Was meinte Epikur mit diesem Zitat?

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3 Antworten

Bei Epikur geht es um Lebensphilosophie, um eine Philosophie ohne Rückbezug auf Göttliches und göttliche Gebote, sondern um eine Lebenseinstellung aus Vernunft mit realistischem Blick auf die Welt und die Menschen, wie sie nun mal sind. Epikur ist darum allen "philosophischen Idealisten" verhasst, speziell den Christen, weil er auch noch ein Leben nach dem Tod und Verdammnis geleugnet hat, womit sie gern Macht via Angst über die Menschen ausgeübt haben. Epikurs Werke sind verboten und vernichtet worden. Von 400 Büchern und Schriften sind durch Zufall gerade mal 4 Briefe und einige aus dem Zusammenhang gerissene Zitate - oft nicht mal von ihm selbst - übrig geblieben. Man hat ihn als Hädonist, als Schlemmer, Säufer und Hurenbock verunglimpft und ihm als oberstes Ziel die unendliche Steigerung der Lust angehängt. Das Zitat oben zeigt, dass das reine Lüge ist.

Epikur hat eine sehr differenzierte Lebensphilosophie, in der die Freude eine positive Rolle spielt, die auf ein gelingendes Leben abzielt. Eine wichtige Einstellung dazu ist die Gelassenheit gegenüber den Schwankungen des Lebens. Dazu empfielt er, seine eigenen Bewertungen mit Vernunft in Grenzen zu halten. Wer den Hals nicht voll bekommt, wird nie glücklich. Im Gegenteil: So wie die Menschen abhängig werden können durch Angst, so können sie auch durch Gier abhängig werden und verfehlen ein möglichst selbstbestimmtes Leben, weil dann die Gier über ihr Leben bestimmt. Epikur ist ein Philosoph des vernünftigen Mittelmaßes und in dieser Hinsicht dem Aristoteles durchaus ähnlich.

Er prangert die Maßlosigkeit mancher Menschen an: sie haben das, was sie benötigen, aber es ist ihnen nicht genug. Ihnen würde es nicht einmal reichen, wenn sie noch mehr hätten.

Damit ist die Gier gemeint.

Es gibt ja Menschen, die alles, wirklich alles haben, aber es reicht ihnen nicht.

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