Praktikum auf Containerschiff (Laeisz)

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2 Antworten

Ich will mich morgen nochmal näher erkundigen. Was ich dir aus meiner eigenen Zeit aber schon sagen kann: Wenn z.B. schlechts Wetter, Regen, Nebel ist, ist jedes Augenpaar, das auf der Brücke ernsthaft genau das Meer und den Horizont beobachtet, höchst willkommen.

Auch die Nationalitäten bleiben eher unter sich, ja auch sogar die Hierachien - was ich keineswegs als schlimm empfand, da man im großen und ganzen doch ein freundliches Verhältnis hatte. Und wenn mal eine keine "Grillparty" an Deck gefeiert wurde, sprach jeder mit jedem.

Kann auch gut sein, dass du - u.a. - das Schiff nach Anweisung "steuern" darfst; das ist dann schon ein tolles Gefühl. Aufgaben gibt es immer genug, mal auf höherem, mal auf niedrigerem Niveau.

Was mich sehr gestört hat: wenn man "frei" hatte, und es sich in der Kammer gemütlich machen wollte: die Tür zum Zimmer machte man erst zu, wenn man schlafen ging. Wenn man Glück hatte, konnte man sich ein wenig hinter einem Vorhang "verstecken".

Das hört sich doch schon einmal gar nicht schlecht an. Mir ist klar, dass ich als Praktikant auch mal Rost klopfen muss, ect. aber wenn ich dort 2 Monate das Deck schrubben muss gewinne ich ja auch nichts aus dem Praktikum... Wie meinst du das mit dem Vorhang? War es dir verboten die Tür deiner Kammer tagsüber zu schließen?

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@RoKMa

Landgang: kommt 'drauf an, Du wirst ja auch frei haben; und wenn dann eure Pier relativ nah an der Stadt ist, kannst du zu Fuß oder mit dem Taxi sicher mal für ein paar Stunden das "Lebensgefühl" des fremden Landes erkunden. Wenn du Glück hast, fragst du den Agenten, ob er dich mitnimmt. Telefon klingelt, schreibe dir noch ein paar Eindrücke!

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@ahoi1

Deutsche Seeleute: in den nächsten Jahren werden ca. 30.000 Nautiker -weltweit! - gesucht; somit ergibt sich eigentlich immer eine Chance, in diesem Job einen Arbeitsplatz zu bekommen, denn zu deinem Einsatzort könntest du theoretisch fliegen. Deutsche Flagge und z.B. Einsteigen in Japan: Flug dorthin zahlt deutsche Reederei. Wie das bei ausgeflaggten Schiffen ist, weiß ich nicht. Aber mit deutschen Kollegen sieht es, wie Cortijero auch geschreiben hat, dann schlecht aus.

Was könnte zu deinen Aufgaben gehören: Könnte mir vorstellen, dass du einem Wachoffizier über die Schulter guckst. Im Hafen fallen besonders viele Aufgaben an, und dann ist es natürlich gut, wenn du mit dem wachhabenden Offizier mitgehst, und ich meine, so wird das auch sein. Wenn du morgen dort ankommst, auf dem Schiff, glaube ich nicht, dass sie dich erstmal zum Rostklopfen schicken. Der Kapitän des betreffenden Schiffes muss dich beim Terminal anmelden. Es wird wahrscheinlich nicht so gern gesehen sein, aber - auch ich gehe gerne auf Nr. sicher - du könntest theoretisch bei deiner Reederei, mit der du ohnehin in Kontakt stehst, nachfragen, ob du beim Terminal angemeldet.Sonst kommst du schließlich nicht zum Schiff. Dann gehst du die gangway hoch, dort steht die gangway-Wache. Dort sagst du "Tach auch - ich bin Hein Seemann und soll mich hier melden (weil's eben so üblich ist), und müsste auf der Namensliste stehen (kann dir nicht sagen, wie die genaue Bezeichnung dieser Liste ist). Der bringt bzw. veranlasst, dass du zum Kapitän oder Wachoffizier gebracht wirst.

Privatsphäre: mit dem Vorhang meinte ich folgendes: deine Tür ist während deiner Freizeit offen, und natürlich festgehakt (Seegang). Als kleinen Schutz deiner Privatspähre hast du vielleicht einen Vorhang, den du während deiner Freizeit zuziehen kannst, und wenn du Duschen, Zähneputzen und Schlafen gehst, schliesst du die TÜR. Schon vor 20 jahren gab es in der Frachtschifffahrt Einzelkabinen, auch für die unteren Ränge. Kreuzfahrtschiff ist ja nun etwas ganz anderes. So in etwa könnte das alles ablaufen. Mich würde interessieren, um welchen Schiffstyp es sich bei dir handelt. Liebe Grüße, ahoi! Um welchen Schiffstyp handelt es sich denn bei dir?

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@ahoi1

Vielen Dank für die Informationen - ich hab jetzt schon einmal ein gutes Bild vor Augen! In knapp 2 Wochen geht's los. Das Schiff es soweit ich weiß ein "normales" Containerschiff von etwa 300 Meter Länge und Besatzung von etwa 25 Mann. Grüße

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@RoKMa

Toll, also einer von den richtig großen Pötten! Ich wünsch' dir wirklich eine "gute Reise" - sieh zu, dass bei deiner Kamera/Videokamera alle Batterien gut aufgeladen sind, mach viele schöne Aufnahmen! Meld' dich mal wieder -vlt mit einem Foto, dass du auf deiner Reise schießt!? Würde michauch interessieren, wie dir die Fahrt bekommen ist, auch von der Crew her. Vor allem: Hab' Spaß! Liebe Grüße, ahoi

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@ahoi1

Ahoi, die Zukunft für deutsche Seeleute sind sehr schlecht aus! Viel zu teuer, schlecht ausgebildet. Da haben die Asiaten doch alle Vorteile auf ihrer Seite

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@cortijero

Ich setzte bewusst hinter die 30.000 weltweit(!) ein Ausrufezeichen...

Man kann nach der Fahrteit aber auch gute Jobs im Hafen kriegen, diese Alternative kann man für den Notfall berücksichtigen und im Hinterkopf behalten.

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@ahoi1

Muss bei einem unter deutscher Flagge fahrenden Schiff nicht zumindest die Führungsspitze

deutsch sein, oder hat sich das schon wieder geändert? cortijero, über Kompi kann ich dir nur 1x/Tag schreiben, aber für RockMa ist es vlt auch ganz informativ....

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@ahoi1

Deutsches Schiff- deutsche Offiziere! Diese Zeiten sind vorbei. Den Reedern waren die Deutschen zu teuer. Ein Schiff unter deutscher Flagge braucht kein deutsches Crewmitglied. Es sollte aber zumindest der Kapitän deutsch sprechen können. Aber der sollte ja auch englisch können. Und was da so zusammengestottert wird...... Klar fehlen Seeleute, aber doch keine deutschen. Die Reeder bilden auf den Phillipinen aus. Für die Heuer eines deutschen Kapitäns bekommen sie auf den Phillipinen die gesamte Crew. Außerdem werden jetzt nach dem Subventionswegfall die Schiffe ganz schnell wieder ausgeflaggt werden. War ja Alles so schon einmal da.

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@cortijero

Dann habe ich gerade noch die goldenen Zeiten mitbekommen. Klar wuste ich von der Ausflaggerei. Aber das die Situation sich derart zugespitzt hat, nicht mal die "Führung" muss deutsch sein, das ist mir neu; dann ist die Situation noch trauriger geworden. Danke für die Info! Werde ich weitergeben!

RokMa wird später schon etwas finden, Seefahrt oder, familien-u. freundintauglicher vlt in einem Hafen, mit seinen praktischen Kenntnissen aus der Seefahrt ist er dort nicht uninteressant.. Liebe Grüße, ahoi!

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@ahoi1

Sicher sagen Viele, daß sie dann immer noch einen Landjob machen können.Aber irgendwann sind die Landjobs auch alle bestzt. Wenn ich allein an die vielen Absolventen der Seefahrtsschulen der letzten Jahre denke. heute bekommen sie keinen Job mehr. Die Reeder haben jede menge ausgebildet, bekamen sie doch vom Staat jede Menge an Subventionen für jeden Ausgebildeten. Jetzt fallen die Subventionen weg. Es gab schon einmal die Zeit, da wurden die Seefahrtschulen geschlossen, da keine mehr deutsche Seeleute brauchte. Ich fürchte, es ist bald wieder so weit

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@ahoi1

Danke für's Sternchen. Hatte Kompli schon abgeschickt, und erst jetzt deinen Bericht gesehen. Vielen, vielen Dank dafür! Werde ihn jetzt lesen!

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Das leben auf einem Ausbildungsschiff ist mit dem "normalen" Bordbetrieb nicht ganz zu vergleichen. Du mußt Glück haben, wenn du noch andere Deutsche an Bord treffen kannst. Nicht einmal unter deutscher Flagge fahren noch Deutsche. Die Zukunftsaussichten für deutsche Seeleute sind eher schlecht. Viel zu teuer. Noch dazu, wo in diesem Jahr die Subventionen wegfallen. Warum soll der deutsche Reeder teure deutsche Seeleute fahren? Es gibt genug Asiaten und Osteuropäer deren Ausbildung auch nicht schlechter ist. Das leben an Bord kann schon eintönig werden, noch dazu wenn du der einzige Deutsche bist. Aber erfahrungsgemäß bist du froh, wenn du die Kammertür zumachen kannst und endlich schlafen. Ob du als Praktikant voll genommen wirst, hängt von dir und dem kapitän an. Wenn du Pech hast, hast du eine Sch...reise. In den Häfen nur Gangwaywache, ansonsten Rost klopfen, Farbe auftragen. Kann aber auch ganz anders sein. Die Nationalitäten bleiben unter sich. Geselliges beisammensein wirst du eher nicht finden. Vielleicht mal eine Grillparty, wo sich die gesamte Crew trifft. Anmustern je nach Hafen, an dem du anmusterst. In der Regel fliegst du, wirst vom Beauftragten des dortigen Agenten abgeholt und zum Schiff gebracht. Wenn du Glück hast, kannst du noch 1 Nacht in einem Hotel verbringen. An Bord gibst du deine Papiere ab, bekommst deine Kammer und dann geht es auch schon los. Eingeschränkte Privatspäre? Was verstehst du darunter? Wenn deine Kammer zu ist, hast du deine Privatsphäre. Ob du als Nautiker übernommen wirst, ist fraglich. Wie gesagt, die Zukunft für Deutsche sieht eher schlecht aus.

Hallo, also mit Privatsphäre meinte ich ob es Möglichkeiten gibt auch mal für sich zu sein, hinsichtlich der Kabine: Hat man eine eigene Kabine oder teilt man sie sich mit anderen? Ich war bisher auf einem Marineschiff sowie einem Kreuzfahrtschiff und nur die ranghöchsten hatten je eine Einzelkammer. Ich werde in Hamburg aufsteigen also bin ich wohl für die Anreise selbst verantwortlich sein, oder? Also ich geh' dann einfach zum Schiff und sag "Hallo ich bin der Neue, hier bin ich!" oder kommt man allein gar nicht ins Terminal? Laut der Crew-Liste die ich bereits bekommen habe sind einige Deutsche an Bord - jedoch alles sehr erfahrene Seemänner des älteren Semesters. Ich hoffe ich finde dort trotzdem etwas Anschluss. Klar hängt viel vom Kapitän ab, ich werde also auch etwas Glück brauchen :)

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@RoKMa

Du kommst allein in kein Terminal. Du wirst vom Beauftragten des Agenten am Flughafen abgeholt und an Bord gebracht. Du hast eine Einzelkabine. Stelle sich auf langweilige Abende ein. Du wirst Buecher, DVDs usw. brauchen. Ist es ein deutsches Schiff? Wenn du Glueck hast, gibt es einige deutsche Buecher und DVD an Bord

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