Wie ist es im kinderheim zu leben?

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Je nachdem wie alt man ist... und wo man ist, ists verschieden.

Manche kommen nach einer kürzeren oder längeren Eingewöhnungszeit gut damit klar... andere sperren sich enorm und kapseln sich total ab - schaffen daher die Eingewöhnung nicht so wirklich.

Für viele ist das Wohnen im Kinderheim die beste Alternative in ihrem aktuellen Leben. Für manche ists die letzte Rettung.

Im Kinderheim gibts idR Wohngruppen, so das es etwas übersichtlicher für alle ist. Es gibt Hausregeln die für alle Bewohner gelten. Diese Hausregeln zu verletzen zieht Konsequenzen nach sich.

Oh und was ich bislang in verschiedenen Heimen mitbekam:

  • Es gibt Einzelzimmer und Zweibettzimmer.
  • Gestaffelt nach Alter und persönlichem Können hat jeder Bewohner wöchentlich bestimmte Aufgaben zu erfüllen. Bei Kindern ist das beispielsweise das typische "Halte dein Zimmer aufgeräumt".
  • In einem Wohnheim für Jugendliche sah ich das jede Wohngruppe für sich einen Wochenplan hatte. In dem wurde vermerkt welcher Bewohner an welchem Tag welche Aufgabe im Haushalt zu erledigen hat. Dort wurde wöchentlich gewechselt, so das jeder mal die typischen anfallenden Aufgaben erledigte. Da galt kein "Nää das kann ich nich" und auch kein "Iih nee das ist doch Frauenarbeit". Jeder war mal mit dem Putzen von Bad und Toilette dran. Jeder war mal mit dem Fegen und Wischen des Flures dran. Jeder war mal mit Mülldienst dran oder half bei der Zubereitung der Hauptmahlzeit mit und anschließend beim Verräumen des Geschirrs. Aber das ist möglicherweise von Wohnheim zu Wohnheim verschieden.

Sicher, man hat dann Regeln an die man sich halten muss.... für manche Kinder/ Teenager ists etwas Gewohntes aus dem eigenen Elternhaus, für andere Kinder/ Jugendliche absolutes "Neuland". Aber diese Regeln sind ja dazu da den Bewohnern zu helfen. Und die Mitarbeiter dort sehen sich keinem Chaos ausgesetzt (wär auch ziemlich heftig wenn da jeder machen würde wozu er/sie grade Bock hat)

Die Tochter unserer Nachbarn wollte unbedingt in eine Jugendwohngruppe. Obwohl sie ein schönes Elternhaus hat, fühlte sie sich dort nicht mehr wohl. Zuerst konnte sie ein paar Tage probehalber in der Wohngruppe sein. Danach war sie sich sicher und setzte alles daran um dort hinzukommen.

Den Kontakt zur Familie hält sie aufrecht. Mehrmals im Monat trifft sie ihre Familie und in den Ferien oder an Feiertagen kommt sie häufiger nach Hause.

Sie leidet unter einer schweren Eßstörung. In der Wohngruppe gibt es Sozialarbeiter und Psychologen. In ihrer derzeitigen Lage hält sie das für wichtiger. Wie es scheint, traf sie eine kluge Entscheidung. Allen geht es deutlich besser. Die liebevollen, aber völlig überforderten Eltern profitieren davon genauso wie das Mädel.

Dabei ist es so wie bei allem anderen auch. Es gibt solche und solche Einrichtungen. Gute und schlechte.

Das Ganze klingt so, als wäre es nicht absolut akut und du musst morgen ausziehen. Wenn es wirklich dazu kommen sollte, schaust du dir am besten einige Einrichtungen an und suchst dir eine aus, bei der du ein gutes Gefühl hast.

Wenn man sich da nicht selbst komplett quer stellt kann man tatsächlich auch eine ganz schöne Zeit haben. Ich weiß natürlich nicht, wie deine aktuellen Lebensverhältnisse sind. Aber in einer Einrichtung hast du jedenfalls immer 3 Mahlzeiten am Tag, Kleidung, Schulmaterial usw., unternimmst regelmäßig etwas und siehst deine Familie im Normalfall natürlich trotzdem noch regelmäßig bei Besuchen und Wochenendheimfahrten.

Mit 15 kommt man in der Regel nicht mehr in ein Heim, sondern in betreute Wohngruppen. Dort findet (wenn notwendig) auch eine therapeutische Betreuung statt. Da lebst du halt mit einigen anderen Jugendlichen unter Aufsicht in einer WG, teilt eich also Bad und Küche.

Ich denke bevor Dich das JA aus Deiner Familie herausnimmt muss deutlich mehr im Raum stehen, als solche "pubertären Unebenheiten". Vorher wird wohl auch erst einmal eine Familienhilfe eingesetzt ..... also warte es ab - sollte es wirklich zu einer Inobhutnahme kommen, wirst Du alles Notwendige seitens des JA erfahren. Denn es gibt nun einmal nicht die ! Unterbringung.

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