Kann ich einfach aufhören "klug" zu sein?


12.04.2022, 21:28

Nur ein kleiner reminder das ich diese Frage ehr für mich geschrieben habe, daher kann es sein das ich mich gerade bei der Sache mit "Reporter und keim Studium" etwas unklar ausgedrückt habe.

14 Antworten

Naja, ich kenne das, bin aber jetzt inzwischen Anfang 30 und kann deshalb mit etwas Distanz auf die Oberstufenzeit (du schreibst von Notenpunkten, daher gehe ich davon aus, dass du da jetzt drin steckst) zurückblicken. Wenn dir das so mühelos von der Hand geht, dann solltest du dir keine Gedanken machen. Das ist einfach so. Nimm die Noten mit, du bist nun mal mit kognitiven Fähigkeiten ausgestattet, die das verdienen und teilweise aus Neugier auch einfach nicht anders können - auch wenn du dir echt keinen Stress machen musst. Du kannst zwar immer noch das System der Leistungsgesellschaft in Frage stellen, weil es dir unfair vorkommt, wenn Menschen mit verschiedenen Begabungen unterschiedliche Leistungsgrenzen haben, aber unter den Scheffel stellen brauchst du dich deshalb ja auch nicht.

Dennoch kannst du ja diese schöne Lebensphase genießen. Ich war zwar selbst chronischer Klassenprimus, aber trotzdem äußerst gut darin, Schulisches (das heißt, die jeweils 45 Minuten zwischen zwei Gongs) und Privates (alles andere) klar zu trennen, sodass ich dir aus meiner Erfahrung heraus nur empfehlen kann, deinen Weg weiterzugehen, aber dabei deine Freundschaften und Teilhabe am Leben, wie es in dieser Phase stattfindet (Partys, sonnige Nachmittage im Freibad, Sport, Dates,...) in vollen Zügen zu genießen.

Sei froh, dass deine Eltern dir ein Studium ermöglichen wollen. Bei mir war das nicht so, im Gegenteil, ich wurde bereits in der Grundschule zum Mittelmaß erzogen und musste meinen unverrückbaren Appetit auf intellektuelles Futter, welches ich mir an der Universität zu finden erhoffte, als ich alt genug war, vehement gegen den Widerstand v.a. meines Vaters durchsetzen. Dieser hatte es seineszeichens als Vertriebler zu einem durchaus beachtenswerten Wohlstand in der gehobenen Mittelschicht gebracht, tendiert jedoch bis heute dazu, seinen Weg im Vergleich zu einer akademischen Laufbahn als existenzielle Erfüllung überzubewerten. Meine eigenen Probleme beiseite: Auch Kriegsgebietsreporter sind in den meisten Fällen Akademiker und haben irgendwas studiert.

Wenn dieser Beruf wirklich dein Traum ist, würde ich sogar fast vorschlagen, du machst nach dem Abitur einen Freiwilligendienst bei der Bundeswehr, um zumindest die Grundausbildung und den Umgang mit der Ausrüstung kennen zu lernen und vielleicht auch schonmal zu erfahren, wie die Medien mit militärischen Informationen versorgt werden - sieh's wie ein Praktikum. Vielleicht ist es sogar sinnvoll, innerhalb der Offizierslaufbahn zu studieren, Offizier zu werden, vielleicht im "Cyber und Informationsraum", und ein paar Jahre zu dienen, um im Einsatz als Reporterin zu wissen, wovon du sprichst. Wie hättest du dir deinen Werdegang vorgestellt? Man geht ja nicht sofort nach der Schule zu einem Kriegsgebietsreporter in die Ausbildung.

Hey,

Schule ist wirklich nicht alles, nur eine Gelgenheit seine Chancen zu verbessern.
Ich kenne genug Leute, die super im ABI waren und dann leider danach nichts mehr auf die Reihe bekommen haben. Genauso gibt es Leute, die grad eben durchgekommen sind und die sind später recht erfolgreich geworden.
Gute Noten helfen nur bedingt, aber im Schnitt steigen deine Chancen auf späteren Erfolg bestimmt.

Du scheinst schon einen gewissen Leistungsdruck zu haben, von wegen "Eltern nicht enttäuschen", "immer melden". Ich würde sagen arbeite in der Schule ruhig mit, Du bist doch sowieso da. Ist ja nicht so, dass Du die Zeit anders nutzen könntest.
Auch wirst Du irgendwann im Leben lernen müssen mit Rückschlägen klarzukommen, die kommen, so oder so.

Was das Kriegsberichterstatter angeht, sicher? Warum ausgerechnet so ein Beruf? Es ist klar, dass deine Eltern gewisse Erwartungen haben, aber was sind denn deine Erwartungen an so einem Job? Was willst Du denn erreichen?

Wegen dem "Klug" würde ich mir generell keine Sorgen machen. Du wirst in der Schule knallhart mit deinen Mitschülern verglichen, so funktioniert das System, so funktionieren Noten. Warte ab bis Du auf Leute triffst die mehr drauf haben als Du - und ja, die gibt es massig.

Ich rate jetzt mal wild:
Du hast gewisse Anforderungen von deinen Eltern und die sind schon enorm wichtig für dich. Das provoziert schon einen gewissen Druck richtig gut zu sein. So ganz willst Du das aber gar nicht. Da deutet für mich auch das mit dem Kriegsberichterstatter drauf hin, das ist im Grunde so eine Art Flucht vor den großen Erwartungen der Eltern.
Und wenn Du wirklich so einen Job machen würdest, Du würdest auch der Konsequenz entgehen Leute zu treffen, die dann doch eben besser sind als Du selbst. Klingt für mich nach einer Vermeidungsstrategie.
Auch dieses "ich will mich weniger melden", das klingt eher nach einem "wenn ich mal schlechter werde, dann hat es nur daran gelegen, dass ich nicht mehr wollte, nicht dass ich nicht mehr konnte".

Stress dich nicht so, schon gar nicht wegen der Anforderungen deiner Eltern. Die haben ihr Leben Du deins. Sie verwirklichen sich niemals durch dich - keine Chance.
Überlege wo Du hin willst und warum und dann arbeite konkret auf dieses Ziel zu. Und wenn Du dann wirklich Kriegsberichterstatter werden willst, ist dein Ziel immerhin klar und Du wirst wohl Journalismus studieren - auch schön.

Gruß

Ah - ertappt! Lach! Du entschuldigst Dich für Rechtschreibfehler - korrigierst Dich aber nicht selbst. Respekt! Das ist doch mal ein Anfang.

Keiner sucht sich aus, ob er/sie intelligent sein will oder klug oder blöd, faul, dumm ... Wir haben alle unsere Talente. Dir scheint alles zuzufliegen. An sich ist das beneidenswert. Du leidest darunter. Das ist irgendwie schade. Finde ich.

Denn Du hast ein Privileg, welches andere nicht haben. Und aber gerne hätten.

Vielleicht kannst Du Deine Gabe annehmen? Sei nicht gepestet. Sich im Unterricht zu melden, ist für uns alle wichtig, wenn wir Schüler sind. Danach richten sich die Noten.

Du bist nicht verpflichtet, Dein Abi zu nutzen. Es ist zweifelsfrei gut, es zu haben - ja. Aber beruflich sollten Dir Deine Eltern nicht im Weg stehen! Also lerne, Deine Entscheidung durchzusetzen! Es ist Dein Leben, welches Du leben und finanzieren sollst.

Bis zum Abi halte eben durch. Das müssen übrigens alle Schüler, die das Gymnasium besuchen. Die meisten nur aus der anderen Sicht. Nimm Deine Gabe an - es Ist eine! Fang an, Dich glücklich zu schätzen, dass Du klüger bist als andere.

Hey,

ich dachte für einen Moment, dass du aus meinem Leben erzählst.. Bin in einer ähnlichen Situation (was die Schule angeht).. Und ich kenne den Struggle nur zu gut! Gute Noten bringen immer den Neid der anderen, man wird sofort als Streber abgestempelt oder ausgegrenzt, obwohl man nicht mal was dafür getan hat. Das ist echt manchmal hart.

Da du deine Noten in Punkten angegeben hast, gehe ich davon aus, dass du in der Oberstufe bist. Bei mir zählen alle Noten der Oberstufe fürs Endzeugnis, deshalb würde ich dir raten, nicht extra schlechte Noten zu schreiben. Die Noten schlechter zu machen ist der falsche Weg denke ich, auch wenn das irgendwie der einfachste Weg wäre. Diese Gedanken habe ich immer, wenn ich easy 15 Punkte habe, und meine Freunde sehe, die geradeso keinen Unterkurs haben.. Einfach absichtlich schlechte Noten schreiben. Aber ich verwerfe diesen Gedanken immer wieder, weil das nicht der richtige Weg ist. Man kann ja nichts dafür, das man halt schlau ist und man sollte sich auch nicht dafür schämen, dass es so ist. Stattdessen ist es wichtig, dass man den Unmut der anderen aushält, sich das nicht zu sehr zu Herzen nimmt.

Was du machen könntest, damit die anderen nicht komplett von dir und deiner "Klugheit" genervt sind, ist, dass du versuchst, dich weniger zu melden. Ich habe mir zum Beispiel angewöhnt, dass ich grundsätzlich nur noch Fragen aus Anforderungsbereich drei, eben die anspruchsvollen Fragen, die nichts mit Wiederholung zu tun haben, beantworte. Die guten Noten bleiben dadurch erhalten, aber die anderen Schüler haben nicht mehr das Gefühl, dass ich immer zu jeder Zeit alles sagen will. Dadurch, so ist meine Erfahrung, wird man unter seinen Mitschülern mehr als "durchschnittlich" angesehen, weil die "Klugheit" durch die geringere Quantität (trotz bleibender Qualität) der Beiträge nicht mehr ganz so häufig präsent ist.

Zu deinem letzten Punkt:

Ich komme auch aus schlichteren Verhältnissen. Mein Glück ist, dass meine Eltern mich dabei unterstützen, was ich machen möchte. Sie haben natürlich Erwartungen an mich, oder Vorstellungen, was ich machen könnte, aber wenn ich dem nicht entspreche, ist das für sie auch nicht so schlimm. Solange ich das mache, was mich glücklich macht und ich finanziell eigenständig klarkommen werde, werden sie hinter mir stehen. Das sollten deine Eltern auch tun.. Es ist ja dein Leben, und du bist die einzige Person, die entscheidet, was du daraus machst..

Du solltest deinen Eltern einfach klar machen, dass du glücklicher ohne Studium sein kannst. (Wobei man als Reporter auch ein Studium macht oder?) Wenn du wirklich überzeugt bist, von dem was du machen willst, mach es! Hab keine Angst, Leute zu enttäuschen, sondern lebe deinen Traum!!!

Was meinst du was ich für Sachen zu hören bekommen habe, als ich verschiedenen Leuten davon erzählt habe, das ich gerne Kunst studieren möchte?

"Wäre das nicht eine Verschwendet deiner Talente?"

"Willst du nicht lieber was richtiges machen? "

"Damit kann man aber kein Geld verdienen! "

Richtig nervig... Aber ich habe Eltern und Freunde, die stolz darauf sind, dass ich machen werde, was ich will.. Und ich denke, dass deine Eltern auch stolz auf dich werden, wenn du selbstständig und selbstbewusst entschieden hast, was du machen möchtest!!

Liebe Grüße

Ich hoffe, ich konnte dir helfen

Lass das mit dem vielen Melden. Wenn du dich weniger melden möchtest, dann melde dich weniger. Finde ich sonst merkwürdig. Warum ziehst du das nicht durch? Vor allem, wenn du nicht immer die Höchstnoten haben möchtest.

Da du anscheinend immer aufpasst, finde ich es nicht ganz so erstaunlich, dass du diese tollen Noten auch ohne Lernen hast.

Was ist das mit dem wenigen Schlaf und Essen? Klingt nicht gut.

Deine Eltern akzeptieren bestimmt auch andere Studienfächer als Jura, oder gar keins.

Für die Tätigkeit eines Kriegsberichtreporters muss ja auch ein Studiengang absolviert werden. Und dann kannst du immer noch sehen, ob du es noch willst.

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