Was heißt/ist der Begriff ,,Verdinglichung'' ?

2 Antworten

Ein Begriff des Marxismus, hier kurz erläutert bei Wikipedia:

Verdinglichung ist die kapitalistischen Gesellschaften innewohnende Tendenz, alles und jeden zum Gebrauchs-, Verbrauchs- und Tauschobjekt, also zur Ware zu machen, insbesondere auch Menschen und ihre Beziehungen miteinander (vor allem in Form ihrer Arbeitskraft, so als „Humankapital“, aber auch nicht-materiell als Idole, z. B. Popstars).

(Allerdings hat Karl Marx ganz sicher nicht an Popstars gedacht.)

Einer Verdinglichung unterliegen Subjekte und anderes Nichtdingliche bei Überführung in eine dingliche Sichtweise oder Behandlung.Unterschieden wird dabei zwischen:

  1. Verdinglichung ist der Terminus, den Lukács in den Mittelpunkt seiner Rekonstruktion der marxschen Philosophie stellt. Danach unterliegt der Arbeiter in der kapitalistischen Produktionsweise einer Verdinglichung, da er kein Eigentum an Produktionsmitteln besitzt und deshalb auf den Verkauf seiner Arbeitskraft als Ware angewiesen ist. Indem so die Existenzerhaltung zum ausschließlichen Daseinsinhalt wird, ist der Mensch nicht mehr (subjektiver) Zweck, sondern nur mehr (dingliches) Mittel seiner selbst wie des Kapitalisten (Entfremdung).

  2. Verdinglicht (vergegenständlicht) wird all das, was zum Gegenstand des Bewusstseins wird (Objektivation).

  3. Wenn bei der Verwendung eines Allgemeinbegriffs (der Mensch, die Schönheit) die Existenz eines dinglichen Korrelats unterstellt wird: Platonismus, (Begriffs-) Realismus, Universalienstreit.

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