Was sagt ihr zu Minimalismus?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Minimalismus hat mein Leben verändert. Ich habe früher Unmengen an Zeug gehabt, eine riesige DVD Sammlung, Schubladen nur mit Zeug was ich heutzutage als Schrott betiteln würde, extreme Sammlungen von Duschgel etc. Meine Kommoden waren vollgestopft bis oben hin, ich konnte in meinem Zimmer nicht mal meine Kleidung unterbringen weshalb diese in einem anderen Zimmer aufbewahrt wurde.

Dann habe ich 2017 / 2018 als es mir einige Monate seelisch nicht gut ging angefangen auszumisten. Mich von allem zu trennen was ich eh nie benutze, was ich nicht mag und einfach nicht brauche. Das war ein Prozess. Mittlerweile sind meine Schubladen ordentlich und gar nicht mehr voll. Ich habe viele Sachen aufgebraucht, verschenkt, Verkauft und auch entsorgt. Auch meine Kleidung welche ich mittlerweile in meinem Zimmer unterbringen kann.

Mal ganz grob geschätzt:

Vorher: 200 DVD´s - heute ca. 30

Vorher: ca. 40 Flaschen Duschgel / Shampoo - heute eine und wenn die alle ist kaufe ich eine! neue

Vorher: Ein Riesen Kleiderschrank voll mit Kleidung- heute eine Malm Kommode ( 4 große Schubladen und 2 kleine oben) in 2 großen und einer kleinen sind meine Kleidung.

Vorher: Ungefähr 12 Taschen- heute 4

ich könnte mit allem so weitermachen aber das sollte als Beispiel reichen.

Ich spare Geld, kaufe nur noch was ich brauche oder was mir wirklich gefällt und bin wirklich glücklich damit.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung
Was sagt ihr zu Minimalismus?

Ich bevorzuge und pflege einen weitgehend minimalistischen Lebensstil.

So besitze ich beispielsweise keine Mobilgeräte, wie etwa Mobiltelefon, Tablet oder Laptop, weil ich sie schlichtweg nicht benötige. Für mich ist das kein Mangel.

Kennst du dich damit aus?

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@verreisterNutzer

Ich lebe wie gesagt weitgehend minimalistisch und ich fühle mich sehr wohl damit. Ist aber sicher nicht jedermanns Sache.

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@Enzylexikon

Gibt's bestimmte Stufen oder so etwas in der Art? Also Bedingungen ab was man ein Minimalist ist? Verstehst du was ich meine?

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@verreisterNutzer

Ja ich weiß, was du meinst.

Die meisten Menschen die ich kenne, die sich zumindest vom Minimalismus inspirieren lassen, sind schrittweise an das Thema herangegangen.

Sie haben also nicht auf einmal alle Sachen, die sich "überflüssig" fanden, einfach weggeworfen, sondern überlegt, wen sie damit beschenken konnten.

Dinge loswerden

Manche haben jene Dinge auch Hilfsorganisationen als Sachspenden gegeben, damit sie nicht auf dem Müll landen, obwohl sie in Top-Zustand waren.

Das zweite Waffeleisen, das zum Geburtstag geschenkt wurde und noch originalverpackt ist, sollte man nämlich wirklich nicht einfach wegwerfen.

Stufen des Minimalismus

Eine genaue "Stufe", ab der man Minimalist ist, wüsste ich jetzt nicht. Es geht halt darum, sich von jenen Dingen zu befreien, die nicht unbedingt benötigt werden.

Grundsätzlich bedeutet es wirklich, alle Dinge die nicht unbedingt zum Leben benötigt werden, aus seinem Umfeld zu entfernen.

Beispiele

Als jemand der Home Office macht, benötige ich z.B. diesen Computer mit Internet-Anschluss, weil die E-Mail schneller ist, als Schreibmaschine und Post.

Eine andere Person kann dagegen auf diesen Luxus (für mich ist ein Rechner Luxus und das Internet sowieso) möglicherweise verzichten.

Wenn ich 12 Kinder hätte, wäre es ziemlich dumm, alle Teller und das ganze Besteck zu verschenken, weil es so ein großes Problem geben würde.

Lebt man dagegen allein und hat selten Gäste, reichen womöglich tatsächlich zwei Gabeln, zwei Messer und zwei Löffel (falls Besuch kommt).

Du siehst also, jeder Mensch hat unterschiedliche Bedürfnisse und kann daher unterschiedlich stark minimalistisch leben.

Gründe für Minimalismus

Warum und wie man Minimalismus lebt, hängt auch von der Motivation ab.

Manche Menschen wohnen in einem "Wohnklo mit Kochnische" - sie haben also eine winzige Wohnung und möchten möglichst Platz sparen.

Manche Menschen wollen sich die Zeit für das Aufräumen, Ausmisten und Putzen sparen und daher möglichst wenig überflüssigen Kram.

Manche Menschen sehen es als gelebte politische Kritik an der modernen Wegwerfgesellschaft und wollen damit auch ein Statement setzen.

Manche Menschen haben spirituelle bzw. religiöse Gründe - sie wollen materiellen Besitz aus Demut und Hinwendung zum Geistigen aufgeben.

Formen von Minimalismus

Ein Trend, der sich recht lange schon hält ist die so genannte KonMari-Methode. Eine Entrümplungs- und Einrichtungsmethode die mehr Freude bringen soll.

Andere Formen sind Danshari (wie Konmari aus Japan stammend), oder der Ansatz von "Simplify your Life"

Diese modernen Methoden berücksichtigen auch, dass Dinge nicht nur einen rein praktischen Nutzwert, sondern auch einen emotionalen Wert haben.

Zum Beispiel hat der erste Teddy, das vom eigenen Kind gemalte Bild, oder die Jacke die man trug, als man eine Katastrophe überlebte, keinen Nutzen.

Emotional sind uns diese Dinge jedoch wichtig und so werfen wir sie nicht weg - das Dutzend Liebesbriefe aus der Grundschule oder so vielleicht schon eher. ;-)

Es geht halt wirklich nicht darum, sich zu etwas zwingen und zu kasteien, sondern die Entscheidung soll freiwillig sein.

Ich hoffe, dir etwas geholfen zu haben.

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@Enzylexikon

Danke, das hat echt geholfen... Das wollte ich hören :) eine letzte Frage noch: Ich behalte alle Verpackungen jeglicher Art und verstauen sie irgendwo, damit ich sie weiterverkaufen kann, falls ich die dazugehörigen Sachen nicht mehr verwende... Heißt das, ich kann trotzdem weiterhin einen minimalistischen Lebensstil pflegen, trotz der ganzen Verpackungen?

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@verreisterNutzer

Ich persönlich fände die Verpackungen zu lästig. Sie stauben ein, nehmen Platz in den Schränken/Schubladen oder auf dem Speicher oder der Abstellkammer ein.

Das ist übrigens auch ein Punkt: Mancher hält sich für minimalistisch, weil er die Wohnung leer räumt und dann alles in den Schuppen, Keller oder Dachboden wirft.

Das ist dann natürlich nur Verdrängung und kein Minimalismus. ;-)

Aber wenn du meinst, diese Verpackungen alle noch zu benötigen - ich bin kein Richter, der dir vorschreibt, wie du dein Leben zu führen hast.

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Eine gute Idee, wenn man damit zurecht kommt und nichts vermisst im Leben. :-)

Jedem das seine ! Man fühlt sich bestimmt freier wenn man nicht so viel Zeug besitzt.

Finde ich toll...

...wenn man im Stadtpark von den Enten gefüttert wird.😁

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