Stirbt die Stenografie aus? Wer von euch kann noch stenografieren?

21 Antworten

Stenografie ist eine ganz tolle Sache! Ich schreibe privat und beruflich jede handschriftliche Notiz in Steno. Geht viel schneller und ist leicht zu lesen! Es ist ja nicht so, dass man heutzutage nur noch am PC schreibt. Für Notizen aller Art wie z. B. auch am Telefon, Randnotizen in Büchern, bei Protokollen und dem Mitschreiben von Vorträgen und Uni-Vorlesungen ist die Stenografie unschlagbar! Auch natürlich bestens geeignet für private Aufzeichnungen aller Art.

Übrigens ist das Stenografiesystem Stiefografie (vgl. Stichwort in Wikipedia), auch Rationelle Stenografie genannt, viel einfacher und in sehr kurzer Zeit zu erlernen als die schwierige und schwer erlernbare Deutsche Einheitskurzschrift, aber genauso leistungsfähig. Ich habe vor einiger Zeit trotz starker beruflicher Beanspruchung in 10 Tagen die Grundschrift, mit der man bis zu dreimal so schnell ist wie mit der gewöhnlichen Handschrift, und in weiteren 10 Tagen die Aufbauschrift gelernt, die eine noch höhere Schreibgeschwindigkeit ermöglicht.

Die Kurzschrift wird auch heute noch benötigt. Das sieht man nicht nur an den vielen entsprechenden Kommentaren. Wo die Stenografie noch benötigt wird? In den Parlamenten z. B. (Landes- und Bundesebene). Dort werden Sitzungen noch immer in Kurzschrift aufgezeichnet! In Bayern kann man sich z. Zt. auch alle zwei Jahre der staatlichen Prüfung für Lehrer der Kurzschrift stellen bzw. eine Unterrichtsleiterprüfung absolvieren. Die Stenografie mag zwar eine alte Technik sein - aber sie ist NICHT veraltet! Wer Interesse hat, sein Wissen aufzufrischen oder diese Technik ganz neu zu erlernen, sollte sich mit dem örtlichen Stenografenverein in Verbindung setzen. Dort werden auch gerne mal Anfängerkurse angeboten :-). Es lohnt sich auf jeden Fall.

Ich schreibe in der Uni mit einer Mischung aus Steno und Normalschrift mit (studiere Physik): Schlüsselwörter in Normalschrift, den Rest in Steno.

Damit finde ich die wichtigen Abschnitte schnell und kann Details nachlesen, wenn ich sie brauche.

Ich habe es in der Schule als Hobby gelernt und bin auch heute noch weit von Perfektion entfernt, aber ich spare mir durch Steno etwa 30% bis 50% der Schreibzeit, und das heißt im Endeffekt, dass ich mehr mitschreiben kann und auch Zeit habe, mir Anmerkungen aufzuschreiben, die mir dann später beim Verständnis helfen.

Ich hab es mal lernen müssen, aber schon damals keine Freude dran gehabt. Und heute ist es meiner Meinung nach überholt. Privat kann man noch manchmal ein paar Kürzel schnell gebrauchen, aber dienstlich bringt es nichts.

Wir haben ja damals übrigens auch mit dem Rechenstab gerechnet, den kennt heute kein Mensch mehr.

Alles entwickelt sich halt weiter.

Steno ist und bleibt für viele Bereiche "top-aktuell" / Beispiele: Protokollschreiber in Parlamenten, Ratssitzungen etc. / Eine Bandaufnahme kann nach ca. 10 Jahren oft nicht mehr abgehört werden, wenn sie nicht immerwieder nach Jahren "aufgefrischt" wird. Steno ist/bleibt so zu sagen "Urkundenfest". Ich nutze Steno tagtäglich "für schnelle Notizen". Es ist mir eine große Hilfe. Tonaufnahmen sind viel zu umständlich (nie ein Gerät zur Hand etc.) Steno hat m.E. nur einen Nachteil. Man findet bestimmte Passagen eines Textes nicht so schnell wie bei "normal Geschriebenem". Meines Erachtens sollte Steno gelernt werden - es nützt jedem im täglichen Leben genau wie "Schreibmaschine/PC-Tippen" im 10-Fingersystem jeder Schüler später gut brauchen kann. Auch das kann ich. Ich nehm´s in Punkt Schnelligkeit locker mit jedem noch so schnell schreibenden 1-Finger "AdlerSuchSystem-Schreiber" auf. Schizo

Was möchtest Du wissen?