Welches Thema soll ich für die VWA wählen (Biologe/Psychologie/Medizin)?

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich habe meine Fachbereichsarbeit (damals vor der Zentralmatura hieß das noch so) über Regeneration und regenerative Medizin geschrieben und studiere jetzt in diese Richtung, wenn du dabei also Hilfe brauchst helfe ich gerne! 

Mir sind momentan keine gentherapeutischen Ansätze in der Behandlung psychischer Erkrankungen bekannt, und diese Review lässt auch nicht auf ein schnelles Wachstum dieses Feldes schließen: 

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3394098/

Für eine VWA ließe sich vllt dennoch genug theoretisches finden, wenn du das Themengebiet auf die genetische Basis bedeutender psychologischer Erkrankungen erweiterst. Es ist allerdings sicherlich kein einfaches Thema.

Dasselbe gilt für das Zusammenspiel von Epigenetik und (Entwicklungs-)Psychologie. Auch wenn dieses Thema sehr spannend ist, ist Epigenetik an sich schon ein sehr neues Forschungsfeld, dies dann auch noch auf eine so konkrete Fragestellung einzugrenzen limitiert die dir zur Verfügung stehende Literatur gewaltig.

Solltest du dich für den Einfluss von Tieren auf die menschliche Psyche entscheiden solltest du dich vielleicht an die Vetmed Vienna wenden. Dort gibt es einige Forschungsgruppen zu diesem Thema und die meisten Wissenschaftler reden sehr gerne über ihr Forschungsgebiet wenn du sie höflich bittest.

Wenn du wirklich an eine "Vernetzung" von Psychologie, Biologie und Medizin denkst würde ich dir als Thema folgendes vorschlagen: "Die molekularbiologische und genetische Basis für psychologische Erkrankungen"

In diesem Thema könntest du dein eigenes Gentherapie-Thema als Unterpunkt anführen, wärst allerdings nicht so limitiert. Zudem könntest du auch auf die Wirkungsweise von Psychopharmaka eingehen, wobei dir deine Arzt-Kontakte helfen könnten.

Woher ich das weiß:Beruf – Wissenschaftler/Molekularbiologe

Vielen Dank für deine ausführliche Antwort, sie hat mir wirklich sehr weitergeholfen. Darf ich Fragen, was du jetzt genau studierst?

Auch deinen Themenvorschlag finde ich sehr interessant und kann mir wirklich vorstellen dazu zu schreiben und denke auch, dass ich dazu genug Literatur finde (ich habe auch Zugang zur Unibibliothek, das sollte also hoffentlich das geringste Problem sein).

Ich gehe mal davon aus, dass du in Wien studierst, weil du die vetmed erwähnt hast? Weißt du zufälligerweise an wen ich mich dort speziell wenden kann, bzw. wen ich am besten anschreiben soll? Am ehesten wäre das Clever Dog Lab / Messerli-institut dafür geeignet, oder?

Danke nochmals für die Antwort, damit hätte ich jetzt auch meine Themengebiete, die ich in Betracht ziehe, auf 2 reduziert und werde natürlich im September noch Rücksprache mit meiner Professorin halten, um gegebenfalls auf ihre Wünsche noch eingehen zu können.

LG

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@tortenrose

Ich habe meinen Bachelor in Biotechnologie und Biomedizin an der Vetmed in Wien gemacht, jetzt geht es an die TU Dresden für den Master "Regenerative Biology and Medicine". 

Genau, die beiden Institute wären für die Thematik gut geeignet, selbst wenn die Wissenschaftler dort selbst andere Spezialgebiete haben können sie dich sicher an die richtige Adresse weiterverweisen. Außerdem gibt es dort meines Wissens einige Forschungsgruppen welche sich genau mit dieser Thematik befassen. Ich selbst war an den molekularbiologischen Instituten tätig, deswegen kann ich dir leider keine genauen Namen nennen kann. 

Aber wenn dich Epigenetik und Mensch-Tier-Interaktionen interessieren könntest als Thematik auch die Epigenetik und Genetik des Verhaltens von Hunden nehmen und dich dafür z.B. an diese beiden Forschungsgruppen wenden: 

https://www.vetmeduni.ac.at/de/messerli/forschung/forschung-kognition/hundeartige/hunde-clever-dog-lab/hunde-forschung/genetik-und-epigenetik-des-sozialverhaltens-von-woelfen-und-hunden-fwf-i1271-b24/

https://www.vetmeduni.ac.at/de/messerli/forschung/forschung-kognition/hundeartige/hunde-clever-dog-lab/hunde-forschung/effekt-der-menschlichen-sozialisation-oesterreichische-akademie-der-wissenschaften

https://medienportal.univie.ac.at/uniview/forschung/detailansicht/artikel/empathie-und-mitgefuehl-bei-hund-und-mensch/

So ein Thema würde denke ich auch viele deiner Interessen kombinieren!

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@dadita

Genau dieses Studium ist es, das ich machen möchte, wenn ich doch nicht Biologie/Chemie bzw. PsychoPhilo (oder alle 3 Fächer, wenn ich es vom Aufwand her schaffen sollte) auf Lehramt studieren sollte. Darf ich fragen, wie du das Studium fandest und was die Schwerpunkte waren? Ich habe mir natürlich schon das Curriculum und die verschiedenen LVs angesehen, kenne aber sonst niemanden, der dieses Studium macht und mir mehr darüber erzählen kann. Du musst natürlich nicht antworten, immerhin hast du mir schon mehr als genug geholfen und ich will nicht zu nervig erscheinen.

Danke für die weiteren Links, ich werde es mir mal genauer ansehen und dann im Herbst, wenn ich mit meiner Professorin das Thema besprochen habe, beginnen, die Institute gegebenenfalls anzuschreiben. Ich bin dir gerade so dankbar, dass du diese Antwort geschrieben hast, du bist bis jetzt die/der einzige, die/der mir wirklich fachlich weiterhelfen konnte, da sich in meinem Umfeld - bis auf in meiner Frage genannte Kontaktpersonen - niemand wirklich in dem Bereich auskennt.

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@tortenrose

Keine Sorge du nervst nicht!

Der Lehrgang hat mir wirklich sehr gefallen, durch die geringe Zahl an Studenten (es gibt eine Aufnahmeprüfung) fallen viele der Probleme ähnlicher Studiengänge auf anderen Unis weg. Die Betreuung ist wirklich ausgezeichnet!

Der Schwerpunkt im Studium liegt klar auf dem "Biomedizin" Anteil, das Biotechnologie mit Verfahrenstechnik und Co. kommt sehr kurz. Dafür hat man jede Menge Anatomie, Histologie, Molekularbiologie, Pathologie und Co., in der Beziehung kann man sich durchaus mit Medizin-Studenten messen. 

Außerdem ist der Lehrgang auch sehr praktisch angelegt, ich glaube es gibt keinen anderen Lehrgang in Österreich wo es soviele Labore, Projektmitarbeiten, Pflichtpraktikas und ähnliches gibt, in meinen Augen ein großer Vorteil!

Was vielleicht auch erwähnenswert ist: Der Studiengang ist sehr straff organisiert und gleicht mehr einer FH als einer Uni. Ein Großteil der LVs sind Pflichtveranstaltungen, es gibt viele Übungen und KVs und es gibt einen gut gefüllten Stundenplan. 

Die größten "Hürden" sind Anatomie im 3. Semester und Virologie im 5., doch beides ist mit ein bisschen Lernaufwand problemlos machbar. 

Ich kann den Studiengang jedenfalls wirklich empfehlen! 

Wenn du irgendwelche weiteren Fragen hast zögere nicht ;) 

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@dadita

Danke :)

Ja, das mit dem Aufnahmetest hatte ich schon gelesen, ist es sehr schwer, ihn beim ersten Mal zu schaffen, wenn man im selben Jahr maturiert und eigentlich eine meiner Meinung nach recht gute fachliche Grundlage hat (ich bin auf einer eher naturwissenschaftlichen Schule und im Zuge eines Kurssystems, das ein Schulversuch ist, bin ich jetzt schon mit dem Oberstufenstoff in den Nebenfächern fertig und habe die nächsten 2 Jahre Vertiefungsstunden, die auf höherem, teilweise Uni-Niveau sein sollen, darunter eben auch BiU in Ökologie und Verhaltensbiologie und Chemie als Vorbereitung auf NaWi-Studiengänge)?

Ist es für das Studium ein großer Nachteil, wenn man nicht unbedingt gut in Physik ist? Mathematik, Bio und Chemie sind alle kein Problem für mich, aber in Physik bin ich wirklich nicht gut, wobei das auch am Lehrer liegen kann und sich vielleicht noch ändert.

Und ich weiß nicht, ob du da schon einen Einblick hast, aber findet man mit dem Studium (+ Master) dann auch eine gute Stelle, vorausgesetzt natürlich, dass man fachlich auch gut ist? Von dem, was ich gelesen habe, soll das ja mit dem normalen Biostudium auf der Hauptuni nicht mal bei Schwerpunkten wie Genetik/Molekularbiologie/Mikrobiologie/etc. so einfach sein.

Danke für dem kurzen Überblick, ich freue mich immer sehr, wenn mir jemand so sehr weiterhelfen kann 

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@tortenrose

Der Aufnahmetest wird sicher kein Problem für dich! Ich habe ihn ein Jahr nach meiner Matura gemacht (bin männlich, kam also in den "Genuss" des Zivildienstes ;)) und problemlos bestanden...und ich kam von einem Gymnasium mit sprachlichen Fokus!

Mit deiner Spezialisierung müsste es dir eigentlich noch leichter fallen! 

Das ist kein Problem. Wie gesagt ich kam von einem sprachlichen Gymnasium und bis auf Biologie (wo ich mir mit Wahlfächern und Selbststudium ausgeholfen habe) waren meine naturwissenschaftlichen Kenntnisse eher dürftig, aber es hat vollkommen ausgereicht.

Es gibt zwar relativ viel Physik, aber es ist auch mit relativ geringen Vorkenntnissen schafbar (gleiches gilt für Chemie). 

Was ich dir sicher sagen kann ist, dass du dich mit dem Studium (und eben entsprechend gutem Abschneiden bei deinen Noten) für so ziemlich jede Master-Stelle im In- und Ausland qualifizieren kannst. 

Generell ist der Arbeitsmarkt auf dem Gebiet der Molekularbiologie (wie überall in der Wissenschaft) recht hart, man benötigt eine hohe Bereitschaft zu Mobilität und muss sich gerade am Anfang mit eher schlechten Gehältern zufrieden geben...dafür gibt es allerdings sicher auch wenige Jobs die so spannend sind (zumindest wenn man sich dafür interessiert) und wenn man Erfolg hat und es z.B. zum Forschungsgruppen- oder gar Institutsleiter schafft hat man so ziemlich ausgesorgt. 

Für mich kann ich sagen dass es mir das Risiko wert ist (und als Plan B halte ich es mir offen Biologie und Englisch auf Lehramt zu studieren ;)).

Ahja in der Beziehung vllt noch ein Vorteil des Studiums an der Vetmed: Man wird mit ziemlicher Sicherheit in Mindeststudienzeit fertig, was in Österreich an Unis eher unüblich ist! Damit hat man selbst wenn man am Ende des Studiums zur Einsicht kommt lieber etwas anderes zu studieren noch Zeit für einen Wechsel.

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@dadita

Danke für deine Antwort, du weißt glaube ich gar nicht, wie sehr du mir mit all Deinem Geschriebenem weiterhilfst, denn sonst kann mir niemand in meinem Umfeld diese Informationen geben.

Im Zweifelsfall würde ich das denke ich machen wie du, dass ich Biomedizin & Biotechnologie studiere und Lehramt der Plan B ist oder in ganz geringem Ausmaß nebenher laufen lassen, falls ich mir nicht 100%ig sicher bin, dass ich Biomedizin machen will und zumindest diese freien Wahlfächer im Lehramt wird man sich anrechnen lassen können, oder? (Ich hab gehört, die Hauptuni rechnet ziemlich wenig an, aber bei meinen Fächern sollte das wenigstens in einigen wenigen Bereichen möglich sein, oder?)

Wenn nur 30 Studenten aufgenommen werden und ein recht enges Verhältnis zwischen den Studenten vorliegt, wird es nicht möglich sein, es mit dem LA-Studium als Doppelstudium zu machen (also ohne in dem Fall z.B. das LA-Studium nur geringfügig und sich möglichst viele LVs anrechnen lassen), oder? Ich weiß zwar, dass ich mich noch nicht entscheiden muss und noch 1-2 Jahre Zeit habe, aber jetzt hab ich zum ersten Mal die Chance mit einem Studenten aus der Richtung zu sprechen und liebe es, solche Dinge zu planen (nächstes Jahr werde ich zwar auf die BeSt gehen, aber ich weiß nicht, ob ich dort die Chance bekomme, so viel zu fragen).

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@tortenrose

Ein zweites Studium neben Biomedizin und Biotechnologie ist wirklich schwierig, alleine schon aufgrund der Anwesenheitspflicht. An vielen Tagen, gerade im 3ten Semester, bist du wirklich 5 Tage die Woche von 8-15 Uhr an der Uni (und den Rest der Zeit lernst du, aber es klingt jetzt aber echt schlimmer als es ist! Mir der eichtigen Lerngruppe macht es richtig Soass)

Daher habe ich noch kein zweites Studium betrieben, sondern es mir als Option überlegt, sollte ich am (nun Ende des Masters) zu dem Schluss kommen dass die Wissenschaft doch nicht auf Dauer meine Berufung ist.

Das Verhältnis zwischen den Studenten ist wirklich sehr eng, es gleicht einer Klassengemeinschaft, wenn nicht sogar noch enger ;) 

Vorausplanung schadet nie! Wenn du willst kann ich dir auch die Stundenpläne schicken, dann kannst du dir vllt einen Eindruck vom Arbeitsaufwand machen! 

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@dadita

Das hatte ich mir schon fast gedacht, dass das schwierig sein wird, aber die Hoffnung blieb bestehen ;)

Ja, das wäre sehr nett, wenn du mir diese zukommen lassen könntest. Wie ist das am besten möglich? Ich hätte theoretisch so eine Art "Anonym-Mailadresse", die nicht meinen richtigen Namen enthält, soll ich diese hier her schreiben oder gibt es eine andere Art der Kontaktaufnahme, ohne es für alle anderen öffentlich zu machen (ich bin noch nicht so lange hier, das ist der Account einer guten Freundin, da sie ihn nicht mehr braucht)? Bzw. bin ich jetzt davon ausgegangen, dass das ein längerer Text / Datei sein wird, wenn dem nicht so ist, ginge es im Notfall ja auch hier, oder?

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@tortenrose

Es sind mehrere PDF-Dateien mit den Plänen, ich weiß nicht ob man diese über den internen Mail-Dienst von Gutefrage verschicken kann. Sonst könntest du mir über mein Profil eine Nachricht mit deiner anonymen Adresse schicken wenn du sie hier nicht posten willst, dann sehe nur ich sie! 

PS: Aber diese Nachrichten gehen scheinbar nur an Freunde, ich hab dir eine Anfrage geschickt! 

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Wie wäre es mit der Evolutions-Lehre? Zwischen verschiedenen Theorien oder den Evolutions-Faktoren, wie Selektion, Isolation, Rekombination erklärt. Oder über Charls Darwin, als Entdecker der heutigen, modernen Evolutions-Theorie? Oder über die unterschiedliche Arten-Entstehung, am Beispiel der Gallapogoss-Inseln? Oder doch eher am Beispiel des Menschen? Warum der erste Mensch ein Schwarzer war, wie unteranderem durch Mutationen andere Hautfarben enstanden sind? Oder am Beispiel an bestimmten Tieren, z.B. der Giraffe, die anfangs einen kurzen Hals hatte? Sehr interessantes Thema auch übergreifend auf heute, da wir mit unserer heutigen Technik und Medizin die Evolution am Menschen zerstören. Gibt in diesem Bereich sehr viele interessante Unterpunkte

Danke für deine Antwort :)

Das ist finde ich auch ein recht interessantes Thema, vor allem, weil ich Genetik/Vererbungslehre liebe ;)

Ich werde mich mal weiter dazu einlesen, auch wenn ich glaube, dass ich dieses Thema nicht nehmen werde, da es mich (soweit ich mich gut genug kenne) nach einiger Zeit nerven wird, was mir leider schon bei den vorigen Arbeiten passiert ist, und ich außerdem keine möglichen Ansprechpartner für Experteninterviews habe, sowie mir nicht einfallen würde, was für eine Umfrage man da am besten machen kann (meine Schule liebt es, wenn man eines von diesen Dingen macht, damit es keine reine Literaturarbeit wird, die man theoretisch auch in der Nacht vor Abgabe schreiben könnte).

Trotzdem schließe ich das Thema erstmal nicht aus und werde mich, wie gesagt, ein bisschen näher damit beschäftigen :)

LG

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Nach einer gewissen Zeit wird dich jedes Thema nerven. Die Evolution basiert auf der Genetik. Ohne doe Genetik könnte man die Evolution nicht richrig erklären und das macht es spannend. Umfragen gibt es zu jedem Thema, kommt drauf an ob du Wissen abfragen willst, Studien aufstellen willst (beschränkt auf gewisse Themen) oder was auch immer für Umfragen ;)

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