Ist Psychologie eine Geisteswissenschaft oder eine Naturwissenschaft?

Das Ergebnis basiert auf 18 Abstimmungen

Geisteswissenschaft 56%
Naturwissenschaft 44%

15 Antworten

Naturwissenschaft

psychologie ist eine naturwissenschaft, weil sie sich naturwissenschaftlicher methoden bedient. das ist übrigens die definition einer naturwissenschaft: die verwendung naturwissenschaftlicher methoden (empirie, experiment --> testbarkeit der untersuchten hypothesen, wiederholbarkeit).

Psychologie ist als Wissenschaft bereichsübergreifend. Sie lässt sich nicht zu den Naturwissenschaften, Sozialwissenschaften oder den Geisteswissenschaften allein zuordnen. Ihre Grundlage wird vielmehr von einer Anthropologie im breitesten Sinn gebildet. Eine aus dem angelsächsischen Raum stammende Einteilung untergliedert Psychologie im Sinne der Behavioural sciences nur in Verhaltenswissenschaft, Kognitionswissenschaft und Neurowissenschaft.

http://de.wikipedia.org/wiki/Psychologie

also alles

Naturwissenschaft

Psychologie ist im späten 19. Jahrhundert klar als Naturwissenschaft konzipiert worden (aus Verbindungen der Sinnesphysiologie mit der Experimentalphysik heraus). Heute finden sich auch empirisch-sozialwissenschaftliche Anteile; je nach Ausrichtung kann man Psychologie also auch als empirische Sozialwissenschaft auffassen. Als Geisteswissenschaft kannn man Psychologie hingegen nicht bezeichnen, da sie keine geisteswissenschaftlichen wissenschaftstheoretischen und v.a. keine geisteiswissenschaftlichen methodologischen Aspekte beinhaltet. Ganz im Gegenteil wurden diese ja in der frühen Entwicklungsgeschichte der Psychologie in den sehr kontrovers geführten Auseinandersetzungen mit den Ansätzen von Wilhelm Dilthey (der die Psychologie lieber als Geisteswissenschaft gesehen hätte) explizit ausgeklammert (was dann wissenschaftshistorisch die Pädagogik als "geisteswissenschaftliche Konkurrenz" zur Psychologie begründet hat). Deshalb ist die Psychologie auch in Folge immer wieder als "rein positivistische Wissenschaft" und als "zu reduktionischtisch" kritisert worden, v.a. von der Psychoanalyse / Tiefenpsychologie (die nicht Gegenstand der Psychologie ist!) wie auch von der "Kritischen Psychologie" und im Zuge der 68er Bewegung von Strömungen, die die (deutsche) Psychologie um eine marxistisch geprägte Tiefenpsychologie erweitern wollten. Diese konnten sich aber nicht durchsetzen (auch nicht in der DDR oder UDSSR). In den USA, die durch den Nazi-Terror führende Wissenschaftsnation der Psychologie wurde, hat es diese Bestrebungen nie geben, dort, insbes. im Zuge des Behaviorismus und dann des Kognitivismus wie auch schließlich der Verbindungen zu den Cognitive & Neuroscience blieb sie primär Naturwissenschaft und das bleibt sie auch (international, also auch in Deutschland).

Teils, teils. Wesentliches Merkmal beider ist, dass die "innere Weisheit" fehlt. Deshalb auch nicht wirklich hilfreich für viele.

Geisteswissenschaft

Eher eine Geisteswissenschaft, besser: Sozial- oder Verhaltenswissenschaft.

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