In welcher Situation würdet Ihr das Jugendamt informieren?

16 Antworten

Mit dem Thema habe ich mich in letzter Zeit auch auseinandersetzen müssen:

  • Es geht um zwei Kinder einer drogensüchtigen Prostituierten.

  • Nach zwei Jahren warf die Mutter den ebenfalls drogensüchtigen Erzeuger raus und liierte sich mit einem fast 25 Jahre jüngeren Tablettenabhängigen.

  • Als die Mutter im Suff die Treppe runterfiel und starb, brachte das Jugendamt die Kinder (damals 4 und 2) zum Vater, den sie seit zwei Jahren nicht mehr gesehen hatten.

  • Was dort ablief, weiss ich nicht, aber es muss heftig gewesen sein, da die ebenfalls drogenabhängige Frau des Vaters diesen bei der Polizei anzeigte, die die Kinder sofort abholte.

  • Ein Ehepaar erklärte sich bereit, die Kinder in Pflege zu nehmen.

  • Dem Jugendamt war das zu teuer und es brachte die Kinder zu den Grosseltern, die die Kinder vier Jahre nicht mehr gesehen hatten.

  • Der Grossvater ist Alkoholiker und hat auch schon in der Schule verkündet, dass man Kinder ab und an mal durchhauen müsste.

  • Die Grossmutter ist mit den zwei lebhaften Kindern (heute acht und sieben) völlig überfordert und schlägt sie ebenfalls.

  • Ein Besuch des Jugendamtes verlief ergebnislos, weil die Mitarbeiterin begeistert war von dem sehr sauberen und aufgeräumten Haushalt.

  • Das Jugendamt sagt, solange keine Verletzungen "zu sehen" seien, könnte es nichts machen.

  • Der Junge (1. Klasse) ist von den Lehrern als "nicht beschulbar" erklärt worden wegen seines Sozialverhaltens und soll jetzt in Therapie gehen, anschliessend möglicherweise auf eine Sonderschule, obwohl er ausgesprochen clever ist.

  • Wir hatten nach Rücksprache mit der Klassenlehrerin des Jungen schon eine Schule gefunden, die bereit war, beide Kinder aufzunehmen, aber da die "sorgeberechtigte" Grossmutter einen Rückzieher gemacht hat, wird daraus nichts werden.

WAS SOLL MAN DA NOCH MACHEN?

Ich bin erschüttert, WIESO lässt man so etwas zu??????

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@ArianeHD

Obwohl mit den Kindern in keiner Weise verwandt und mehr zufällig vor einigen Wochen auf das Problem aufmerksam geworden, haben wir wirklich bisher getan, was wir konnten und werden das auch weiter tun.

Das Jugendamt wird wohl erst aktiv werden, wenn etwas wirklich Gravierendes passiert ist - Kevin aus Bremen lässt grüssen!

Die oben geschilderten Tatsachen haben wir innerhalb kurzer Zeit von allen möglichen Menschen zu hören bekommen, die das Thema und die Familienumstände meist schon lange kennen, aber offensichtlich nicht aktiv geworden waren.

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@demosthenes

Vielleicht mal die Medien einschalten? Die werden das Thema bestimmt gerade jetzt (Sommerloch) gerne aufgreifen, zumal ja in NRW gerade wieder so ein Fall war, wo das Jugendamt nichts unternommen hat.....

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@Wieselchen1

@Tanzwiesel:

Inzwischen haben wir die Angelegenheit dem Gericht angezeigt und dort auch ein langes Gespräch geführt - vielleicht passiert ja jetzt etwas.

Der Direktor des Gerichts war jedenfalls sehr interessiert, zumal wir ihm mehrere Menschen benennen konnten, die auch bereit sind, vor Gericht als Zeugen zu erscheinen.

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ich denke man sollte handeln sobald man feststellt dass die kinder unter der gegebenen situation leiden. zivilcourage ist dabei sehr wichtig. haeufig werden solche situationen uebersehen um das nachbarschaftsverhaeltnis nicht zu zerstoeren. dies sollte man unbedingt ablegen, es geht einzig und alein um das wohl der kinder. man hoert im moment viel zu viele schreckliche dinge ueber verwahrloste kinder.

Es soll auch Fälle geben, bei denen die "lieben Kleinen" ihre Eltern angehen...wie alt die Sprösslinge sind, geht aus der Frage ja nicht hervor.

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Ruf mal den Kinderschutzbund an. Das hat den Vorteil, dass du nicht direkt "amtlich" wirst, denn das Jugendamt muss der Sache nachgehen (was sie manchmal auch unterlassen, wie dann zu hören ist, wenn es schief geht...), und wenn du umsonst "Alarm" ausgelöst hast, dann ist der Ärger in der Nachbarschaft vorprogrammiert... Trag das, was du beobachtet hast, beim Kinderschutzbund vor und frag, was du machen sollst.

In der Regel geben die gute Tipps, ist natürlich auch davon abhängig, wen du am Telefon hast. Bei einer Bekannten von mir hat das super geklappt, sie bekam eine richtige Beratung, was sie jetzt machen und worauf sie achten soll, ab wann und wie sie beim Jugendamt vorgehen muss etc. Arbeiten sie vernünftig, sind sie sogar dankbar darum, das mal jemand aufgepasst hat anstatt wegzuschauen...

Ich kann von daher diesen Weg nur empfehlen!

das ist ne prima Idee, danke

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@ArianeHD

Gern geschehen, und im Namen der Kinder Dank an dich, dass du dich drum kümmerst! :-)

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Auch ich habe eine schwierige Situation in der Nachbarschaft. Die Nachbarn sind vor ca. 3 Jahren nebenan eingezogen. Sie hatten zwei Söhne. Vor 1,5 Jahren kam dann ein Mädchen dazu. Die Söhne waren immer alleine draußen, sind selten witterungsgerecht gekleidet. Die Mutter hat die kompletten 9 Monate Schwangerschaft vor dem Haus gesessen, Kette geraucht und den ganzen Tag Kaffee getrunken. Der ältere Sohn (jetzt 13 Jahre) hat irgendwie eine sexuelle Störung. Er betatscht kleine Mädchen und hat letztes Jahr versucht, ein Mädchen aus der Nachbarschaft ins Gebüsch zu ziehen. Auch erwachsenen Frauen gegenüber wird er sexuell handgreiflich. Mir hat er mal mit voller Absicht an den Po gefasst und einer anderen Nachbarin gesagt, sie solle ihm seine Brüste zeigen. Er ist 13!! Das geht meiner Meinung nach zu weit. Der Junge beleidigt jeden anderen Menschen, ist extrem frech und auch gewalttätig gegenüber anderen, vor allem deutlich schwächeren Nachbarskindern. Leider interessiert dieses Verhalten die Eltern nicht (sowas macht mein Kind nicht).

Die Tochter kann mit ihren 1,5 Jahren auch nicht alleine laufen, oder ansatzweise ein paar Worte sprechen. Das kleine Ding sieht man generell nur ganz selten draußen. Meist sind die Eltern draußen vor dem Haus mit anderen Nachbarn am rauchen, während man drin die zwei Hunde bellen und das Baby schreien hört. Einmal kamen mit die Eltern mit dem Auto Richtung Stadt entgegen, als ich von der Arbeit kam. Als ich ins Haus ging hörte (wieder mal) das Baby heulen und Hundegebell!! Seit dem beobachte ich das Ganze und die Situation wird nicht besser.

Da ich aus eigener Erfahrung weiß, wie schwer es ist mit dem Jugendamt zusammen arbeiten zu müssen (uns haben sie überhaupt nicht geholfen, haben dem Gericht nur Lügen erzählt und damit dafür gesorgt, dass wir Kinder ins Heim kamen, wo meine Schwester schwer misshandelt wurde, was uns die Mitarbeiter vom JA auch nicht geglaubt haben. Meine Schwester hat heute noch mit den psychischen Folgen zu kämpfen), möchte ich das JA eigentlich nicht informieren, aber ich glaube, dass die Kinder definitiv Hilfe brauchen. Was kann ich tun?

Bitte sofort! Ich habe in so einer Situation (leider sehr spät) die Polizei gerufen (da ich es nicht besser wusste sprich Jugendamt).

Die "Mutter" hat zuerst die Polizisten und als die dann weg waren mich wild beschimpft und fast meine Haustür eingetreten - nur soviel dazu was einem sonst noch passieren kann ausser als Denunziant betitelt zu werden.

Den Kleinen (das Kind war damals ca. 3 Jahre alt) habe ich dann ein paar Tage später mit einem blauen Auge und einem Verband ums Handgelenk geshen.

Die Polizei hat dann offensichtlich das Jugendamt informiert und ein paar Wochen später war der Junge nicht mehr da. Ich denke er wurde der Mutter weggenommen.

Das war sicherlich ein Extremfall, aber auch in weniger dramatischen Fällen sollte man das Jugendamt informieren, damit dieses HELFEN kann. Die betroffene Familie muss diese Hilfe dann zwar auch annehmen, aber vielleicht braucht es halt manchmal einen "Denunzianten" der die ganze Sache anstößt......

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