Leide ich unter Kontrollzwang oder ist es etwas anderes?

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4 Antworten

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Das nennt man eine "Zwangsstörung". Keine Sorge, das lässt sich gut behandeln - allerdings musst Du Dich dafür in Behandlung begeben, und davor scheuen viele Menschen zurück. (Dabei gehen sehr sehr viele Leute zum Therapeuten oder Psychiater, auch ein paar Deiner Lehrer, garantiert!)

Hier 2 Sätze aus dem Wikipedia-Eintrag: "Je früher mit der Behandlung begonnen wird, desto besser sind die Prognosen. Durch die Behandlung mit psychotherapeutischen Methoden und/oder geeigneten Medikamenten ist die Prognose deutlich zu verbessern."

Beim Facharzt für (Jugend-) Psychiatrie gibt es in erster Linie Medikamente, beim Psychotherapeuten wird geredet und geübt. Du kannst zu beiden direkt gehen, ohne Überweisung. Beim Patiententelefon der Kassenärztlichen Vereinigung bekommst Du Namen von Verhaltenstherapeutinnen, die freie Plätze haben (wenn Du weiblich bist, empfehle ich eine Therapeutin).

Bitte überwinde Deine Scheu und lass Dich behandeln: Es geht um Deine Zukunft!!! Du hast noch soooo viele Jahre vor Dir, die solltest Du genießen, finde ich.

Na, so gut behandeln läßt sich das nicht, die meisten kommen da nicht 100% ig von los. Natürlich kann man schaffen, daß es besser wird, gerade, wenn man es frühzeitig angeht. Aber da Zwangsstörungen immer auch stark von der Persönlichkeit abhängen und darin verwurzelt sind, sind sie eben nur schwer komplett weg zu bekommen. 

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Wenn es nur so Kleinigkeiten sind ist es doch noch mit Humor zu nehmen... ich gucke jeden Abend nach dem Herd obwohl ich weiß, dass ich ihn den ganzen Tag nicht benutzt habe. Muss mich dabei immer selber belächeln. Naja falls es dir hilft, mein Nachbar hat seinen Wasserhahn angelassen während des Urlaubs... da wär so eine kleine Zwangsstörung nützlich gewesen.

Ja, klingt für mich tatsächlich nach einem Kontrollzwang. Das hat man ja manchmal auch, wenn man einfach an diesem Tag besonders nervös ist, aber wenn das bei dir immer der Fall ist, solltest du etwas dagegen unternehmen.

Es kann bereits helfen, Dinge sehr bewusst zu tun. Wenn du also zum Beispiel gleich gehen musst, noch alles "in Ordnung" bringst und dir konzentriert denkst: "Ich mache jetzt das Licht aus." Dann weißt du, wenn du auf der Straße stehst: "Okay, das Licht ist aus! Ich hab es selber ausgemacht und muss nicht nochmal rein, um nachzuschauen!"

Selbst das mit dem "Dinge bewußt tun" funktioniert nur begrenzt. Wenn ich z.B. das erste Mal beim Tür abschließen danach bewußt die Türklinke anfasse, dann hilft das, weil ich weiß ich hab sie angefaßt und dabei war die Tür zu. Wenn ich das aber ein paar Mal so gemacht habe, funktioniert das nicht mehr, dann muß ich wieder was neues machen, was ich vorher nicht gemacht habe, damit ich wirklich sicher bin, daß die Tür zu ist. Und einfach nur "bewußt" die Tür abschließen funktioniert schon mal gar nicht.

Was eher hilft (auch nicht immer) ist, wenn man sich in dem Moment bewußt daran erinnert, daß die Gedanken, die man gerade hat, Zwangsgedanken sind. 

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