Blickwechsel 10.11.2021
Deine Fragen an eine Astrologin
Für die einen eine bewährte jahrtausendealte Praxis, für andere eine Pseudowissenschaft: Astrologie polarisiert. Unsere Fachexpertin Christine Keidel-Joura arbeitet seit Jahrzehnten als Astrologin und betreibt eine eigene Astrologie-Schule. Am Mittwoch, dem 10. November, beantwortet sie von 15 – 18 Uhr, was Ihrer Ansicht nach hinter der Kunst der Sterndeutung steckt. Alles zum Blickwechsel

Wer hat die Astrologie erfunden?

1 Antwort

Hallo,

die Ursprünge der Astrologie liegen weit zurück.

Ich denke, schon immer haben Menschen in den Himmel geschaut und dabei eine gewisse erhfurcht und gleichzeitig Verbundenheit mit dem Kosmos gespürt. Und so finden sich nach astrologischen Kriterien erbaute Anlagen und frühzeitliche Observatorien über Jahrtausende in allen möglichen Ländern.

Unsere heutige, europäische Astrologie hat ihren Ursprung übrigens bei den Sumerern. Von den Ägyptern wurde sie weiterentwickelt und von den Griechen dann nahezu perfektioniert.

Ganz konkret basiert die Astrologie dabei auf Beobachtung des Himmels, und sie war auch bis in die Neuzeit hinein eins mit der Astronomie.

Sah man zum Beispiel Mars und Venus am Himmel zusammenstehen (wobei Mars das draufgängerische und Venus das sozial ausgleichende Prinzip verkörpert), ergaben sich viel häufiger brisante erotische Begegnungen, aber auch Zusammenstöße zwischen einzelnen Personen. Es liefen außerdem mehr Tiere vor die Kutsche oder einem Jäger fast wie von selbst in die Schusslinie.

Dabei wurden die Konstellationen wohl als Zeichen des Himmels, als Zeichen der Götter oder des einen Gottes verstanden, der oben im Großen bildhaft zu verstehen gab, was unten im Kleinen geschah oder geschehen sollte.

Die Behauptungen im vorletzten Absatz ("Sah man zum Beispiel Mars und Venus[...] fast wie von selbst in die Schusslinie") sind unbelegt, und ich bezweifle sie, auch weil keine Begrundung ersichtlich ist, warum das so sein sollte. Die Gravitation von Mars und venus ist völlig vernachlässigbar aufgrund der großen Entfernung, davon spürt man auf dre Erde nichts. Es könnte sich höchstens um eine sich selbst erfüllende Prophezeiung handeln, indem die Menschen die Voraussage dadurch eintreten lassen, dass sie daran glauben und ihr Verhalten danach richten. Wenn man ein gutes Zeichen für eine Beziehung zu erkennen glaubt, nimmt man vielleicht das zum Anlass, eine solche Anzufangen. Aber das besagt dann natürlich nicht, dass die Astrologie recht hat und diese Planeten einen direkten Einfluss ausüben. Und was die Tiere angeht, sollten sie etwa die Planeten beobachten und nervös werden, wenn sie Mars zúnd Venus zusammen sehen und dann nicht mehr darauf achten, wo sie hinrennen?

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@Thomas416

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Unbelegt vielleicht, aber selbst erlebt.

Und natürlich gehe ich nicht davon aus, dass die Tiere, die mir in fast 40 Jahren Fahrpraxis gelegentlich mal vor den Wagen gelaufen sind, und zwar immer bei Mars Konjunktion Venus, auf meine "Prophezeihung" gehört haben.

Es wird auch ganz sicher NICHT direkte Gravitation für derartige Phänomene sorgen. So viel Allgemeinwissen besitze ich auch als Astrologin. Indirekt sieht es dann schon anders aus. nehmen wir als Beispiel den Mond. Seine Scwerkraft sorgt bekanntermaßen für Ebbe und Flut, wobei hier auch noch Schwankungen der Fluthöhe nach Neu- oder Vollmond eine größere Rolle spielen. Zu bewundern war dieser Effekt ja im April, als die Ever Given durch die Springtide befreit wurde.

Die Erde mit ihren Ozeanen pulsiert sozusagen mithilfe des Mondes. Ich gehe davon aus, dass der Rhythmus des Ganzen auch auf die Biologie wirkt. Zum Beispiel war die Eiablage von Meeresbewohnern bei Springtide im Sand ein Puzzlestück dafür, dass das Leben an Land kommen konnte.

In der Natur gibt es jedenfalls häufiger biologische Rhythmen, die in Resonanz mit dem Mondzyklus stehen. Da fällt mir doch glatt das identische Wort Monatszyklus ein, und tatsächlich hat der Zyklus der Frau ja eine sehr vergleichbare Länge.

Auch die Planeten untereinander stehen in Resonanz. Auch hier handelt es sich um etwas Pulsierendes, wenn auch in Zyklen von Jahren.

Kein Astrologe glaubt also, die Himmelskörper würden gezielt einen Einfluss auf einzelne Menschen ausüben. Viel eher werden synchrone Zusammenhänge gesehen von Konstellationen am Himmel mit denen auf der Erde. Insgesamt geht es aber vor allem um zeitliche Rhythmen, des Jahres, des Tages, des Mondes und eben der Planeten.

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