Liebeskummer oder Überreaktion?

2 Antworten

Ich vermisse einfach diese Person. Diese intensive Zeit.

Du vermisst eine Fantasie. Denn in Wirklichkeit war das nur ein Zeitvertreib, um dich (oder sie) als Person ging es nicht. Du hast die Aufmerksamkeit genossen - die aber nur aufgesetzt war, denn - schauen wir ehrlich darauf - seid ihr eigentlich einfach 2 Personen, die über ein Medium zusammen etwas gespielt habt.

Daraus erwächst nichts. Das projezierst du hinein. Dieses ganze Gefühlsdurcheinander, das hat die andere Seite ja nicht. Und da ist es kein Wunder, das du mit deinen Nachrichten auf taube Ohren stößt.

Dein Problem liegt darin, das du einsam bist und deswegen vielleicht zuviel in kleinen Dingen siehst, die das gar nicht hergeben. Zuviel Hoffnung. Und - ganz wichtig - du findest viel zu viel online statt. Wir Menschen brauchen aber echten Kontakte - echte Erlebnisse, sei es ein Spaziergang ins nächste Cafe oder eine Runde im Park, alles ist besser, als online zu versanden.

Freunde finden. Hobbies finden. Spaß haben. Das stärkt dich selbst auch und ist bestimmt besser für dein Seelenleben, als online stundenlang irgendwelche Games zu zocken.

Ich denke, du überreagierst auf der einen Seite, auf der anderen Seite nicht.

Überreagiert: Du hast dir da offenbar zu viel erhofft. Und diese Frau scheint ja echt Handy-süchtig zu sein. Die hätte dir auf die Dauer bestimmt nicht gut getan. Und ich denke, sie wusste nicht, was dir das bedeutet hat. Sie war halt achtlos. Aber manchmal bekommt man echt nicht mit, wenn es für den anderen "mehr" ist. Du bist wütend, ist ok. Aber falls du ihr in RL über den Weg läufst, bleib gechillt, ja? Wer weiß, was bei ihr schief läuft, dass sie sich so verhält.

Nicht überreagiert: Du bist einfach einsam und allein. Sagst, du hast nicht mal Freunde im echten Leben. Das macht sogar körperlich so viel Stress, als ob du Raucher wärst. Also, es ist psychisch und körperlich einfach richtig mies. Man braucht echte Freunde, um sich geborgen zu fühlen. Von dem her ist deine Enttäuschung und alles sehr nachvollziehbar.

Du hast Hunde, studierst, das sind ja Sachen, wo man gut Leute kennen lernt. Wenn die üblichen Tipps nicht helfen, würde ich mal zur Sozialberatung gehen. Ohne Scheiß jetzt. Caritas, oder was es bei euch gibt. Ist niedrigschwellig, gibt schnell Termine. Ich war da auch mal, als mir ein paar Sachen etwas zu viel wurden. Hat geholfen, mal mit jemandem von außen meine Gedanken und Wünsche sortieren. Hätte ich mehr als nur reden gebraucht, hätten die mir auch Tipps gegeben, wo ich mehr Hilfe bekomme. Manchen ist sowas vielleicht peinlich. Mir nicht. Die haben Schweigepflicht und man sieht die ja dann nie wieder, diese Berater. Wobei ich war ein paar mal dort.

Ich wünsche dir alles Gute, und dass du irgendwie vorwärts kommst und es besser wird.