Ich suche kurze Weihnachtsgeschichten <3

10 Antworten

Hier ist ein lustiges Gedicht: (Das sieht ziemlich lang aus...)

Advent

Es blaut die Nacht, die Sternlein blinken,

Schneeflöcklein leis herniedersinken.

Auf Edeltännleins grünem Wipfel

häuft sich ein kleiner weißer Zipfel.

Und dort vom Fenster her durchbricht

den dunklen Tann ein warmes Licht.

Im Forsthaus kniet bei Kerzenschimmer

die Försterin im Herrenzimmer.

In dieser wunderschönen Nacht

hat sie den Förster umgebracht.

Er war ihr bei des Heimes Pflege

seit langer Zeit schon sehr im Wege.

So kam sie mit sich überein:

am Niklasabend muß es sein.

Und als das Rehlein ging zur Ruh',

das Häslein tat die Augen zu,

erlegte sie direkt von vorn

den Gatten über Kimm und Korn.

Vom Knall geweckt rümpft nur der Hase

zwei-, drei-, viermal die Schnuppernase

und ruhet weiter süß im Dunkeln,

derweil die Sternlein traulich funkeln.

Und in der guten Stube drinnen

da läuft des Försters Blut von hinnen.

Nun muß die Försterin sich eilen,

den Gatten sauber zu zerteilen.

Schnell hat sie ihn bis auf die Knochen

nach Waidmanns Sitte aufgebrochen.

Voll Sorgfalt legt sie Glied auf Glied

(was der Gemahl bisher vermied) -,

behält ein Teil Filet zurück

als festtägliches Bratenstück

und packt zum Schluß, es geht auf vier,

die Reste in Geschenkpapier.

Da tönt's von fern wie Silberschellen,

im Dorfe hört man Hunde bellen.

Wer ist's, der in so tiefer Nacht

im Schnee noch seine Runde macht?

Knecht Ruprecht kommt mit goldnem Schlitten

auf einem Hirsch herangeritten!

He, gute Frau, habt ihr noch Sachen,

die armen Menschen Freude machen?

Des Försters Haus ist tiefverschneit,

doch seine Frau steht schon bereit:

Die sechs Pakete, heil'ger Mann,

's ist alles, was ich geben kann.

Die Silberschellen klingen leise,

Knecht Ruprecht macht sich auf die Reise.

Im Försterhaus die Kerze brennt,

ein Sternlein blinkt - es ist Advent.

Dieses Gedicht ist von Loriot

LG Zazou

Weihnachten im Waisenhaus – eine Geschichte aus England

Schon als kleiner Junge hatte ich meine Eltern verloren und kam in ein Waisenhaus in der Nähe von London. Es war mehr wie ein Gefängnis. Wir mussten 14 Stunden täglich arbeiten- im Garten, in der Küche, im Stall, auf dem Felde. Kein Tag brachte eine Abwechslung, und im ganzen Jahr gab es für uns nur einen einzigen Ruhetag. Das war der Weihnachtstag. Dann bekam jeder Junge eine Orange. Das war alles, keine Süssigkeiten, kein Spielzeug. Aber auch diese eine Orange bekam nur derjenige , der sich im Laufe des Jahres nichts hatte zu schulden kommen lassen. Die Orange an Weihnachten verkörperte die Sehnsucht eines ganzen Jahres. So war wieder einmal das Weihnachtstag herangekommen. Aber es bedeutete für mein Knabenherz fast das Ende der Welt. Während die anderen Jungen am Waisenvater vorbeischritten und jeder seine Orange in Empfang nahm, musste ich in einer Zimmerecke stehen und zusehen. Das war meine Strafe dafür, dass ich eines Tages im Sommer aus dem Waisenhaus hatte weglaufen wollen. Als die Geschenkverteilung vorüber war, durften die anderen Knaben im Hofe spielen. Ich aber musste in den Schlafraum gehen und dort den ganzen Tag über im Bett liegen bleiben. Ich war tieftraurig und beschämt. Ich weinte und wollte nicht länger leben. Nach einer Weile hörte ich Schritte. Eine Hand zog die Bettdecke weg, unter der ich mich verkochen hatte. Ich blickte auf. Ein kleiner Junge namens William stand vor meinem Bett, er hatte eine Orange in der rechten Hand und hielt sie mir entgegen. Ich wusste nicht, wie mir geschah. Wo sollte eine überzählige Apfelsine hergekommen sein? Ich sah abwechselnd auf William und auf die Frucht und fühlte dumpf in mir, dass es mit der Apfelsine eine besondere Bewandtnis haben müsse. Auf einmal kam mir zu Bewusstsein, dass die Orange bereits geschält war, und als ich näher hinblickte, wurde mir alles klar, und Tränen kamen in meine Augen, und als ich die Hand ausstreckte, um die Frucht entgegenzunehmen, da wusste ich, dass ich fest zupacken musste, damit sie nicht auseinander fiel. Was war geschehen? Einige Knaben hatten sich im Hof zusammengetan und beschlossen, dass auch ich zu Weihnachten meine Orange haben müsse, auch wenn das verboten war. So hatte jeder die seine geschält und eine Scheibe abgetrennt, und die abgetrennten Scheiben hatten sie sorgfältig zu einer neuen, schönen runden Orange zusammengesetzt. Diese Orange war das schönste Weihnachtsgeschenk in meinen Leben. Sie lehrte mich, wie trostvoll echte Kameradschaft sein kann.

Schau mal bei Amazon, dort gibt es ein Buch "Mein Teddy und Ich". Dort stehen wunderschöne (auch Weihnacht) Geschichten drin.

Das tollste Geschenk

Zu Weihnachten überreichte die Tochter ihrem Vater eine golden verpackte Schachtel. Sie hatte dafür das gesamte, wertvolle Geschenkpapier aufgebraucht und weil das Geld knapp war, war der Vater darüber sehr verärgert. Als er dann das Geschenk öffnete und sah, dass die Schachtel leer war, schimpfte er los: "Weißt du denn nicht, junge Dame, dass wenn man jemand ein Geschenk gibt, auch etwas in der Verpackung sein soll?" fragte er. Die Augen seiner Tochter füllten sich mit Tränen und sie sagte: "Aber Papa, die Schachtel ist nicht leer. Ich habe so viele Küsschen hineingetan, bis sie ganz voll war." Beschämt nahm der Vater seine Tochter in den Arm und bat sie um Verzeihung.

@biggie55

Vielen Dank für die Quellenangabe. Ich sammle seit Jahren Kurzgeschichten. Leider habe ich bei den meisten Geschichten die Quellen nicht aufgeschrieben (bzw. es gab schon beim "Fundort" keine Quellenangaben). Auch wenn von der Vielfalt der Geschichten klar ersichtlich ist, dass nicht ich der Autor sein kann, werde ich mich bei gleichartigen Antworten künftig auf die Suche nach den Quellen begeben.

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Der rote Luftballon

Der achtjährige Beppo schaute lange seinem roten Luftballon hinterher. Er hatte ihn mit seinem ersparten Geld gekauft und liess ihn nun mit viel Hoffnung fliegen. An der Schnur hing ein Brief mit folgendem Text: „Lieber Gott, in ein paar Wochen bekomme ich einen kleinen Bruder. Wir sind sechs Kinder, und meine Eltern haben wenig Geld. Wir schlafen zu dritt in einem Bett, weil wir nicht genug Bettzeug haben. Bitte, bitte lieber Gott, mach doch, dass ich dem kleinen Bruder Bett zurechtmachen kann. Es darf ruhig etwas Gebrauchtes sein. Ich wohne in Arcole in Süditalien. Dein Beppo Sala.“ Die kommenden Tage waren für den Knaben schwer zu ertragen. Es tat sich nichts. Dann plötzlich eines Tages kam der Postbote mit einem Paketkarren zu seinem Elternhaus. Er trug ein grosses Paket ins Haus. Sein Vater war inzwischen wütend: „Begreifst Du denn nicht Antonio, dass ein solches Paket unmöglich für uns sein kann!“ Der Postbote antwortete nicht wenig ungehalten: “Kannst Du nicht lesen? Auf dem Paket steht doch deutlich Sala!“ Der Vater nun etwas ruhiger: „Es stimmt wir heissen Sala. Aber wir kennen den Absender nicht. Ich habe auch nichts bestellt. Und geschenkt nehme ich auch nichts. Nimm das Paket ruhig wieder mit.“ Beppo war anderer Meinung und zwang den Vater das Paket zu öffnen. Die Familie staunte nicht schlecht, als Windeln, Bettzeug und winzige Kinderwäsche zum Vorschein kam. Die Augen der Mutter leuchtet und da keine Absenderadresse zu finden war, musste Beppos Vater das grosse Paket annehmen. Beppo eilte zum Hügel, wo er den Luftballon hatte fliegen lassen und dankte

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