Welche Bücher findet ihr sind sehr schwer zu lesen?

12 Antworten

Da gibt es viele. Für mich , ich habe mich in meinem langen Leben mehrmals daran versucht, auch ganz gelesen, ist Thomas Manns "Dr. Faustus. Das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde" ganz schwere Kost. Schwierig auch, weil die Musik mit vielen Fachausdrücken hineinspielt. Sicher ein großer Roman. Robert Musils Roman "Der Mann ohne Eigenschaften" ist auch nicht ohne. Kafka wurde schon erwähnt, dem stimme ich auch zu.

Keine Ahnung, wer Welling ist und was er normaly so macht. Aber den Mann ohne Eigenschaften als schwere Kost zu bezeichnen, ist ja wohl heftig! Ein Buch, das man nicht mehr weglegen kann, das einen tief in seinen Bann zieht, bei dem man (endlich!) die Welt zu verstehen beginnt ...

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@Literaturius

Welling ist jemand, der gerne und viel liest. Musils "Mann ohne Eigenschaften" ist eines meiner Lieblingsbücher, es steht seit Jahrzehnten quasi in Griffnähe (Ausgabe Rowohlt-Verlag), immer wieder habe ich hineingeschaut. Das schließt allerdings nicht aus, dass ich den Roman sehr anspruchsvoll finde ("schwere Kost"). Ich habe eben wahllos die Seiten 442/43 aufgeschlagen: "Die eigentliche Schwierigkeit im Dasein eines Großschriftstellers entsteht erst dadurch, daß man im geistigen Leben zwar kaufmännisch handelt, aber aus alter Überlieferung idealistisch spricht, und diese Verbindung von Handel und Idealismus war es auch, die in Arnheims Lelbensbemühungen eine entscheidende Stelle innehatte." oder "Also mußte der Kaufmann, der des Großen so wenig entbehren will wie eines Kompasses, den demokratischen Kunstgriff anwenden, die unmeßbare Wirkung der Größe durch die meßbare Größe der Wirkung zu ersetzen." Nun, so geht es im Roman zu, höchst anspruchsvoll in der Sprache, auf etwa 1650 Seiten (einschließlich Nachlass). Dein "ist ja wohl heftig" assoziiert, dass du meine Einschätzung in Bezug auf Schwierigkeit als einen Beleg für einsetzende oder bereits fortgeschrittene Plemplemisierung betrachtest, dem will ich nicht widersprechen. Meine These bleibt allerdings bestehen. Und der "normale" Nutzer dieses Forums muss, um dieses Buch zu verstehen, wirklich zu verstehen, häufiger als hundert mal (etwas willkürliche Schätzung) ein Lexikon bemühen. Allein auf dieser einen Seite (443) wären das Idealismus, gotische Schönheit des Denkens (und bei der Klärung dieser Vokabel reicht ein Lexikon nicht) , Freidenkertum usw. usw. Und bei der Einschätzung habe ich auch an die Menschen hier gedacht, die Rat und Hilfe suchen - aber eben längst nicht nur.

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@Welling

Am liebsten möchte ich für Welling Reklame machen. Er ist mit Sicherheit ein sehr belesener Mann- und zudem ein sehr geduldiger, einfühlsamer Mensch. Er beantwortet Fragen nicht nur aus seiner Sichtweise, sondern denkt sich in die des Fragenden hinein. Was nutzt es Lorenz zu wissen, daß Literarius jeder noch so schwierige Text "leicht von der Hand geht". Nicht jeder hat den gleichen Ausbildungs-Wissen- oder Intelligenzstand wie Du, lieber Literarius. (Und mit Sicherheit auch Welling und viele andere hier). Für Normalmenschen, die sich allein durch Texte arbeiten, die nicht dem allgemein üblichen Sprachschatz entsprechen, sind einige Texte bzw. die Umsetzung des Inhaltes in die eigene Möglichkeit des Verstehens, schon ganz schön"schwierig". Also, kein Grund uns, die nur normal- oder mittelbegabt,gebildet u.ä. sind, anzugreifen. Und so empfinde ich Deine Kommentare heute, lieber Literarius.

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Die Buddenbrooks-Seiten schmelzen nur so weg. Wie ein Sog, der einen einfach mitnimmt. Wie ein solcher, am Anfang etwas ruhiger, dann mehr und mehr mit steigender Dynamik dem Ende entgegen. Es hat auch ein bisschen was von der Machart einer Fernsehserie - man weiß beim neuen Kapitel sofort, wer diesmal dran ist und was wohl als Nächstes blüht, etwas überspitzt gesagt - aber in einem wunderbaren Stil! Man möchte von den 759 Seiten keine einzige missen.

Schwere Literatur? Was bitte ist denn das? Ich gebe zu, solche AutorInnen, wie z.B. Hera Lind oder dieser unsägliche Herr Konsalik sind mit ihrer Trivialliteratur schwer zu ertragen, aber doch nicht schwer zu lesen! Manchmal geht ein Buch tatsächlich nicht an mich; so war's z.B. bei GGrass "Der Butt", da hab' ich's weggelegt und ein Jahr später erneut gelesen, da flutschte es nur so ... Bei seinem "Ein weites Feld" hat Grass einige Male (leider!) daneben gegriffen, okay, das ist traurig und liest sich mitunter schwerer, aber auch da kommt man doch durch; ist also eher nicht so gute, aber doch keine schwere Literatur! Ich mag keine Mathebücher lesen, die sind mir zu schwer, die sind schwere Literatur!

Ich lese für mein Leben gern,alles was ich in die Hände bekomme.Mein Mann kennt mich und dachte, der helfe ich mal aus und holte mir eine Kiste mit allen Klassikern in einer Kiste. Ein Geschenk zu Weihnachten.Ich war entsetzt.Ich liebe alles heutige Material,so wie Menschen heute denken.Als ich die Klassiker durstöberte und auch mehr drin blätterte,dachte ich nur,bin ich froh nicht in der Zeit gelebt zu haben.Alle rufen Goethe als den Besten aus.Ich fand ihn grauenvoll.Schiller gefiel mir besser.Kafka in seinen Gedanken verdreht.Ich habe sie nicht alle gelesen.Ich habe daraus gelernt,man darf niemand aus der Zeit herausnehmen.Wer sich nicht in die Zeit einfühlen kann und sie verstehen kann,bleibt verwirrt zurück und legt die Bücher in die hinterste Ecke.Ich habe sie dann auch verschenkt.Selbt die Wortwahl von heute gefällt mir besser als die steife Form von früher.

Naked Lunch von William S. Burrough. Das hat er geschrieben, während er high von Opium war und dementsprechend wirr ist das ganze auch ;)

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