Hat mein Jährling ein Sommerekzem?

3 Antworten

Ekzem oder nur juckreiz von losen Haaren kann niemand sagen - Ekzemneigung kann vererblich sein, ist jedoch nicht nachgewiesen als Erbkrankheit.

Was bekommt dein Pferd zu fressen? Bekommt es ein hochqualitatives Mineralfutter? Gutes Heu und gute Weide? Gutes Futterstroh und 18 Stunden freie Bewegung? Habt ihr gerade eine Mückenplage?

Das unten stehende ist meine Standardantwort für Ekzemer:

Hallo, ich lese hier sehr oft, das jemand Probleme mit dem Ekzem beim Pferd hat. Pferde die ein Ekzem entwickeln sind nicht nur gegen Mücken allergisch. Vielmehr haben sie ganz massive Probleme mit ihrer Verdauung und ihrem Stoffwechsel.Ein Ekzemer kann therapiert werden - teilweise sogar bis zum vollständigen Abheilen der Krankheit. Das Ekzem selbst ist nur das nach außen hin sichtbare Symptom einer weitreichenden Stoffwechselstörung.Isländer z.B. haben in ihrem Heimatland kaum diese Erkrankung - hier bei uns sind aber gerade Isis vermehrt erkrankt warum ist das so?Im Heimatland der Isländer ist ein Seeklima - Zinkhaltige Böden (nähe zum Meer) Algen und Salzfischlecken - die die Isländer ihren Pferden bereitstellen.Hier bei uns ist Zinkmangelgebiet, Algen gibt es gar keine und Seefisch bekommen sie auch nicht mehr. Nun wird die Haut empfindlich, da nach der Niere und der Leber das dritte Entgiftungssystem beim Pferd der Huf bzw. die Haut ist. Sind also Niere und Leber an ihre Kapazitäten gelangt - muß über die Haut entgiftet werden. Beschläge am Huf tun noch ein übriges dazu, das auch die Entgiftung über den Huf nicht mehr funktioniert.Wie kann man nun einem Pferd helfen - seine Darm- Nieren- und Lebergesundheit wiederzufinden.Als erstes sollte der Darm renoviert werden - BT Bierhefe ist da das Mittel der Wahl, da die Bierhefe einfach alles in dieser Hinsicht unterstützt, sie hilft dem Darm wieder ordentlich zu arbeiten, indem sie die Darmflora ordentlich unterstützt bzw. die guten Darmmikroben fördert, sie hilft der Niere und der Leber ihre Arbeit besser zu verrichten und entschlackt diese.Als einzigstes Kraftfutter fürs Pferd eignet sich eigendlich nur der Hafer - alles andere ist für den Pferdekörper ungünstig - da z.B. Mais, Gerste, Öle und besonders der Weizen sich sehr negativ auf den Darm auswirken. Verklebungen der Darmzotten. Zink muß beim Ekzemer auf jeden Fall zugefüttert werden, da er das Immunsystem stärkt und jeder Zinkmangel beim Pferd weitreichende Stoffwechselprobleme nach sich zieht. Auch ist bekannt das die Ekzemer einen sehr hohen bedarf an diesem Mineral haben.Um dem Pferd die so wichtigen Vitamine zuzuführen (die leider in unseren Kulturweiden schon lange Mangelware sind braucht man ein Mineralfutter das diesen Mangel gut auffängt.Vitamine sind auch wiederum Mangelware besonders das Vitamin D und E - da Pferd ja nun mal kein Fleischfresser ist, muß er auf das Provitamin D ausweichen - das aber erst in der Haut (die ja beim Ekzemer nicht mehr funktioniert) umgewandelt wird in Vitamin D.Die erste Kur die ein erkranktes Pferd braucht dauert ca. 6 Monate - dannach sind Auffrischungen der Kur für 2 Monate im Januar bis März sinnvoll. Vor der Weidesaison.Umstellung eines an Ekzem erkrankten Pferdes: Alle Müslis, alle zuckerhaltigen Futtermittel müssen vom Speißeplan entfernt werden z.B. Karotte, Apfel, Leckerlie,und Zuckerrübenschnitzel.Rezeptur:Gutes Heu als Grundlage für alles, keine Heulage und kein Gärheu. Etwas gutes Futterstroh.BT Bierhefe 100 g tägl. in der ersten Woche und dann immer 200 g tägl. für jeden Tag der Kur. Bei besonders heftiger Darmproblematik kann auch hier bis 500 g erhöht werden.Mineralfutter nach Herstellerangaben dosieren - es eignet sich hier Iwest und Derby Algenmineral je zur Hälfte. Täglich. Oder ein Mineralfutter und zusätzlich ein Algenpräparat.Zinkpräparat muß hochwertig sein - z.B. Orthosal, Zn Zink von Weihrauch oder Equipur plus ebenfalls lt. Herstellerangaben zu dosieren. Täglich.Lebertran bzw. Dorschlebertran bekommt man in der Apotheke oder im Tierbedarf und Internet. 20 bis 30 ml täglich.Um das ganze im Futter fürs Pferd unterzubringen, eignet sich der Hafer (möglichst Schimmelfrei und im ganzen Korn), und bei Pferden die keinen Hafer als Kraftfutter erhalten, eignen sich Heucobs oder Wiesencobs.Bei wund gescheuerten Pferden eignet sich die Bierhefe als Paste verrührt auf die juckenden Stellen auzutragen (nach dem antrocknen wieder abwaschen). Nach der Abheilung eignen sich die Tierseife für Mauke und Ekzem von Joveg sehr gut zur Pflege und zur Juckreizhemmung.Noch dazu kommt, das die Pferd sich so viel wie möglich frei bewegen können, ein Pferdedarm braucht Bewegung um richtig funktionieren zu können - Futtermittel alleine reichen nicht aus - die stehzeit des Pferdes sollte so gering wie möglich gehalten werden.


friesennarr  02.06.2015, 21:08

Anhand dessen kannst du überprüfen wo die Ernährung sein sollte, allerdings halte ich ein Ekzem immer für eine Systemerkrankung.

xEatTheUniverse 
Beitragsersteller
 02.06.2015, 21:57

Er bekommt Heu, Mineralfutter steht und steht im Offenstall mit 24h Weide, wo er sich frei bewegen kann.

friesennarr  04.06.2015, 13:50
@xEatTheUniverse

Es kann auch mal sein, das es nur die Insektenstiche sind, die eben jucken. Meiner hat letztes Jahr auch geschubbelt - dann habe ich im Mähnenkamm einen kleinen Holzsplitter vom schubbeln entdeckt. Nachdem ich den rausgezogen habe und die Wunde versorgt hatte, war auch kein schubbeln mehr. Es gibt immer mehrere Möglichkeiten. Da kann man nicht gleich auf Ekzem tippen.

Ekzem tritt oft "Großflächig" auf, und tendiert eher zu Schweifansatz und Mähnenkamm.
Unterm Schopf kenne ich es bisher nicht. (Kann natürlich trotzdem sein!)
Wie sehen die stellen denn genau aus? Abgebrochene, krauselige Haare? (Zeichen für Schubbern)
Oder einfach "runde" Flächen die Haarlos, wund und Blutig sind?
Dann könnten es auch Milben sein. Hatten selbst erst vor kurzem das Problem mit Grasmilben.


xEatTheUniverse 
Beitragsersteller
 02.06.2015, 22:30

ganz kleine Stellen, wo haare fehlen und eben n paar blutige Löcher

Bitte nimms mir  nicht übel, aber was glaubst Du  wofür  es Tierärzte gibt?


xEatTheUniverse 
Beitragsersteller
 02.06.2015, 20:17

Naja, aber muss man dann gleich bei allem zum Tierarzt springen?