Latein-Wie kann man die semantischen Funktionen beim Gerundium erkennen?

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2 Antworten

Zunächst musst du erstmal ein Gerundium erkennen. Das ist eine -nd-Form mit Nominativ wie das Verb, von dem es abgeleitet wird, und es kommt nur im Neutrum Singular vor.

portare, portandi, portando, ad portandum, portando
das Tragen, des Tragens, dem Tragen, zum Tragen, durch das Tragen

Der Dativ kommt angeblich selten vor; und der Akkusativ soll nach Regel immer von einer Präposition begleitet sein.

Wenn du weißt, dass
final - Zweck
modal - Art und Weise
temporal - zeitlich
ist, kannst du dir die Semantik aus der Bedeutung ableiten, die die Konstruktion im Satz hat.

Mit anderen Worten: du brauchst das passende Verb nur zu übersetzen.

I. Die 7 Fälle (Kasus) im Lateinischen (In welcher Beziehung steht das Nomen zu anderen Wörtern im Satz?)

  • 1.Fall

Der Nominativ (v. lat.: nominare = benennen) ist der 1. Kasus (lat. Kasus; pl. die Kasus = Fälle). Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Nominativ auch Wer-Fall genannt.

-2. Fall

Der Genitiv (von lat. casus genetivus — „die Herkunft bezeichnender Fall“) ist der 2. Fall. Dabei unterscheidet man zwischen folgenden Arten:

•genetivus qualitatis (Genitiv der Eigenschaft): Ticket zweiter Klasse, Tal der Tränen, des Lebens ungeteilte Freude • genetivus partitivus (Genitiv des Teilens): die andere Seite der Medaille • genetivus subiectivus (Genitiv des Subjekts): Rat des Freundes • genetivus obiectivus (Genitiv des Objekts): Beachtung der Gesetze • genetivus possesivus (Besitzverhältnisse): Vaters Hut / der Hut des Vaters liegt auf dem Tisch • genetivus explicativus / definitivus ('Ist-wie-Beziehung'/'Ist-Beziehung'): Ein Strahl der Hoffnung kam über uns. Die Strafe der Verbannung wurde ausgesprochen • genetivus hebraicus: Marcel Reich-Ranicki spricht über das Buch der Bücher • genetivus auctoris: Der Komponist dieser Symphonie ist L. v. Beethoven.

-3. Fall

Der Dativ (v. lat.: datum = Gegebenes) bezeichnet das indirekte Objekt. Er kann darüber hinaus weitere Funktionen haben. Der Dativ heißt auch 3. Fall oder Wemfall.

•dativus commodi bzw. incommodi: Der Dativ bezeichnet, zu wessen Vorteil bzw. Nachteil etwas geschieht (auch Dativ des Interesses, Dativ der Beteiligung) - Bsp.: „Er trägt ihr den Koffer.“ • dativus ethicus: Der Dativ bezeichnet die innere Teilnahme (meist 1. oder 2. Person) - Bsp: "Das war ihnen ein unsinniges Gequatsche" • dativus possessivus: Der Dativ bezeichnet eine Person oder Sache, auf die ein Teil bezogen wird - Bsp.: „Ihm schmerzen die Beine.“ •dativus iudicantis: Der Dativ bezeichnet den Standpunkt, von dem aus eine Aussage gültig ist - Bsp.: „Der Schwamm war ihm zu nass.“, „Der Moderator ist mir zu nervös.“ •dativus finalis: Der Dativ drückt einen Zweck aus - Bsp.: „Er lebt nur seiner Arbeit.“ (Quelle: Duden Grammatik, 4. Aufl., 1984, Rdn. 1061.)

-4.Fall

Der Akkusativ (v. lat.: accusare = anklagen), oder auch Wenfall, ist in Akkusativsprachen der Fall, der in der Grammatik das Patiens des transitiven Satzes markiert. Die Bezeichnung Akkusativ leitet sich vom lateinischen casus accusativus (die Anklage betreffender Fall) ab.

-5 Fall

Der Ablativ hat ein weites Funktionsspektrum, seine üblichen Funktionen sind Trennung ("von ... her"), Mittel oder Werkzeug ("mit Hilfe von"), Begleitung ("in Begleitung von"), Ortsangabe ("in, an, auf") und einige andere Funktionen.

•Ablativus instrumentalis (Wodurch? Womit?): Mit dem Ablativus instrumentalis wird das Gebrauchsmittel genannt. Es wird im einfachen Ablativ geschrieben. Übersetzt wird er mit den Präpositionen 'mit' oder 'durch' - Beispiel: Gladiator gladio pugnat. - Der Gladiator kämpft mit einem Schwert. •Ablativus sociativus: drückt Gemeinschaft aus (sociativus < sociare - verbinden) - Beispiel: Dominus vobiscum! - Der Herr sei mit euch! •Ablativus modi (Wie? Auf welche Art und Weise?): Der Ablativus modi drückt die Art und Weise oder auch die Begleitumstände unter welchen etwas geschieht aus - Beispiel: Ea amicitiam cum diligentia colet. - Sie pflegt die Freundschaft mit Sorgfalt. •Ablativus mensurae: wird bei einem Vergleich das Maß / die Menge ausgedrückt, um welches sich jemand oder etwas unterscheidet - Beispiel: Sol multis partibus maior est terra. - Die Sonne ist viel größer als die Erde. • Ablativus limitationis (in welcher Hinsicht? inwiefern?): Der Ablativus limitationis schränkt eine Aussage/einen Sachverhalt d.h. ein allgemeiner Begriff wird durch ihn näher bestimmt - Beispiel: Graeci doctissimi litteris erant. - Die Griechen waren in den Wissenschaften sehr gebildet. •Ablativus originis: Ablativ der Herkunft (aus was für einer Familie?) - Beispiel: L. Catilina nobili genere natus est. - Lucius Catilina stammte aus einer Adelsfamilie. •Ablativus separativus: Ablativ des Ausgangspunktes und der Trennung (Woher? Wovon?) - Beispiel: Roma profectus est. - Er ist aus Rom abgereist. •Ablativus auctoris: Ablativ des logischen Subjekts beim Passiv (Von wem?) - Beispiel: Cantare doctus est a Dionysio. - Er wurde von Dionysios im Gesang ausgebildet. •Ablativus comparationis: Ablativ des Vergleichs beim Komparativ (Als wer/was?) - Beispiel: Matre pulchra filia pulchrior! - Tochter, schöner noch als ihre schöne Mutter. •Ablativus thematis: Ablativ des Themas (worüber?) [Oft Verwendung bei Überschriften] - Beispiel: De bello Gallico - Der Gallische Krieg •Ablativus locativus: (auch Ablativus loci) Ablativ des Ortes (Wo?) - Beispiel: Est modus in rebus. - Es gibt ein Maß in den Dingen. •Ablativus temporalis: Ablativ der Zeit (Wann? In welcher Zeitspanne?) - Beispiel: Illo tempore exiit edictum a Caesare Augusto. - In jener Zeit ging ein Gebot von Kaiser Augustus aus. •Ablativus qualitatis

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