Warum sind phänologische Beobachtungen unentbehrlich?

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2 Antworten

Pflanzen sind wie alles Leben auf der Erde komplexe Systeme bzw. in komplexe Systeme eingebettet. Das bedeutet, dass es sehr viel mehr gibt als einen optimalen Temperaturbereich, der über wohl und wehe der Pflanzen bestimmt. In der Entwicklung des Lebens ist es meistens so gewesen, dass eine neue Lebensform dank eines evolutionären Fortschritts zunächst sehr erfolgreich war, bis dieser Vorteil durch Anpassung der Umgebung langsam aufgehoben wurde. Sollte die Entwicklung dieser Lebensform stehen bleiben bevor sie eine Nische entdeckt, die ihr von wenigen anderen Lebensformen streitig gemacht werden kann, wird sie aussterben. Selbst eine so einfache Beziehung wie die zwischen Pflanze und Umgebungstemperatur ist also nur kurzfristig oder bei extremen Temperaturwerten vorhersagbar. Langfristig kann das komplexe System Pflanze sich auch an vorher nicht optimale Temperaturen anpassen. Da auch das Klima ein komplexes System ist, wovon das aktuelle Wetter nur eine Momentaufnahme darstellt, gibt es eine über Jahrmillionen gehende Wechselwirkung zwischen den beiden Systemen. Da diese Wechselbeziehung nicht für sich alleine steht, sondern in viele ähnliche Beziehungen mit komplexen Systemen z.B. die Humusschicht, die zu einem hohen Prozentsatz lebt ( durch Bakterien Pilze und andere größere und kleinere Bodenlebewesen), andere Tiere und Pflanzen, übergeordnete Systeme wie etwa ein Wandel von Steppe zu Wald, was die Lebensbedingungen einer Pflanze stark verändert, wird Phänologie ein riesiges Arbeitsbeschaffungsprogramm für die Wissenschaftler bleiben, die an den Wechselwirkungen komplexer Systeme interessiert sind. Ein Interesse könnte natürlich bestehen für Wisenschaftler die den Klimawandel, das Verschwinden der Arten in unserer Zeit beobachten, aber auch solche die sich mit "Terraforming" beschäftigen. Tatsache ist, dass wir Menschen alleine durch unsere große Zahl und die totale Ausbeutung der irdischen Ressourcen das Leben auf der Erde extrem verändern und nicht wissen, was diese Veränderungen für die Existenz unserer eigenen Art und derjenigen Arten, die sich mehr oder weniger mit uns entwickeln, bedeuten. Von daher gibt es durchaus einen Sinn, sobald sich die Menschheit über blödes Shareholderdenken hinaus Gedanken um die Zukunft macht.

Es kommt auf die Frage an. Wofür ist sie unentbehrlich. Zum Kartoffeln schälen ist sie entbehrlich. Für Wettervorhersagen auch. Also ich bezweifle, dass sie für irgendwas Bedeutendes unentbehrlich sind. Trotzdem freue ich mich als Modellierer, wenn sowas im Wald gemessen wurde und ich mein Modell damit kalibrieren kann. Aber zur Not gehts auch ohne. Vielleicht ist es interessant, anhand der Entwicklung der Länge der Vegetationsperiode mit der Zeit eine Aussage über den Klimawandel und seine Auswirkungen auf die Vegetation zu machen.

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