Klavier/Keyboard Tastatur oder Noten auswendig lernen?

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5 Antworten

Witzig, wie man hier sofort herauslesen kann, wer hier Klassiker ist und wer vorwiegend Popularmusik spielt :D

Als Klavierlehrer kann ich Dir sagen: Beides ist wichtig und beides kann man lernen.

Noten lesen ist ja vor allen Dingen wichtig, um mit anderen Musikern zu »kommunizieren«. Das ist nichts anderes als eine Sprache wie Deutsch oder Englisch - nur eben für Musik.

Hätten wir keine Noten, dann könntest Du keine Musik spielen, die bereits existiert (genauso wie früher Geschichten mündlich weiter gegeben wurden, was es schwer machte, sie später 1:1 wieder zu geben - erst mit dem Buchdruck wurde das möglich). Auch könntest Du nicht mit anderen Musikern zusammen spielen, das es schwierig wird, sich abzusprechen.

Auch das »vom Blatt spielen« ist wichtig. Das bedeutet, dass Du Noten vorgesetzt bekommst und sie - quasi ohne sie vorher zu üben - abspielen kannst. Dazu müssen Deine Augen vor allen Dingen an den Noten »kleben« können und die Finger ihre Tasten selbst finden.

Das ist trainierbar. Die Tasten auf dem Klavier oder Home Keyboard liegen ja immer an der gleichen Stelle (vorausgesetzt, Du sitzt immer auf der gleichen Höhe).

Am Anfang wirst Du noch viel hin- und herschauen müssen, um die richtigen Tasten zu finden. Das ist auch wichtig, denn damit lernst Du mit der Zeit, wo diese Tasten liegen. Mit der Zeit lernen Deine Finger respektive Dein Gehirn, wie weit verschiedene Töne auseinander liegen und welche Figuren welche Bewegungen erfordern.

Das ist auch noch ein weiteres wichtiges Thema: Musik besteht nicht aus einzelnen Tönen, sondern aus (wiederkehrenden) Figuren, Strukturen, Akkorden usw. Schönerweise kann man die auch optisch in den Noten erkennen.

Das ist im übrigen auch das Geheimnis des »vom Blatt spielen« und »auswendig lernen«. Nicht die einzelnen Noten einprägen und/ oder umsetzen, sondern Figuren erkennen.

Wenn Du Dir eine Zahlenkette einprägst, dann fasst Du ja quasi auch automatisch Figuren und Strukturen zusammen, und lernst nicht die einzelnen Ziffern. 12345 merkst Du Dir auch über »von 1 bis 5« und bei 1947491 merkst Du sicher auch gleich, dass die 7 als Spiegel dient ;)

Deshalb hilft es auch, mal genau zu schauen, was in der Musik passiert. Was ist das Motiv? Wie wird es weiter entwickelt? Wie ist das Stück/ Lied aufgebaut? Klingt zwar erstmal nach viel Arbeit - lohnt sich aber. Denn wenn Du weißt, wie etwas funktioniert, kannst Du es immer wieder rekonstruieren. Egal ob bewusst oder unbewusst.

Zurück zum eigentlichen Thema: Wechsle anfangs zwischen Noten und Händen hin und her. Versuche, Figuren zu erkennen und umzusetzen, um nicht zwischen jedem einzelnen Ton hin und her zu schauen ;) Bleibe mit der Zeit vermehrt bei den Noten und lass Deine Finger einfach machen.

Im übrigen heißt »auswendig lernen« auch nicht automatisch, dass Du die ganze Zeit auf Deine Finger starrst. Auswendig hast Du es dann drauf, wenn Du die Augen schließen kannst ;)

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Kommentar von Quesny
22.12.2016, 18:27

Zum ersten Satz: Was bin ich denn? ;)

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Eigentlich ist es so, dass man nicht auf die Tasten schaut, sondern diese ohne Hinzuschauen anschlägt. Dabei liest man die Noten.

Das ist leichter, denn die Belegung der Tasten des Klaviers bleibt, die gedruckten Noten sind die Variable.

Auswendig lernt man Noten eher deshalb, damit man nicht am Notenblatt klebt, auch ohne Noten spielen kann, eben auch woanders hinschauen kann, vielleicht auch mal, wenn eine Passage doch nicht ohne auf die Tastatur zu schauen geht, auch mal darauf gucken kann.

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Normalerweise ist es so, dass man das irgendwann auswendig lernt. 

Musik ist doch nicht das abspielen von Noten, sondern man sollte eher so sehen, dass Noten eine bemitleidenswert schlechte Möglichkeit ist, die gespielten Töne, aber nicht das Klangerlebnis, den Höreindruck festzuhalten. Pianisten spielen die Stücke meist auch auswendig (jedenfalls bis zu einer bestimmten Länge). Das lernen der Noten sollte beim Musizieren eher nur den nebensächlichen Teil ausmachen. Du musst das Stück, das du spielen wirst je nach deinen Fähigkeiten und nach der Schwierigkeit des Stückes üben. Normalerweise kommt es von allein. Wenn du es oft genug gespielt hast, weißt du es bald auswendig. Um richtig Musik zu machen (=musikalisch zu sein), musst du dich voll auf die Musik konzentrieren. Du musst deinen Gefühlen freien Lauf lassen. Natürlich ist das am Anfang und ohne Lehrer noch sehr schwer. Aber je mehr du übst und je schwieriger die Stücke werden, desto besser (aber nicht einfacher) lässt sich auch richtig Musik machen. Ich weiß ja nicht, ob du eher klassisches oder modernes Klavier/Keyboard spielst und welche Ziele du dir gesetzt hast, aber ohne Lehrer wirst du wahrscheinlich nicht sehr weit kommen. 

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Nein, man weiß definitiv einfach welcher Ton wo ist, sonst könnte man ja gar nicht nach Noten spielen.

Aber teilweise muss man bisschen auf die Finger gucken, so bei großen Intervallen, um nicht die falsche Taste zu erwischen. Da ist es natürlich praktisch, wenn man das Stück auswendig kann.

Ich bin mir allerdings nicht hundertprozentig sicher, ob ich deine Frage richtig verstanden habe...?

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Kommentar von Igotbeerus
08.10.2016, 17:16

Du hast die Frage genau richtig verstanden👌🏻

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in dem du dich am Anfang nach Noten orientierst- kannst du die Harmonienlehre verstehen, wie die Musik überhaupt funktioniert. Es ist wie beim Lesen. Durch die Buchstaben, durch lesen entwickelst du besseres Verständnis für die Sprache. Du brauchst dich da aber auch nicht viel zu lange aufzuhalten. Es macht wirklich Spaß Lieder zu covern, zu improvisieren oder auch selber Musik zu schreiben. Mit der Musik ist es wie mit dem Wasser, da gibt es keine Grenzen und sie fließt einfach, sie fließt

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