Kann man als Fachkraft für Rechnungswesen sich für Buchhalterstellen bewerben bzw. hat man gute Chancen?

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3 Antworten

Fachkraft für betr. Rechnungswesen (IHK)

Es gibt bei der IHK 3 Module, wobei Modul 1 ein Grundkurs ist, das Modul 2 die Grundlagen des Jahresabschlusses vermittelt und im Modul 3 kommen die steuerlichen Aspekte hinzu.

Die Kosten belaufen sich auf 500 - 800 € pro Modul (Gesamtmodule rd. 1.600 - 2.000 €).

Da stellt sich durchaus die Frage, ob das notwendig erscheint - zumindest Modul 1 und ggf. weite Teile des Modul 2 dürften bei einem kaufmännischen Berufsschulabschluß weitgehend bereits abgedeckt sein.

Die Zeit für Modul 3 (steuerrechtlich) erscheint mir nur für einen groben Umriss geeignet (Muster ohne Wert).


Diese Weiterbildung ist eher geeignet für jemanden, der über keine kaufmännische Ausbildung verfügt oder längere Zeit aus dem Berufsleben war.

Aus meiner Sicht bringt das nicht sehr viel, wenn man bereits eine kaufmännische Berufsausbildung hat..

Eine Bilanzbuchhalter/Wirtschaftsfachwirt-Weiterbildung wäre wesentlich hilfreicher - diese Personen sind, neben den Steuerfachangestellten, in den Buchhaltungen von Unternehmen sehr gefragt.

Man sollte sich das tatsächlich überlegen - für Unternehmen, die nur Debitoren- oder Kreditorenbuchhalter oder jemanden für leichte vorbereitende Buchhaltungen im Kleinbetrieb suchen, reicht eine kaufmännische Ausbildung völlig aus.

Hier wäre eine berufliche Erfahrung im Buchhaltungsbereich schon von größerer Bedeutung als ein Abschluß als Fachkraft (IHK).

DerSchopenhauer 20.01.2017, 10:20

Ich beziehe mich in meinem Beitrag auf die IHK-Module - es gibt aber auch noch andere Anbieter - die Inhalte sind aber die gleichen - das könnte ggf. bei privaten Anbietern sogar teurer sein.

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Mojoi 20.01.2017, 10:26

Sehr detaillierte Antwort. Besonders in der Frage, für wen es geeignet sein soll.

Gerade mit Hinblick auf die kreierte Bezeichnung "Finanzbuchhalter" hatte ich mich schon immer stirnrunzelnd gefragt, wo zwischen Finanzbuchhalter und Industriekaufmann da noch Platz sein soll.

Ich möchte mal meinen Dozenten zitieren: Es gibt - noch - keine arbeitslosen Bilanzbuchhalter.

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Als Fachkraft für Rechnungswesen (dies ist - nebenbei - keine geschützte Berufsbezeichnung, sondern bedeutet lediglich, dass jemand in der Buchhaltung arbeitet) würde ich dich zunächst für Hilfsarbeiten und einfachere Aufgaben in der Buchhaltung einteilen. Das heißt, Arbeit nach Anleitung und unter ständiger Kontrolle.

Einsatzbereich könnte ich mir vorstellen: Buchen von Zahlungen, Zahlungsverkehr, Mahnwesen, Kontenabstimmung.

Komplexere Aufgaben und das Analysieren komplexerer Sachverhalte (insbesondere steuerliche Sachen, Bewertung / Ermittlung von Rückstellungen, IG-Warenverkehr) wären erst nach langer Einarbeitung und Erfahrung sowie Wissensaustausch mit erfahreneren Kollegen möglich. Also nach ein bis zwei Jahren vielleicht.

Schau mal, wieviel im Vergleich dazu der Bilanzbuchhalter kostet und dauert. Da ist idR. kein großer Unterschied.

Beim Bilanzbuchhalter weiß auch jeder in etwa, was er kann / können muss. Bei Fachkraft für Rechnungswesen kann alles mögliche und auch gar nichts beigebracht werden.

Nach dem, was ich so alles in dem Bereich gesehen habe, was vermittelt wird (gilt auch z.B. für den sog. Finanzbuchhalter), ist das für mich in den meisten Fällen Geldschneiderei.

Was in solchen Seminaren vermittelt wird, entspricht in etwa dem, was eine ausgebildete Industriekauffrau direkt nach der Ausbildung kann.

Was soll denn der Kurs kosten, und wie lange dauert er?

DerSchopenhauer 20.01.2017, 10:18

Mit meinem Beitrag bestätige ich Deine Ansicht voll und ganz...

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... ich durfte so einen Kurs mal gesponsert von der Agentur für Arbeit in Vollzeit machen. Ob ich den gemacht habe oder nicht ist eigentlich egal. Kein AG nimmt dich dann weil du ja keine Praxis hast.

Für mich war er insofern nur hilfreich da ich eh schon ein Wirtschaftsgymnasium besucht hatte und eine kaufm. Ausbildung hatte. Da wurden dann von den Begrifflichkeiten und ein paar andere Dinge, wie Datev, KHK etc. geschult.

Wirklich weiter gebracht hat mich der Bilanzbuchhalter/IHK, allerdings brauchte man dafür auch noch 3 Jahre Berufserfahrung.

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