Sollten Straftäter resozialisiert werden?

...komplette Frage anzeigen

Das Ergebnis basiert auf 5 Abstimmungen

eine 2. Chance ist noch okay 60%
Schwere Straftäter haben eine 2. vielleicht auch 3. und 4 Chance verdient. 40%
Schwere Straftäter gehören hinter Gitter 0%

9 Antworten

Resozialisierungsversuche machen immer Sinn, auch mehrfach.

Das Problem an der ganzen Geschichte zeigt sich jedoch an völlig anderen Stellen, z. B. dort, wo etwas als Straftat definiert ist oder auch nicht, und dort, wo es nie zu strafrechtlichen Verurteilungen gekommen ist.

Beispiele:

Resozialisierungsmaßnahmen gibt es schon seit vielen Jahren. Aber wo bleibt der Sinn der Resozialisierung beispielsweise bei solchen, die in frührerer Zeit wegen homosexueller Betätigung verurteilt wurden und an einer Resozialisierungsmaßnahme teilgenommen haben, wenn dasselbe Verhalten heute nicht verfolgt wird?

Die selbe Frage kann sich auch stellen, wenn es zu einer Cannabis-Freigabe kommt.

Daneben gibt es jede Menge Zeitgenossen, die sich durchaus gesetzeswidrig verhalten haben, die dann aber gründlich über alles nachgedacht haben und nicht etwas zu "anständigen Menschen" wurden, sondern sich lediglich gesagt haben, daß es viel lukrativer ist, anstatt Ladendieb oder Straßenräuber einen Job als Manager, Miethai, Bankster o. ä. auszuüben.

Da stellt sich dann auch zu recht die Nebenfrage, ob gewisse "legale" Jobs möglicherweise weitaus allgemeinschädlicher sein könnten als die "gewöhnliche" mit Strafe bedrohte Kriminalität.

Meiner Ansicht nach zeigt es sich an allen Ecken und Enden, daß unser gesamtes Rechtssystem restlos verkorkst ist, was dann zwangsweise auch Resozialisierungsbemühungen zum erheblichen Teil konterkariert.

eine 2. Chance ist noch okay

Jeder Mensch hat eine zweite Chance verdient, auch ein Straftäter, der eine schwere Straftat begangen hat. Bei diesen schweren Straftaten würde ich die Grenze da ziehen, wo lebenslange Freiheitsstrafe angedroht wird.

Auch lege ich zu Grunde, dass der Täter eine ähnlich schwere Straftat erneut begeht, also keine "Kleinigkeit" wie einen einfachen Diebstahl.

Denn man sollte bedenken, dass der Täter mit seiner ersten, dann wohl nicht unerheblichen Strafe sozusagen einen Schuss vor den Bug bekam. 

Wer dann erneut eine schwere Straftat begeht, ist meines Erachtens zu gefährlich um ein weiteres Teilnehmen an der Gesellschaft zuzulassen.

Allerdings muss jeder Fall individuell geprüft werden, auch inwiefern eine Haftentlassung nach mehrfachen, schweren Straftaten möglich sein sollte, angebracht sein sollte oder gerecht sein sollte.

Das deutsche System alte ich schon für sinnvoll, denn wer zum zweiten mal eine schwere Gewalttat begeht wird zumeist äußerst lange bis lebenslang aus der Gesellschaft entfernt. 

Hierbei verzichten wir vollständig auf mandatorische "Three-Strikes-Laws", die eine Beurteilung des Einzelfalls unmöglich machen können.

Und zu deiner abschließenden Frage: Ich würde es nicht von der Haftstrafe abhängig machen, sondern vielmehr vom Eindruck, den entsprechende Person macht. 

Und in diesem Falle würde ich vermutlich den Häftling einstellen, denn der Student hat sein Leben noch vor sich und wird nach dem (erfolgreichem) Studium relativ leicht einen Arbeitsplatz finden, während das beim Häftling nicht der Fall ist. Und wer keine Arbeit hat ist unzufrieden und stellt in seiner Freizeit ggf. wieder dumme Sachen an.

Hi,

meiner Meinung nach haben "Straftäter" eine 2. Chance verdient und die ist auch angebracht. Solche Menschen haben ihre Strafe "beglichen", die Zeit kann man nicht mehr zurückdrehen, leider.
Wenn man solche Menschen nicht wieder resozialisiert, landen sie wieder dort, wo sie früher waren. Wenn niemand ihnen eine Chance gibt sich in das "System" in die Gesellschaft einzuordnen, landen sie auf der schiefen Bahn, weil sie keine andere Möglichkeit haben.

Dementsprechend: Eine Eingliderung ist erforderlich, letztendlich müssen beide Seiten aber mitspielen - die Gesellschaft und der ehemalige Straftäter selbst.

LG

Hallo Fazeroyal,

Denk doch einfach einmal nach!

Ok, es geht nur um schwere Straftaten. Also Mord? Oder schon schwere Körperverletzung? Wo willst Du Deine Grenze ziehen? Diese Frage solltest Du schon einmal beantworten, sonst zieht nämlich jeder die Grenze woanders.

Zum Nächsten: Wir sind Menschen, alle Menschen machen Fehler. Die einen größere, die Anderen kleinere. Die erste Frage, die sich stelle, ob ein Verhalten überhaupt strafbar ist. Das steht im Gesetz, im Strafgesetz! So, nun gibt es niemals eine Garantie, dass jemand nicht wieder Straffällig wird. Es ist nur so, dass viele das nicht mehr wollen, vor Allem nachdem sie schon einmal im Gefängnis waren. Denen sollte man auf alle Fälle eine Chance geben. Eine Garantie, dass sie nicht doch wieder Straffällig werden gibt es grundsätzlich nicht!

Und: Es gibt Straftäter, bei denen ganz sicher zu erwarten ist, dass sie wieder straffällig werden! Bei kleineren Straftaten, wird das in Kauf genommen, bei schweren Straftaten, wird da in aller Regel, zumindest wenn das erkannt wird, die Sicherungsverwahrung verhängt. Dann müssen Fachleute prüfen, ob sie noch eine Gefahr für die Gesellschaft darstellen. Die Methoden, die Gefahr zu erkennen werden ständig besser. Solange die gefährlich sind, bleiben die auch eingesperrt - nach Ende der Strafe üblicherweise in besonderen geschlossenen Anstalten.

Für den Rest müssen wir eine realistische Chance bieten, dass sie wieder in der Gesellschaft Fuß fassen können, sonst bleibt denen gar nichts anderes übrig, als wieder Kontakt mit ihren alten Freunden oder neuen Kriminellen aufzunehmen, wo sie anerkannt werden, und natürlich - wieder straffällig werden. Von einer guten Resozialisierung hängt also entscheidend ab, ob jeamand auch wieder straffällig wird, jedenfalls in aller Regel. Und natürlich auch davon, ob jemand erkannt hat, dass sein Verhalten unrecht war! Meine Erfahrung sagt mir da, dass das Bewusstsein schon in der Normalbevölkerung für Straftaten sehr gering ist. Denke einfach einmal an Steuerhinterziehung oder Schwarzarbeit.

Für eine erfolgreiche Resozialisierung reicht es also nicht, nur eine Strafe zu verhängen, sondern es ist auch notwengi sicherzustellen, dass die Straftäter verstehen, warum es notwendig ist, sich an Gesetze zu halten! Und das muss Teil der Resozialisierung sein!

Und ob jemand Juroastudent ist, oder ehemaliger Gefängnisinsasse sagt gar nichts aus! Es gibt mehrere psychopatische Jurastudenten, die sich einfach einmal darin versuchen wollten, Morde zu begehen, nur weil sie sich für so toll hielten, wären ein ehemaliger Gefängnisinsasse vielleicht nur wegen einem einfachen Diebstahl im Gefängnis saß.

Tja, nichts ist einfach, wenn mans doppelt nimmt! Deshalb werde ich mich auch nicht an der Abstimmung beteiligen, eine bei uns üblicherweise vorgesehene Überprüfung auf Sicherungsverwahrung nachdem die besondere Schwere der Schuld festgestellt wurde, kommt nämlich in deiner Umfrage nicht vor!

LG

eine 2. Chance ist noch okay

Die Frage ist ziemlich allgemein gehalten. Also in vielen Fällen halte ich eine Resozialisierungsmaßnahme für sinnvoll, da wirklich eine Besserungschance besteht, und das Verbrechen nicht zu schwer wiegt.

In anderen Fällen jedoch finde ich das deutsche Strafsystem viel zu weich. Leute die andere Menschen mutwillig und aus Spaß auf Gleise schubsen, mit dem Messer herumlaufen, Streit anzetteln und dann zustechen, so ein Gesindel kann von mir aus in der Zelle verrotten, ganz ehrlich. Also zumindest das Höchststrafmaß von 15 auf 25 Jahre anheben. Arbeiten sollten sie auch für ihr Essen, und zwar hart. Da könnte man einfach mal das Wohl der Gemeinschaft vor das Wohl des Täters stellen. 

Und ich sehe es nicht so dass absolut jeder eine zweite Chance verdient hat. So Menschen wie Breivik, die IS-Typen die Unschuldige köpfen, so ein Abschaum braucht keine zweite Chance, sie können sich glücklich schätzen dass man sie nicht auf der Stelle lyncht. Und selbst wenn sie sich irgendwann ändern, macht das den Schaden nicht rückgängig. Sie sollen den Gefängnisaufenthalt dann nutzen um Buße zu tun, und dankbar dafür sein. 

eine 2. Chance ist noch okay

Wenn jemand seine Strafe abgesessen hat finde ich eine 2. Chance durchaus angebracht. Das ist auch besser für die Gesellschaft, denn wenn die 2. Chance genutzt wird kann die Person wieder integriert werden. Würde man sie ausgrenzen, dann ist eine Integration nahezu unmöglich.
Wird eine Person wieder inetgriert kann sie ein produktives Mitglied der Gesellschaft werden, es geht weniger Gefahrenpotential von ihr aus und es kostet die Allgemeinheit weniger Geld.

Wird die 2. Chance nicht genutzt, dann handelt es sich um einen Wiederholungstäter, hier sollte es nur weitere Chancen geben wenn auch tatsächlich Potential für eine Resozialisierung erkennbar ist. (z.B. ein jugendlicher Wiederholungstäter, der als Erwachsener seine Taten bereut)

Zu deiner abschließenden Frage:
Ich würde den Studenten favorisieren, aber den Ex-Häftling nicht von vornherein ausschließen. Ich würde den einstellen, der mich überzeugt, allerdings müsste sich der Ex-Häftling mehr anstrengen um das zu erreichen. Für ihn wäre die Hürde höher.

Es kommt auf die Taten an, gewisse Menschen sollten nie wieder raus! Vergewaltiger, Kinderschänder und einige Mörder auch nicht mehr! Wie viele davon täuschen die Justiz und tun so als wären sie geläutert? Ansonsten einem Dieb, Bankräuber oder Steuerhinterzieher gibt man gerne eine zweite Chance! Nur wird Ihnen nichts geschenkt!

Schwere Straftäter haben eine 2. vielleicht auch 3. und 4 Chance verdient.

Wenn man ehemalige Straftäter nicht resozialisiert, dann werden sie wieder Straftaten begehen. Und das bringt niemandem was. Leider stecken deutsche Gefängnisse in der Hinsicht noch im Mittelalter fest...

Schwere Straftäter haben eine 2. vielleicht auch 3. und 4 Chance verdient.

Die Gesellschaft hat es verdient, dass Straftäter resozialisiert werden. Warum sollte man der Gesellschaft was Böses wollen?

FAZEROYAL 24.02.2017, 19:44

Manche denken halt nicht so fortgeschritten. Klar stimmt es aber manche denken halt "ne der hat jemand zusammen geschlagen und mit Drogen gedealt der soll nicht neben mir wohnen und mein Sohn ein Arbeitsplatz klauen".

0

Was möchtest Du wissen?