war Albert Einstein wirklich klug oder wird es überschätzt?

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7 Antworten

Die Frage, ob Einstein das Genie war, als das er gilt, wird gründlich missverstanden.

Einsteins Name steht geradezu sinnbildlich für Intelligenz, und zwar für außergewöhnliche. Man nennt jemanden »den Einstein«, um auszudrücken, dass der Angesprochene der intelligenteste von allen sei. Manchmal nennt man auch jemanden, den man für blöde hält, ironisch »Einstein«.

Die Frage zielt darauf ab, ob das gerechtfertigt ist. Einsteins Intelligenz per se stellt sie nicht in Frage.

Er war auch keinesfalls schlecht in Mathematik (er soll dort zwar 6 gestanden sein, aber in der Schweiz, wo das die beste Note ist).

Was ihn aber zu einem Ausnahmephysiker gemacht hat, war aber nicht, dass er seinen Physikerkollegen rein intellektuell überlegen gewesen wäre. Er war kühner.

Beispiel Lichtquantenhypothese: Max Planck hatte 1900 gefunden, dass elektromagnetische Strahlung in einem Hohlraum von dessen Wänden nur in Quanten (»Portionen«) zu h·f bzw ħ·ω aufgenommen oder abgegeben werden kann.

Für wie vorläufig Planck seine heute als bahnbrechend erkannte Annahme hielt,verrät schon die Bedeutung des Formelzeichens für sein Wirkungsquantum: h wie »Hilfsgröße«. Er hielt die Quantisierung des Lichtes noch eher für eine Eigenschaft der Wände des Kastens als des Lichtes selbst.

Einstein griff 5 Jahre später die Lichtquantenhypothese auf und erklärte mit ihr den Befund zum photoelektrischen Effekt. Für ihn bestand Licht einfach aus Lichtquanten, ohne Wenn, Aber und »Mimimimi«.

Beispiel Lorentz-Transformationen: Wie schon der Name sagt, stammen sie nicht von Einstein, sondern von Hendrik Antoon Lorentz, und der erste, der sie so nannte, war Henri Poincaré, der diese Transformationen noch verallgemeinerte.

Beide waren aber immer noch der Überzeugung, Licht bewege sich durch einen ruhenden Äther, der aber durch Zeitdilatation und Längenkontraktion bei bewegten Koordinatensystemen deren Bewegungszustand relativ zu sich gleichsam verschleiere, sodass scheinbar bzw. aus Sicht eines Physikers, der Messungen durchführt, Galileis Relativitätsprinzip gelte. Die in einem bewegten System gemessene Zeit nannte Lorentz »Ortszeit«. 

Einstein verwarf diese Unterscheidung zwischen »Ortszeit« und »richtiger« Zeit (also »Ätherzeit«) als unphysikalisch und berief sich ausschließlich darauf, dass Galileis Relativitätsprinzip uneingeschränkt gelten solle und die Vakuumlichtgeschwindigkeit in allen Inertialsystemen (das sind unbeschleunigte Koordinatensysteme) den Betrag c haben solle. Letztes hätte er sogar aus Ersterem herleiten können, statt es extra zu postulieren.

Mit Hilfe der Betrachtungsweise von Einsteins Lehrer Hermann Minkowski entpuppten sich die Lorentz-Transformationen als eine Art Drehung in der Raumzeit. Außerdem erwiesen sich Masse und Energie als auf einer fundamentalen Ebene dasselbe.

Letztlich trug Einstein auch zu einer Entrümpelung und Vereinfachung des physikalischen Weltbildes bei, was mindestens eine ebenso geniale Leistung ist wie die Entdeckung neuer Naturgesetze.

Er war aber auch ein Pitbull.

Dass diese Raumzeit auch noch in sich gekrümmt ist, fand Einstein heraus, als er aus dem Äquivalenzprinzip, demzufolge in einem gleichförmig beschleunigten und einem in einem homogenen Gravitationsfeld ruhenden Labor dieselben Naturgesetze gelten, seine Allgemeine Relativitätstheorie entwickelte. Sie ist mathematisch sehr aufwändig, man muss Riemannsche Geometrie betreiben, um sie konsistent formulieren zu können.

Was Gravitationsfelder wirklich an Massen- bzw. Energiedichten koppelt und zu Feldern macht, die sich nicht einfach wegtransformieren lassen, sind ihre Inhomogenitäten, und die haben mit einer inneren Krümmung der Raumzeit zu tun, einer Verallgemeinerung der von Carl Friedrich Gauß beschriebenen Flächenkrümmung, die unabhängig von einer Einbettung dieser Fläche in einen höherdimensionalen Raum beschreibbar ist.

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Kommentar von SlowPhil
29.08.2016, 22:19

Eine Bemerkung noch, die eigentlich ans Ende der Betrachtung gehört hätte: Die Allgemeine Relativitätstheorie (ART) ist die letzte große klassische Theorie überhaupt, entwickelt zu einer Zeit, da die Quantentheorie sich zu entwickeln begann und etwa ein Jahrzehnt vor den großen Durchbrüchen der Quantentheorie.

Sie war das große Thema der 1920er und 1930er Jahre, da hätte kein Mensch mehr eine klassische Theorie entwickelt. Es ist also tatsächlich die Vermutung gerechtfertigt, dass die ART nicht entwickelt worden wäre, wenn Einstein es nicht getan hätte.

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Er war tatsächlich ein sehr intelligenter Mann. Er konnte natürlich nicht alles, was ja auch menschlich ist da niemand perfekt ist. So war er z.B kein guter Mathematiker. Letztendlich brachte seine Relativitätstheorie ihn zu seinem Erfolg und um auf so eine Theorie zu kommen braucht man meiner Meinung nach durchaus Intelligenz. Allerdings kommen manche Ideen auch einfach plötzlich ohne groß nachzudenken - Albert Einstein hatte die Idee für die Relativitätstheorie übrigens im Traum.

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Kommentar von HanzeeDent
27.08.2016, 23:28

Er war kein guter Mathematiker? :O

Er war ein guter Konzeptionist, das kan man sagen.

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Kommentar von HanzeeDent
27.08.2016, 23:31

Hättest du auch was zum nachlesen? Im Internet finde ich nur etwas zum "4 in Mathe"-Mythos

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Kommentar von einfachsoe
28.08.2016, 00:16

4 in Mathe mag stimmen - aus Folge von Unterforderung

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Kommentar von SlowPhil
28.08.2016, 17:39

Die Behauptung, Einstein sei schlecht in Mathematik gewesen, soll darauf beruhen, dass er darin in der Schweiz 6 stand - was aber die beste Note war.

Am schlechtesten dürfte er darin gewesen sein, sich Autoritäten bzw. so genannten Autoritäten unterzuordnen.

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Einstein war ein Theoretiker und das war ja auch der Hauptkritikpunkt seiner Gegener.

Die Relativitätstheorie hat er z.B. durch rein theoretische Überlegungen und etwas Mathematik (er war kein guter Mathematiker) entwickelt. Dazu muss man schon ziemlich intelligent sein.

Er war auch sicherlich ein Mensch, der sich auf ungewöhnliche Denkweisen eingelassen hat und das macht wahrscheinlich auch seine Genialität aus.

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Kommentar von Nalzet
28.08.2016, 15:33

Er war kein guter Mathematiker? Woher glaubst du das zu wissen?

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Gute Frage :)

Das ist wohl so eine Ansichtssache. Zu seiner Zeit, war er sicherlich sehr beeindruckend, jedoch denke ich nicht, dass er wirklich außergewöhnlich brilliant war. Verglichen mit dem normalen Bürger hatte er mit Sicherheit so einiges zu bieten, aber es gab und gibt bestimmt Menschen, die begabter sind als er.

Wie gesagt, dass ist wohl eine Frage der Perspektive:)

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Kommentar von Adamantan
28.08.2016, 09:41

"...denke nicht, dass er wirklich außergewöhnlich brillant war."?
Wow. Da setzt Du die Maßstäbe aber hoch an. De Mehrheit der Menschen kann seine
Ideen nicht nachvollziehen und Du hältst ihn für nicht brillant? Das ist imho
durchaus mutig. Sicher gibt es auch begabtere,, wobei das ja schwer zu definieren
ist. Begabtere Geiger gibt es Tausende. Aber bloß, weil es dir gibt, streitest
Du Einstein die Brillanz und das Genie ab? Übrigens, nur am Rande: "Brillant"
schreibt man mit einem "i". Bin ich jetzt ein Grammatik- oder ein
Rechtschreibnazi? ;)

 

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Kommentar von einfachsoe
28.08.2016, 14:32

Glaub keiner Studie, die du nicht selbst gefälscht hast!

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schade eigendlich dass es auch viele intelligentere Menschen gab, bzw. welche die für uns viel mehr erfanden aber kaum bekannt sind. Tessla beispielsweise

Aber Einstein war intelligent, hätte er sich nicht solange mit der kosmologischen konstante beschäftigt hätte er vlt. noch mehr gefunden.

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nene, jeder Idiot wäre auf diese Ideen gekommen und die komplizierten Formeln kann auch leicht jedes Kleinkind lösen. Er musste ja sogar bei einigem einen Mathematiker fragen :O 

Und im Allgemeinen kann man sagen, dass jeder, der einen Nobelpreis bekommen hat eigentlich brutal dumm war...

Mal im Ernst, was ist das für eine Frage?!?

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