Schul-Englisch wird nicht wirklich in England gesprochen?

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Das stimmt, höchstens 5 Prozent der Engländer sprechen das Englisch, das Deutsche gern (fälschlicherweise) "Oxford- Englisch" nennen. Das "Schulenglisch" reicht sowieso für normale Kommunikation in einem englischsprachigen Land nicht aus. Deutsche, die z.B. nach England kommen, verstehen anfangs nahezu nichts, weil fast alle Engländer mit einem deutlichen regionalen Akzent sprechen. "BBC English" (Queen' s English) kommt - gesprichen - fast nur in den Nachrichten und (bei den Konservativen) im Parlament vor. Kommst nach Wales, Liverpool oder Yorkshire oder gar Schottland und Nordirland, ist die Verständigung NOCH schwieriger! Da ist JEDER Amerikaner VIEL leichter zu verstehen!

Wie du sicher weißt, müssen Englischlehrer die Sprache durch ein Auslandsjahr festigen und verbessern, ob sie dabei nach England, in die Staaten oder nach Indien gehen, ist im Grunde erstmal egal (ich glaube aber, dass die Staaten oder England möglicherweise Pflicht sind).

Dabei lernen die Lehrer auch den Dialekt vor Ort und sprechen den Möglicherweise auch im Unterricht. Wie eben in Deutschland auch wird in den wenigsten Gebieten "reines" Deutsch gesprochen, und beim Englischen ist zusätzlich das Problem, dass wir viel stärker vom Amerikanischen Sprachraum geprägt sind (Musik, Filme, Stars) als vom Britischen Sprachraum. Insofern lernen wir (da die Lehrer ja auch selten Muttersprachler sind) sowieso ein lustiges Kauderwelsch, das möglicherweise aber näher am Amerikanischen ist.

Erstmal kann ein Amerikaner nicht beurteilen, wie Engländer sprechen, da man unter American English und British English unterscheiden muss. Tatsächlich lernt man vor allem in den ersten Jahren Oxford Englisch, umgangssprachliche Redewendungen kommen erst später dazu. Oxford Englisch lässt sich fast schon mit dem Deutsch von Goethe und Schiller vergleichen.

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