Sumpfige Wiese trockenlegen?

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4 Antworten

Falls du den Trockenlegen kannst (siehe bedenken von Schlunsi und rationales), hängt es von mehreren Faktoren ab wie man am besten entwässert.

Als erstes ist zu berücksichtigen wie viel tiefer das Bachwasser unter der versumpften Fläche liegt. Sind das nur 10cm dann kommst du mit einer Drainage nicht weit.

Der Abstand der Drainagerohe richtet sich nach der Bodenart. Je feiner die ist, desto enger müssen die Rohre gelegt werden. Im Feinkörnigen Boden fließt Wasser erheblich langsamer.

Dann ist noch die Frage einer Verockerung der Rohre. Je mehr freies Eisen im Wasser vorhanden ist, desto schneller verockern dir die Rohre und drainieren nicht mehr. Dann müssen die gespült werden, was für einen Nebenerwerb wohl zu aufwendig ist.

Man könnte auch Grüppen anlegen, dass sind kleine Entwässerungsgräben die zum Hauptgraben führen. Auch hier hängt der Erfolg von der Bodenart und der Geländehöhe zum Bach ab.

Kannst du denn sagen woher das Wasser kommt? Ist es zu hohes Grundwasser, sammelst es sich nach einer Überflutung vom Bach oder sammelt es sich nach Regengüssen?

Gewässer neigen dazu beim Überfluten einen kleinen natürlichen Deich anzulegen. Der nennt sich Levee. Dieser könnte das abfließen des Regenwassers in den Bach verhindern. Der dürfte bei einem Bach allerdings sehr klein sein und mit dem Auge, besonders unter hohen Wildpflanzen, kaum auffallen.

Ich hatte mal mit einem Schafhirten in Schleswig-Holstein gesprochen. Bei ihm war eine Feuchtwiese die unter Naturschutz gestellt wurde. Er hat dafür dann Ausgleichszahlungen bekommen. Was er dafür tun musste weiß ich aber leider auch nicht.

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Kommentar von Pommesneunzwei
03.11.2016, 17:44

Danke erstmal für die kompetente Antwort ! Die besagte Wiese wurde seit einigen Jahren etwas vernachlässigt und nicht regelmäßig gemäht, in manchen Jahren gar nicht. Der Bachlauf wuchs daraufhin stark zu und der Wasserstrom wurde gebremst. Dadurch stieg der Wasserstand an und die nachkommenden Wassermengen wiechen zur Seite hin aus.
Letztes Jahr haben wir während einer mehrwöchigen Dürrephase mit niedrigem Grundwasserspiegel und geringerem Bachlauf versucht, mit dem Mulcher zu Testzwecken einen kleinen Teilbereich bis zum Bachlauf zu mulchen. Dies gelang uns zwar, doch binnen 2 Monaten schossen erneut Wasserpflanzen in die Höhe, welche wiederrum die Bodennässe anstauten. Die grösste Sorge bleibt die rasche Ausweitung des sumpfigen Gebietes. Momentan sind ca. 8 -10 % der Gesamtfläche betroffen. Von der Topografie wären aber in den kommenden Jahren bis zu 50 % möglich.
Der Bachlauf liegt fast auf gleicher Ebene. Maximal 5-8 cm, stellenweise weniger als 3 cm Höhenunterschied. vor und hinter unserer Wiese liegt der Bachlauf in den Nachbargrundstücken aber deutlicher tiefer ! Die Anstauung ist also sehr beträchtlich, der Wasserstrom liegt ebenfalls bei geschätzten 20 Liter pro Sekunde, im versumpftem Bereich "steht" das Wasser jedoch förmlich

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Hallo.

Man könnte schauen, ob evtl. unterhalb der Wiese zum Beispiel ein Durchlass oder ähnliches zusitzt und das Wasser nicht schnell genug abfließen kann, dann den Graben reinigen und auch in den Randbreichen freimähen.

Jedoch ist hierbei Vorsicht geboten da solche Gebiete  wertvolle Habitate sind. Nicht ohne vorher bei Unteren Wasserbehörde / Landschaftsbehörde mit schwerem Gerät anfangen.
Man muss halt abwägen wieviel Arbeit es einem Wert ist um es trocken zu legen.

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Kommentar von Pommesneunzwei
02.11.2016, 23:20

wir nutzen die Wiese als Weide für unsere Kühe im Nebenerwerb. Das Problem liegt darin, dass sie immer mehr versumpft, jedes Jahr einen weiteren halben Meter. 

dürfen solche Habitate denn nach dem Gesetz überhaupt noch  als Weide genutzt werden ? 

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@Pommesneunzwei

Wenn du die 'Wiese nicht für den Hausbau brauchst dann würde ich sie nicht entwässern. Mein Tipp auch erkundige dich mal bei den Landratsamt deines Kreises/ Abteilung(klingt in jeden anders aber so ungefähr)Umwelt- und Naturschutzamt: Wenn es NICHT unter Naturschutz steht kannst du du ja immer noch, falls du einen Garten anlegen willst, ein Stück Natur lassen.

So eine Nasswiese mit ein paar Blumen, falls welche da sind normalerweise schon, ist doch viel schöner als ein ,,akurater Rasen". Wenn du es doch entwässern willst, was ich dir aber abrate, kannst du ja mit der restlichen Fläche eine Blumenwiese machen.

LG
Eschengnom

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Solche Flächen sind "heilige Kühe" in Deutschland, wahrscheinlich Biotop-kartiert.

Nicht-Wissen schützt vor Strafe nicht.

Wenn Du Dich nicht zur unteren Naturschutzbehörde traust, dann geh zum zuständigen Landwirtschaftsamt und mache Dich kundig. Das weckt nicht schlafende Hunde.

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Kommentar von Pommesneunzwei
02.11.2016, 23:24

Danke erstmal für die Antwort ! Die als Weide genutzte Wiese im Nebenerwerb ist im Flächen Nutzungsplan eingezeichnet und bei uns als förderhähig eingestuft. Besteht da nicht die Gefahr hier den Status als förderfähige Fläche aberkannt zu bekommen ? 

beziehungsweise gibt es Möglichkeiten vlt einen ökologischen und ökonomischen Nutzen aus der Versumpfung  zu ziehen ?

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