Tscherkessen und Tschetschenen?

2 Antworten

Das hängt davon ab wie man "Unterschiede" definiert. In der Ethnologie gibt es kein Bewertungsraster für derartige Unterschiede auf die man verschiedene Völker dann hin "untersucht", man hält einfach nur bestimmte Eigenschaften fest.

Klar ist, dass es sich um zwei verschiedene kaukasische Völker handelt. Die mehrheitliche Bevölkerung gehört in beiden Fällen dem sunnitischen Islam an. Wie es dazu kam, scheint auf den ersten Blick ähnlich zu sein. Ist in der Realität aber wesentlich komplexer.

Die Tscherkessen wurden seit dem 5. Jahrhundert byzantinisch missioniert, verehrten aufgrund der geographischen Lage weiterhin ihre nicht-christlichen Götter und Geister und es entstand (wie so oft in der Geschichte) eine Art Synkretismus. Ab dem 15. Jahrhundert verbreitete sich zunehmend der Islam, viele vorchristliche Vorstellungen halten sich aber je nach Region immer noch.

Auch bei den Tschetschenen kam es zuerst zu einer Christianisierung, wobei der Bezug zur vorchristlichen Religion noch stark war. Im 16. Jahrhundert verbreitete sich der Islam - aber auch hier ist die mystische Form des Islam, der Sufismus vorherrschend.

Soviel zur Religion.

Was den Rest angeht unterscheiden sich die beiden Völker, so wie andere Völker, die man als zwei Völker wahr nimmt eben auch.

Die Sprache der Tscherkessen lässt sich aufteilen in zwei verschriftlichte Haupt-"Dialekte". Jeder der 12 tscherkessischen Stämme hat jedoch seinen eigenen Dialekt. Einer davon spricht sogar eine Sprache die sich komplett von der Hauptsprache unterscheidet. Alle tscherkessischen Sprachen gehören zur nordwestkaukasischen Sprachfamilie. Allerdings spricht nur noch eine Minderheit der Tscherkessen überhaupt ihre eigene Sprache, weil sehr viele bereits seit dem 19. Jahrhundert im Exil im Balkan und in der Türkei leben. Der Begriff Tscherkesse ist im Übrigen ein Fremdbegriff, wobei aber auch beim Eigenbegriff "Adyge" nicht klar ist woher er eigentlich kommt.

Die Tschetschenen sind kulturell eng mit den Inguschen "verwandt", diese wiederum gehören zu den Vejnachen. Woher diese beiden Völker aber stammen ist nicht klar. Sprachlich gesehen gehört das Tschetschenische zur nordostkaukasischen Sprachfamilie.

Die letzte Frage "wie diese beiden Völker zueinander stehen" kann ich kaum beantworten. Man muss dazu die Geschichte des Kaukasus bedenken. Die Völker über die wir hier reden wurden sehr durch politische Umwälzungen beinflusst. Ihre Heimatgebiete wurden immer wieder von anderen Machthabern erobert und sie selbst immer wieder vetrieben oder in der Ausübung ihrer Lebensweise unterdrückt. Mal ganz davon abgesehen, dass wir hier nicht von einem kleinen homogenen Völkchen reden, sondern auch von miteinander konkurierenden Stämmen, die komplexe Systeme sozialer Ordnung geschaffen haben. Und, wie schon erwähnt lebt ein großer Teil der Tscherkessen heute gar nicht mehr im Kaukasus...

Die Tscherkessen sind ein kaukasisches Volk und leben in den Teilrepubliken Adygeja, Kabardino-Balkarien und Karatschai-Tscherkessien im Staatsverband Russlands. Die tscherkessischen Sprachen bestehen aus zwei verschriftlichten Sprachen oder Dialekte, dem West-Tscherkessischen (Adygeisch) und Ost-Tscherkessischen (Kabardinisch)

Die Tschetschenen sind eine Bevölkerungsgruppe im Nordkaukasus. Ihre Sprache, das Tschetschenische, gehört zusammen mit der inguschischen Sprache zum wainachischen Zweig innerhalb der nachischen Sprachen der nordostkaukasischen Sprachfamilie.

Ich muss dich korrigieren: Beides sind nordkaukasische völker, ALLE Tscherkessen nennen sich selbst "Adyghe" und es gibt 12 große dialekte, was dir sterne auf ihrer flagge symbolisieren, unter anderem Kabardinisch, Abzakhisch, Schapsug usw.

Tschetschenen nennen sich selbst "nOxchi" und leben im osten des nordkaukasus.

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