Was passiert wenn Schienen vereisen?

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Da rollt Eisen auf Eisen, das hat einen besonders geringen Reibungskoefizienten, der Grund warum man Eisenbahnen nutzt. Das spart Reibung und damit Treibstoff!

Selbst bei Feuchtigkeit rutschen die Räder "wie geölt" durch sowohl beim Beschleunigen als auch beim bremsen. Um diesen sogenannten "wheel slip" zu verhindern wird Sand auf die Schienen gestreut. Dazu gibt es in der Lok riesige Sandbehälter aus denen mit Preßluft Sand durch Röhrchen die an den Rädern der Lok enden geblasen wird. Die Wagons können auf dem zerriebenen Sand zwar nicht mehr so gut bremsen wie die Lok selber, aber der Zug bleibt immer noch mindestens genau so schnell stehen wie er beschleunigen kann.

Bei Straßenbahnen wäre das ungenügend, daher haben die an jeder Achse eine "Sandung", auch wenn die nicht angetrieben ist.

Hochgeschwindigkeitszüge wie der ICE benutzen eine magnetische bremse. Da wird ein Magnet an die Schienen gehalten der einen WIrbelstrom in die Schiene induziert. Dadurch entsteht ein kurzgeschlossener "linear Generator" der eine große Menge an Kinetischer Energie (Bewegungsenergie des Zuges) über den Umweg von elektrischer Energie in den Schienen in Wärme in den Schienen umwandelt. Je schneller der Zug fährt, desto stärker bremst diese Einrichtung. Dabei spielt Reibung gar keine Rolle, die Kräfte werden rein Magnetisch zwischen Schiene und Zug ausgetauscht, die Oberfläche der Schiene spielt dabei keine Rolle.

Abgesehen von der Straßenbahn ist der Bremsweg Kilometerlang, eine Sandung an den Wagons bringt hier keinen Vorteil, denn alles was der Lokführer auf den Schienen sieht wird so oder so platt gemacht!

Bremsen und fahren auf Schienen sind kein Problem. Der hohe Druck lässt alle Eisplatten schnell wegplatzen, aber die Weichen können versagen. Deshalb gibt es Weichenheizungen.

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