Wasser kocht auf neuem Herd (Cerankochfeld) erst bei Stufe 7 von 9?

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Ceranfelder funktionieren nach dem "An-Aus-Prinzip". Bei niedrigen Stufen ist die "Aus-Phase" länger, bei höheren kürzer. Das kann man auch beobachten, wenn man den Topf vom Herd nimmt und schaut, wann es da auf dem Feld rot leuchtet und wann nicht :).

Damit das Wasser kocht, muss der Herd die Wärme an den Topf und der sie wiederum an das Wasser weitergeben. Entsprechend kann das Material des Topfes einen erheblichen Einfluss darauf haben, wie schnell und wie gut das Wasser kocht. Material, was die Wärme aus irgendwelchen Gründen schlecht leitet und speichert, kann also die weitergereichte Wärmeenergie an das Wasser schon deutlich verringern. Hab ich übrigens bereits bei meinem uralten, simplen Elektroplattenherd deutlich gemerkt, als ich von einem günstigen Tchibo-Topfset auf ein hochwertiges umgestiegen bin!

Von daher, schau dir als erstes mal ohne Topf an, ob und wie der An-Aus-Mechanismus bei deinem Herd je nach Stufe variiert. Im zweiten Schritt kannst du mal schauen, ob deine Töpfe wirklich gute und noch komplett in Ordnung sind (bei günstigeren Modellen kann es zum Beispiel auch passieren, dass mit der Zeit in die Schichten des Bodens in der Spülmaschine Wasser eindringt und dort Schaden anrichtet, der die Wärmeleitfähigkeit deutlich beeinträchtigt!). Auch könntest du dir bei Freunden oder Familie mal Töpfe leihen und damit "gegenchecken", ob's vielleicht daran liegt.

Vielen Dank für die ausführliche Antwort! Wir hatten vorher einen älteren Herd mit Kochplatten, wo das Problem bei den gleichen Töpfen nicht aufgetreten ist. Dann müsste es ja so sein, dass Kochplatten schlechtere Töpfe eher „verzeihen“ als Ceranfelder - Ist das so?

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@Prah123

Gut möglich. Elektroplatten verzeihen vor allem etwas verzogene Topfböden besser als Ceran oder Induktion. Wackeln deine Töpfe eventuell ein bisschen, wenn sie auf dem Herd stehen? Sind sie eventuell am Boden "hochgezogen", also stehen nicht mit der vollen Fläche glatt auf? Wären nämlich auch potentielle Erklärungsansätze :).

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@HappyMe1984

Also als du das mit den Töpfen vorhin geschrieben hattest war ich unterwegs und dachte halt eigentlich „Ach Quatsch, ich hab doch gute Töpfe“. Ich hab dann bei Karstadt mal geschaut: Fissler, Silit, WMF usw. hab mal angefasst und dachte „Ja, so sind meine Zuhause auch“. Zuhause angekommen musste ich dann aber schon feststellen, dass meine Töpfe bei gleicher Größe etwa die Hälfte wiegen. Der Boden ist aber bei meinen schon plan. Ich kann nicht ausschließen, dass das Ganze zumindest EINE Ursache für mein „Unbehagen“ ist. Es macht ja schon Sinn, dass wenn ein Ceranfeld immer zwischen 0 und 100% schwankt ein dicker Boden als Hitzespeicher diese Schwankungen ausgleicht und für gleichmäßigere Hitze sorgt. Und beim alten Herd hat das vielleicht die Kochplatte übernommen.

Ich hab eben mit meiner teuren Testsieger-Silit-Pfanne Hähnchen gebraten und die sind sehr gut geworden - innen saftig, außen goldgelb und knusprig. Pfanne war schnell heiß aber halt durchgängig auf Stufe 8 oder 9. Das ist anders als ich es kenne aber ist das jetzt schlecht? Brauch ich irgendwann noch mehr Hitze? Keine Ahnung.

Mein Vater meinte vorhin in all seiner Weisheit „Ja, dann stell das Ding halt auf 8“ - Wo er Recht hat...

Es ist anders als ich es gewohnt bin aber ich kann nicht ausschließen, dass es einfach nur ne Mischung aus schlechten Töpfen, Umstellung auf Ceran und vor allem dem Gewohnheitstier in mir ist. Ich bestell mir jetzt nen besseren Topf und teste nochmal. Danke für deine Hilfe.

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Hallo Prah123

Bei Ceranfeldern erfolgt die Temperaturregelung nicht mit einem Thermostat sondern die Regler takten die Leistung. Bei Stufe 9 bleibt das Kochfeld ununterbrochen eingeschaltet. Bei allen anderen Stufen erfolgt die Taktung je nach Reglerstellung, bei höherer Einstellung wird das Kochfeld mit kurzen Pausen eingeschaltet, bei niedrigeren Einstellungen sind die Pausen länger und die Einschaltzeiten kürzer.

Weil das alles ohne Thermostat erfolgt kommt es immer auf die Menge an die erhitzt wird. Wenn nur eine geringe Menge erhitzt werden soll dann kann sie schon bei niedriger Einstellung kochen, während eine größere Menge natürlich eine höhere Einstellung braucht um sie zum Kochen zu bringen

Gruß HobbyTfz

Hallo Prah,

auch ich habe so meine Probleme mit meinem neuen Ceranfeld von AEG. Vorher hatte ich eines der Fa. Neff. Alleine der Preisunterschied war schon gewaltig. Kann es vielleicht sein, dass das preiswertere Gerät einfach weniger Wattzahl hat und damit schlechter heizt ? Ich weiß es nicht, wäre aber eine Erklärung. Vielleicht gibt es hier im Forum einen Elektriker der mehr dazu sagen kann.

Meine Töpfe haben alle gut leitende Sandwichböden, daran kann es also nicht liegen.

Danke für deine Antwort! Also bei mir ist es ja so, dass ich upgegradet habe. Ich hatte vorher einen billigen Indesit Backofen mit normalen Kochplatten. Und jetzt hab ich nen 700€ Siemens mit Ceran. Mir ist schon klar, dass ich damit noch deutlich vom gehobenen Segment weg bin, aber ein Upgrade ist das meiner Meinung nach schon.

Der Siemens Techniker meinte zu mir, dass Siemens die Wattzahl relativ gleichmäßig auf die 4 Platten verteilt. Die großen natürlich mehr, aber er meinte dass das bei anderen Anbietern anders verteilt sein !kann!. Darum kann bei denen der Eindruck von mehr Power entstehen, weil die bestimmte Platten auf Kosten der anderen pushen.

Eigentlich kann ich mir auch nicht vorstellen, dass schlechte Kochfelder weniger Watt haben. Man hat ja meistens drei 16A Sicherungen dafür. Und davon zwei fürs Kochfeld (Jeweils eine Sicherung für 2 von den 4 Kochstellen). D.h. die 7500 Watt die der Hersteller da für alle 4 Kochstellen zur Verfügung hat kann der Hersteller ja auch benutzen, gibt keinen Grund das nicht zu tun. Kann aber natürlich sein, dass durch schlechte Verarbeitung nicht die volle Wattzahl gezogen werden kann.

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