Ostern und kresse?

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1 Antwort

Hallo :)

Ich denke schon, dass sich in diese Basteltradition einiges an Symbolik hineinlesen lässt. Meine Interpretation: 

Zunächst ist ja Ostern, ganz weltlich gesprochen, schon durch seinen Termin (1. Sonntag nach dem Frühlingsvollmond) ein Fest, dass den Frühlingsbeginn anzeigt. Die Natur erwacht langsam zum neuen Leben, zu neuer Blüte. Da stellt die grüne Kresse mit ihrem schnellen Wachstum und ihrer einfachen Handhabung eine gute Frühjahrsdekoration dar. Das schnell sprießende Grün versinnbildlicht die aufkeimende Vitalität, zumal grün die Farbe der Hoffnung ist.

Das passt auch ganz gut zur eigentlichen Bedeutung des Osterfestes. Auch wenn z.B. Kresse und das gute, alte Osterei nicht direkt mit dem Festinhalt zu tun haben, taugen sie jedoch als Ostersymbole. Weil die Kresse so schnell und unkompliziert wächst, symbolisiert sie, wie seit jeher das Osterei, Fruchtbarkeit, die eng mit neuem Leben verknüpft ist. Dieses neue Leben ist eben das, was Jesus Christus in seiner unendlichen Liebe durch sein Leiden und Sterben und seine Auferstehung dem Menschen erwirkt hat.

Ich kann mir gut vorstellen, dass an Karfreitag gesäte Kressesamen am Ostersonntag sichtbar grün auskeimen. Damit wäre Kresse, auch in gewisser Analogie zur Liturgie der Österlichen Tage, ein perfektes Ostersymbol: Der Samen des neuen Lebens (also der Kressesamen, der hier Christus symbolisiert) wird in die Erde gegeben (gemeint ist der Tod, den er erlitten hat, die Grabesruhe am Karsamstag) und keimt am Ostersonntag sichtbares Leben aus (gemeint ist die Auferstehung Christi).

Ich glaube, ich probiere das dieses Jahr mal aus. :)

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