Joseph Goebbels: Wie schaffte er es, die Menschen zu motivieren?

6 Antworten

Hi, 1943 dachten die Menschen in D noch nicht an einen verlorenen Krieg. Aber es mußten Opfer gebracht werden. Churchill versprach Blut, Schweiß und Tränen. Dr. Goebbels forderte den totalen Krieg (nun Volk steh auf und Sturm brich los). Dr. Goebbels (Jesuitenschule) war halt auch ein geschickter Werbefachmann, wenngleich eher intuitiv und bei weitem nicht so wissenschaftlich "beackert" wie die heutigen Werbefachleute, die die Wahlkampagnen usw. planen. Es waren ja auch einige "Wunderwaffen" in der Pipeline. Zudem: die Hoffnung stirbt zuletzt. Bei uns glauben heutzutage ja auch viele, daß der Euro Rettungsschirm was bringt (außer überirdischer Schulden für unser Land, und das noch ausschließlich für andere (Banken). Gruß Osmond

Das mit einer Rede ist völliger Quatsch bzw. die Version von Goebbels selbst. Seine Propagandamaschine hat's so "vermarktet". Wer sich aber mit der Psychologie der Menge auskennt, der weiss, dass das wie bei einem Fussballspiel ist mit so einer flammenden Rede. An Ort und Stelle ist man begeistert, doch danach geht man zurück in den Alltag und wird schnell von diesem vereinnahmt. Wie gesagt, das Propagandaministerium hat fleissig daran gearbeitet die Stimmung tagtäglich zu steuern und auch der besagten Rede möglichst langen Nachhall in den Köpfen zu verleihen. Man kann aber trotzdem nicht sagen, dass die Rede SO einen Stellenwert hatte. Letzendlich wurde aber vieln bewusst nach 1943, dass der Krieg durchaus nach Deutschland selbst kommen und zum Überlebenskampf werden kann. Genau diesen Punkt hat Goebbels geschikt angesprochen mit seinem "totalen Krieg". Die Kunst der Arbeit mit der Menge ist nicht darin diese gegen den Strom schwimmen zu lassen, sondern die vorhandenen Sehnsüchte, Ängste, Denkrichtungen zu erkennen und für seine Zwecke zu nutzen, zu kumulieren und zu lenken. Das konnte Herr Goebbels zweifelsohne ganz gut. Er rief zum "Endkampf" ums Vaterland, zum schieren Überlebenskampf, der wie die meisten es 1943 spürten ohnehin bevorstand. Wenn diese Idee bis dahin nur in den Köpfen eher in Form von Angst und Ungewissheit geisterte so machte Goebbels sie zur deutlich formulierten(in seinem Interesse natürlich) ideologischen Richtung, die die einzelnen Menschen eint und denen die Ungewissheit und die Angst vor der Verantwortung nimmt und eine "Stossrichtung" vorschreibt. Die Botschaft ist dann in etwa "die Führung weiss was läuft, sie lässt uns nicht im Stich, sie denkt für uns und hat eine Lösung für das Problem". Aber wie gesagt so wirkungsvoll die Rede auch gewesen sein mag ohne der Gesamtheit der Propaganda im 3.Reich würde das auch nicht viel bringen.

Du übertreibst allerdings die Wirkung der Sportpalastrede vom Februar 1943. Verbreitet wurde immer noch an den Sieg geglaubt, man hatte große Angst vor der Niederlage. Immerhin lagen die Grenzen des deutschen Machtgebietes noch weit von den Grenzen Deutschlands entfernt. Die Wirkung der Reden von Goebbels erklärt sich aus seiner großen Fähigkeit, sich auf die Zuhörer einzustellen, ihren Erwartungen zu entsprechen und ihre Sprache zu sprechen.Er beherrscht den hochpathetischen Stil einer feierlichen Rede ebenso wie den mit Dialektelementen arbeitenden, scheinbar salopp und nachlässig gestalteten Stil der Reden im kleinen Kreis. Empfanden sich die Zuhörer im ersten Fall wie in einer religiösen Gemeinschaft,einer Kirche, so fühlten sie sich im zweiten Fall wie Eingeweihte, Mitwisser, Verschworene. Goebbels verfügte über alle rhetorische Waffen, die eine gute Bildung gibt: einen reichen Wortschatz, große Fähigkeiten im Satzbau, einen Zitatenschatz aus der Weltliteratur und auch aus der volkstümlichen Sprache. Aber die Hauptkunst war, die augenblicklichen Interessen der Zuhörer zu erkennen,ihnen Hoffnung, aber manchmal auch Angst zu machen. Den Führer stellte er als unantastbare, rastlos arbeitende, selbstlose, überragende Gestalt dar, während er sich selbst nur als Sprecher des "Wir", des Volkes verstand.

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