Raketen oder Space Shuttle Start.. was passiert da genau?

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3 Antworten

Leider wird diesbezüglich immer wieder eine Menge Halbwissen verbreitet :-/.

Wenn die Tanks des Shuttles oder einer Rakete (z.B. von SpaceX) betankt werden, ist der Treibstoff (beim Shuttle LoX und LH2) extrem kalt (damit er flüssig bleibt und mehr rein passt). Die Tanks sind zwar isoliert (das ist beim Shuttle Tank dieses Orange Zeug was während dem Start gerne auch mal abfällt) aber natürlich gibt es keine perfekte Isolation. Der Treibstoff fängt also an den Außenrändern wieder an gasförmig zu werden (daher bleibt auch bis zum bitteren Ende der Tankstutzen dran, damit man den Verlust ausgleichen kann) und muss aus dem Tank raus, damit sich dort kein Berstdruck aufbauen kann. LoX wird in der Regel einfach in die Natur entlassen (das ist das weiße Zeug das man austreten sieht) da es ungefährlich ist. LH2 muss entweder rückgeführt werden (Shuttle) oder es wird abgeflammt (SpaceX) da sich sonst unter ungünstigen Bedingungen Knallgas entwickeln und explodieren könnte.

Kurz vor dem Start tritt ein wenig Mix aus LH2 und LoX aus, da das Triebwerk erst zündet, wenn die Brennkammer gesättigt ist (sprich genug Treibstoff enthält). Um sicher zu gehen das sich dort kein explosionsfähiges Gemisch bilden kann, ist unter den Triebwerken ein Funkenwerfer installiert. Dieser entzündet die kleinen Mengen LH2 sofort und sie verbrennen gefahrlos.

Das Wasser kurz vor dem zünden der Triebwerke dient übrigens NICHT der Kühlung! Das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Wenn man sich die ersten Shuttle Starts ansieht wird man entdecken, das dort überhaupt kein Wasser verwendet wurde. Tätsächlich hat man aber nach dem ersten Shuttle Start festgestellt, das durch den enormen Druck, der von den Space Shuttle Antrieben erzeugt wird, sehr starke Schallwellen ausgehen, die vom MLP (Mobile Launch Platform) reflektiert werden und dann die Antriebe und das Shuttle selbst beschädigen (beim ersten Start wurden mehrere Hitzeschutzkacheln beschädigt durch Überschallwellen die das Shuttle trafen). Um dieser Gefahr zu begegnen, wurde das sogenannte SSS (Sound Supression System) installiert. Grob gesagt wird einfach eine Wasserfläche unter dem Shuttleantrieb erzeugt, die eventuell entstehende Schallwellen bremst und damit austretende Reflexionen ungefährlich für Shuttle, Payload und Crew macht. Die wirklich großen Mengen weißer Wolken die bei jedem Start um das Space Shuttle entstanden sind also Wasserdampf die dadurch entstehen das die Antriebe des Spaces Shuttles das Wasser des SSS verdampfen lassen.


Was kurz vor der Zündung aus dem Triebwerk austritt, ist (meistens) verdampfter Brennstoff (seltener der Oxydator). Der wird in die doppelwandige Brennkammer und Düse eingespritzt, um das Material (Niob, Molybdän, Inconel X, aber auch Kupferlegierungen oder Edelstahl) zu schützen. 

Und man verbrennt ihn, denke ich mir, aus Sicherheitsgründen, damit es keinen Flammenrückschlag gibt, der das Triebwerk beschädigen würde. 

Der Starttisch selbst wird mit enormen Mengen Wasser gekühlt. Das verdampft und nimmt dabei die Hitze mit. Dadurch entstehen die riesigen „Wasserdampfwolken“ am Boden.

Man möchte ja die Startrampe so oft es geht wiederverwenden.

Das weiße ist schlicht und einfach Wasserdampf

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