Was treibt menschen zur Legion?

6 Antworten

Ich weiß, dass die Frage 6 Jahre alt ist, aber sie kommt ja so, oder so ähnlich, immer wieder. Die Legion "von heute" hat nicht mehr viel mit der Legion von früher zu tun, vor allem nicht mit der bis 1962 (Ende des Algerienkrieges, davor bis 1954 Indochina). Auch danach gab es immer wieder Wandlungen innerhalb der Legion. In den 70ern und 80ern war die Legion eine andere als sie ab 1990 wurde, als die ganzen Ostblockstaaten zusammenbrachen und viele Angehörige (Berufssoldaten) der dortigen Armeen in die Legion strebten, alleine um eine bezahlten Arbeit zu haben. Und heute ist die Legion wieder eine andere, als in den 1990ern.

Africaone hat es in seiner ersten Antwort gleich gut auf den Punkt gebracht. Die Legion, bzw. ihre Angehörigen sind ein Spiegelbild der weltpolitischen und weltwirtschaftlichen Lage. Nach dem 2. Weltkrieg bestand die Legion zum überwiegenden Teil aus Deutschen, manche Historiker gehen von 2/3 aus, soweit es die Mannschaften und Unteroffiziere angeht. Warum? Deutschland lag in Trümmern, der Krieg war verloren, es gab keine Arbeit, viele Menschen hungerten. Diejenigen die Arbeit hatten, mussten für sehr wenig Geld sehr, sehr hart und "ungesund" arbeiten (z.B. in den Bergwerken des Ruhrgebiets oder des Saarlandes). Da kam die Legion wie gerufen. Viele der damals (direkt nach 1945) 21jährigen oder ältere hatten ja alle noch als deutschen Soldaten in Wehrmacht oder Waffen-SS gedient. Die jüngeren unter Ihnen kannten nichts anderes, als "Soldat zu sein". Was lag also näher mit dem "was man konnte" Geld zu verdienen, bzw. überhaupt regelmäßig zu Essen zu haben (und das für damalige Verhältnisse recht üppig) und dabei noch "ferne Länder" kennenzulernen. Damals setzte man sich nicht -wie heute- einfach in ein Flugzeug und machte in Tunesien oder Marocco Urlaub (wo damals neben Algerien nennenswerte Teile der Legion stationiert waren), von Indochina (das Gebiet des heutigen Vietnam, Kambodscha, Laos...)  ganz zu schweigen. Auch viele Angehörigen der Nationen, die im 2. Weltkrieg mit Deutschland verbündet waren, zog es damals zur Legion (Österreicher -die waren eh eingemeindet ;) - , Italiener, Ungarn usw.). Eine weitere große Welle von Ungarn kam 1956 nach dem gescheiterten Volksaufstand der Ungarn gegen die Sowjetunion, die Ungarn "Hals über Kopf" verlassen mußten um nicht im Arbeitslager in Sibirgen zu enden. Dabei muß man bedenken, dass Europa damals noch voller Grenzen war. Man konnte mal nicht so eben und ohne weiteres als z.B. Brite in Italien leben, oder als Spanier in Norwegen, wie das heute problemlos möglich ist. Frankreich bot da mit der Legion eine gute Alternative, zumal es eben möglich war, nach seiner Dienstzeit, oder -wenn man lange genug diente- auch schon während der Dienstzeit die französische Staatsbürgerschaft zu bekommen. Weiterhin sorgte die Legion dafür, dass man auch nach seiner Dienstzeit gute Jobs im Zivilleben bekam, z.B. bei den großen Autoherstellern, wie Renault, Citroen, Peugot usw. oder in Staatsbetrieben angestellt wurde (Air France, La Poste, SNCF usw.)

Wenn man sich die Legion von heute ansieht, hat sich zwar wie eingangs gesagt vieles geändert, dieses eine jedoch nicht. Die meisten Legionäre kommen heute aus Ländern wo entweder eine wirtschaftliche Armut herrscht (z.B. Brasilien, Rumänien, Albanien, Litauen, Lettland, Estland, Moldawien usw.) oder eine mehr oder weniger diktatorische Regierung, oder beides (China, Russland, Ukraine, Weißrussland, oder andere Staaten, die früher einmal zur Sowjetunion gehörten). Dort arbeiten Menschen hart für teilweise 100,00 € im Monat, wovon sie gerade so ihre Familie ernähren können. In der Legion hast Du selbst als "Frischling" (also Leg. 2eme Classe) ein Einstiegsgehalt von über 1.200,00 € plus Zulagen für sog. Geländetage. Wenn Du in einen sog. "scharfen Einsatz" gehst (Afghanistan, Mali) verdoppelt sich der Sold. Weiterhin brauchen Legionäre bis einschl. Dienstgrad Caporal nichts für Unterkunft und Verpflegung zu zahlen, d.h. die 1.200 - 1.350 € (ohne Zulagen) stehen frei zur Verfügung. Viele Legionäre (z.B. speziell die aus China) senden den größten Teil Ihres Soldes (70-80%) "nach Hause", wo dann eine zigköpfige Großfamilie gut davon leben kann. Wenn heute ein Legionär z.B. mit 18 Jahren in die Legion eintritt, dort etwas "Karriere" macht (also Unteroffizierslaufbahn) und dann nach 21 Jahren Dienstzeit mit Anspruch auf volle Sofortpension als in der Regel Adjudant-Chef (Stabsfeldwebel) austritt, ist gerade mal 39 Jahre alt und bekommt, sofort nach dem ausscheiden eine monatliche "Rente" von min. 1.500,00 EUR im Monat (selbst wenn er in seinen 21 Jahren nur "Schreibtischjobs" in der Legion hatte). Wenn er -wie es natürlich sehr viel wahrscheinlicher ist- in den 21 Jahren auch mehrere Kampfeinsätze mitgemacht hat, kann diese Rente (je nach Art und Dauer der Einsätze und ggf. abgeschlossene Zusatzversicherungen, die vom franz. Staat gefördert werden) auch 4.000,00 - 5.000,00 €/mtl. betragen, die überall hin gezahlt wird, wo er sie hinhaben will. Beschliesst er auf Grönland zu wohnen, auch dorthin :)  Wenn er damit in seine "Heimat" (wie erinnern uns, dort wo man rd. 100 € mtl. verdient) zurückgeht, ist er dort sowas wie ein Multimillionär. Mit 39 Jahren und nach "nur" 21 Jahren Arbeit. Ich denke nun ist klar, wo der Reiz für die Angehörigen mancher Nationen liegt, der Legion beizutreten, zumal man dafür keinerlei Vorbildung benötigt, nicht mal einen Schulabschluss.

also heutzutage siehts so aus: man kann nach beendigung der ausbildung eine franz. staatsbürgerschaft erlangen, wenn man darauf besteht, allerdings wird heute niemand mehr dazu gezwungen, das war nur früher so.

zu den gründen: armut, bürgerkrieg im eigenen land, persönliche tragödien (ehe kaputt, frau gestorben, denk dir was aus), abenteuerlust, flucht aus einer gesellschaft, dessen werte man nicht für die richtigen hält, usw.

Unterordnen, Gehorchen, Schießen, Töten. MAnche stehen drauf. Positiv ist, das man fremde Kulturen kennenlernt.

um sie zu verhören, zu vergewaltigen oder ebenfalls zu töten. Vielleicht n bisschen übertrieben? Wenn nur n bisschen :)

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Naja, ich bedanke mich schonmal für die Antworten

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