Stimmt dieser Vorwurf? Und geben die beiden Jugendlichen die Tat zu?

So, und jetzt musst du selbst weiterschreiben, denn natürlich will ich dir die Arbeit nicht komplett abnehmen. Das wäre ja noch schöner - aber nur für dich.

Wenn du noch Fragen hast, kannst du sie als Kommentar unter meine Antwort schreiben oder dich per Kompli oder FA bei mir melden.

Ich helfe dir gern (auch morgen & übermorgen noch) - aber nur wenn ich sehe, dass du selbst was tust, um eine richtig gute Reportage zu schreiben.

Schönes (fleißiges) Wochenende noch und vielleicht bis bald mal :)

Viele Grüße von

Ferus

PS:

Hier noch kurz etwas zu deinen weiteren Fragen:

In welcher Zeitform schreibt man eigentlich?

"Gegenwart" oder "Vergangenheit" - beides ist möglich. Ich empfehle aber die "Gegenwart", weil der Leser dann den Eindruck hat, selbst dabei zu sein.

Schreibt man : (...) sagte der Richter? Muss man überhaupt Sätze, die da sind, reinbringen?

Man muss nicht, aber man kann. Im Klartext: Du kannst die "wörtliche (direkte) Rede" benutzen, aber auch die "indirekte Rede".

In einer Reportage wirkt es am elegantesten, wenn man abwechselnd die "wörtliche (direkte) Rede" und die "indirekte Rede" benutzt. Zum Beispiel so:

"Wir hatten beide die Idee" (WÖRTLICHE REDE), behauptet der Angeklagte Maik Klingenberg. Doch sein Freund, der Angeklagte "Tschick" widerspricht: Es sei ganz allein seine Idee gewesen (INDIREKTE REDE), mit dem gestohlenen Auto eine Spritztour zu unternehmen.

Ich berichte also nur über den Verlauf der Verhandlung, nicht aber warum die beiden vor Gericht stehen?

Nein.

Du schreibst erst, warum die beiden vor Gericht stehen. Und dann schilderst du den Verlauf der Gerichtsverhandlung. (Warum die beiden vor Gericht stehen, ist in den ersten Sätzen nachzulesen, die ich dir schon geliefert habe. Den eigentlichen Verlauf der Gerichtsverhandlung musst du nun selbst schreiben. Ich korrigiere deinen fertigen Text aber gern noch mal durch, wenn du das möchtest.)

Also: Warum die im Gericht sind soll ich erst kurz erwähnen, dann aber über den Gerichtsverlauf schreiben?

Richtig.

Es heißt allerdings nicht "Gerichtsverlauf", sondern "Verlauf der Gerichtsverhandlung". Aber solche kleinen Fehler korrigiere ich dir gern, sobald du deine Reportage fertig geschrieben hast.

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Dankeschön , das hatte sehr geholfen <3 :-)

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