Wer kann mir folgenden Ausspruch des Philosophen Kierkegaard erklären?" Die Tür zum Glück geht nach innen auf, wir können sie nicht einrennen."??

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Deine Wiedergabe des Zitats ist falsch, Kierkegaard sagte, dass die Tür nach außen aufgeht. Eine Tür, die nach außen aufgeht, kann man nicht einrennen.

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Aber die Fragestellung meiner Philosophiehausaufgaben ist genauso. Also wörtlich steht da:" Aristoteles war der Überzeugung, Glück sei machbar. Kierkegaard warnte:" Die Tür zum Glück geht nach innen auf, wir können sie nicht einrennen."- Wie passt beides zusammen. "

So steht es in der Aufgabenstellung. Aristoteles kann ich, aber wie ich das mit Kierkegaard zusammen kriege, weiß ich gerade nicht. Kannst Du mir helfen.

LG Sabine 

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@Greiskatze

Gut, dann ist die Aufgabenstellung schon falsch. Und es ist eigentlich auch logisch. Natürlich kann man eine Tür, die nach innen aufgeht, einrennen (es sei denn, es handelt sich um eine mehrfach gesicherte Stahltür, aber ich bezweifle, dass Kierkegaard daran dachte ;) ).

Eine Tür, die sich aber nur nach außen öffnen lässt, kann nicht eingerannt werden, da mehrere Faktoren das Einrennen verhindern würden.

Was Kierkegaard damit meinte ist, dass sich Glück nicht mit brachialer Gewalt erzwingen lässt.

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@profanity

Hallo Du. Danke für deine Antwort.  Klingt logisch und leuchtet mir ein. Aber... wie passt das dann mit Aristoteles zusammen, der ja sinngemäß sagt, Glück ist machbar? Für Aristoteles galt als glücklicher Mensch, wer sein Leben Tugend gemäß verbrachte....also erreichbar durch menschl. Handeln.

Bei Kierkegaard lässt sich Glück nicht erzwingen. Auch nicht beeinflussen? 

Also irgendwie steh ich völlig auf dem Schlauch heute. Wie passt Aristoteles und Kierkegaard zusammen? (siehe Fragestellung)

Liebe Grüße 

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@Greiskatze

Nunja, ich verstehe das so, dass Glück durchaus beeinflussbar ist (Aristoteles), aber eben nicht auf Teufel komm raus und um jeden Preis (Kierkegaard).

Wer also tugendhaft lebt, d. h. wer freundlich, hilfsbereit, umgänglich, genügsam etc. ist, dem ist auch das Glück wohl gesinnt. Im Gegensatz zu dem, der es mit Gewalt erzwingen will. Das wird nicht funktionieren.

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@profanity

Glück ist ja nicht nur im Allgemeinen, dass jemand 'Schwein' hat, sondern Glück ist auch einfach nur glücklich sein. Wer also tugendhaft lebt, ist sicher glücklicher, als jemand, der verbissen sein Glücklichsein erzwingen will.

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Eine Tür, die nach innen aufgeht, kann man dann nicht einrennen, wenn man sich in dem Raum befindet. Da man die Tür offenbar auch nicht anders öffnen kann (sonst müsste man sie ja nicht einrennen), ist man also praktisch ein Gefangener.

Wenn das Zitat zutreffend ist, dann ist das ein interessanter Aspekt der Persönlichkeit Kierkegaards. Er hatte große psychische Probleme, das war ihm auch bekannt, darum hat er ja seine Verlobung nach vielen Jahren wieder aufgelöst.

Er fühlte sich also als ein Gefangener, der die Tür zum Glück nicht öffnen kann. Worin bestand sein Gefängnis? Es kann nur ein Teil seiner Psyche sein. Wer ist der Eingeschlossene? Sein Ich, sein Bewusstsein, dass die Tür öffnen möchte, aber nicht kann. Sein Gefängnis ist also in seinem Unbewussten Seelenteil verborgen: ein Komplex, eine Hemmung ?

Wenn es zu Kierkegaards Zeiten die schon gegeben hätte, wäre er ein Fall für den Psychoanalytiker gewesen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass irgendwelche Psychoanalytiker ihn posthum analysiert haben; das herauszufinden ist zu aufwendig für eine Hausaufgabe.

Ich denke bei dem Zitat an eine Ehefrau, die ihren Mann liebt und viele Jahre eine gute Ehe mit gutem Sex geführt hat. Plötzlich entwickelt sie eine Störung, einen (Vater-)komplex verbunden mit einer (Inzest)-Hemmung. Unbewusst betrachtet sie ihren Mann als Vater und ist nicht mehr imstande zum Sex mit ihm. Sie schickt ihn fort, wie Kierkegaard ist mit seiner Verlobten getan hat.

Die Frau konnte die Tür nicht einrennen, die nach innen aufging. Es hätte einen Schlüsseldienst gegeben, der vielleicht imstande gewesen wäre, sie von außen zu öffnen: die Psychoanalyse. Als sie ihn zur Hilfe rief, war es zu spät.  Ein Teil des Weges zum Glück ist es auch, den Kairos, den richtigen Zeitpunkt zu finden.

Die Tür zum Glück geht nach außen auf - wer sie »einzurennen« versucht, der verschließt sie nur. - Søren Kierkegaard (1813 - 1855), dänischer Philosoph, Schriftsteller und Theologe

Von außen kann man eine Tür nur erfolgreich einrennen, wenn sie nach innen aufgeht. D.h. man kann das Glück nicht erzwingen. 

Wie kann das rein materialistische Weltbild das Phänomen des Bewusstseins erklären?

Es wird bei den materialistischen Erklärungsversuchen immer wieder von einer "Emergenz" gesprochen, die irgendwie aus einer rein atomar/elektrischen Wechselwirkung - ohne jedwedes Bewusstsein - scheinbar aus dem Nichts ein komplexes Bewusstsein entstehen lässt, mit allen Sinnen und sogar komplexen, kaum in Worte zu kleidenden Emotionen, die wir während unseres Lebens erfahren!

Das Phänomen der Emergenz ist ein wahrlich faszinierendes, da es auf einfachsten Regeln basiert und daraus komplexe Ergebnisse schafft - doch stets begründet auf etwas, das schon in primitiver Form vorhanden ist. Es bildet etwas, das (scheinbar) mehr ist als die Summe seiner Teile. Doch dieses "Mehr" ist schon als Information in dessen Bestandteilen enthalten, auch wenn wir es noch nicht erkennen können.

Da entsteht nicht einfach et

was aus dem Nichts. Wir sind nur mit unserem begrenzten Verstand nur nicht dazu in der Lage, die Komplexität des Zusammenspiels vorherzusehen.

Mit dem Bewusstsein verhält es sich diametral anders, denn die Elementarteilchen für sich genommen enthalten nicht die kleinste Spur von Bewusstsein, nicht einmal als Informations-Fragment, da kann logischerweise auch im Komplex nicht einfach 'Etwas' aus 'Nichts' entstehen, denn Multiplikationen mit 0 bleiben stets 0!

Das ist Fakt und da ändert auch keine noch so materialistische Ansicht etwas daran!

Ich will hier auch im Grunde niemanden von irgendwas "überzeugen", denn jeder soll glauben/nicht glauben, was er will.

Mich beschäftigt jedoch die Frage, wie Menschen mit Bewusstsein und Emotionen, an ein rein zufälliges Zusammenspiel von Atomen und Elektronen glauben können, dass aus der - per Definition - bewusstlosen Materie, angeblich auf einmal deren ureigenes Ich-Gefühl entstehen lässt...

Das ist eine rein philosophische Frage, vollkommen unabhängig von persönlichem Glauben/Religion, - also bitte auch auf eben jener Ebene antworten & argumentieren.

Ich freue mich über jede Antwort! :-)

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