Hat die Lenormand-Karte Störche etwas Positives?

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1 Antwort

Teil 1:

Wenn diese Karte lediglich für sich allein eine Bedeutung hätte, wäre Lenormand nicht das komplexeste System mit größter Herausforderung zum Lernen.

Jede der 36 Karten hat zwischen 1-3 generelle Grundbedeutungen. Diese zu kennen reicht nicht, um diese Karten auf ein Thema hin deuten zu können, weil dieses System nicht wie Tarot funktioniert, bei dem man auch z.B. eine oder zwei einzelne Karten zu einer Frage ziehen und diese allein für sich werten könnte. Tarot wird auf POSITIONEN gelegt, die dann der einzelnen Karte ihre konkretere Zuordnung geben, die dann auch gleich eine Aussage vermittelt, die klar genug ist. Beim Lenormand gibt es keine Positionen, die die Karte näher erklären - und man kann hier auch nicht Lenormand-Karten auf Tarot-Legebilder legen... was aber einige Laien tun und sich wundern, dass hier das Ganze dann nicht gut funktioniert.

Um die Störche richtig zu deuten, musst Du für Deine Frage geeignete Legebilder verwenden, die den Karten Möglichkeiten geben, miteinander in Bezug zu treten, weil JEDE andere Karte im Bild den Störchen wieder eine andere "Färbung" gibt. Wonach Du oben fragst, liegt nicht in der einzelnen karte selbst, sondern in den umliegenden Karten und ihrer speziellen, individuellen und immer wieder anderen Konstellation.

Die Grundbedeutung der Störche ist zunächst die Veränderung. Ob diese klein ist oder groß, ob sie Ursache für etwas war, ob sie jetzt gerade geschieht, bereits abgeschlossen ist oder noch kommen wird - aber auch, ob es eine innere oder äußere (und wenn innen, dann bei WEM), eine dramatische, positive, hilfreiche, erwartete oder überraschende Veränderung ist - das kannst Du nur anhand aller anderen Karten erkennen, die zu den Störchen auf ganz spezifische Weise in Verbindung treten. Hier sind nicht nur die unmittelbar umgebenden Karten einflussgebend und konkretisierend, sondern buchstäblich alle Karten in der Legung, die gemeinsam die gesamte Geschichte, die Situation erzählen, nach der gefragt wurde.

Wie auch andere Kartendecks ist auch das Lenormand KEIN Zukunftsorakel. Um Lenormand deuten zu können, braucht es deshalb eine Menge Lebenserfahrung und Reflektionsvermögen, weil man schlichtweg den richtigen Blick auf Lebenssituationen und Umstände des Lebens haben muss, um sich hier nicht zu vertun. Als einfaches, mal eben zu handhabendes Liebesorakel z.B. ist Lenormand nicht geeignet, erst Recht nicht in jungen bzw, Anfänger-Händen. Das klingt überheblich, ist aber so, Lenormand kann nur zusammen mit einem umfassenden Verständnis der Dinge des Lebens, dazu mit jahrelangem Training innerhalb der speziellen "Sicht- und Arbeitsweisen" des Lenormand angewendet werden.

Du fragst, ob hier mit "Veränderung" ein "Aufschwung" gemeint sein könnte, Du hättest dies mal gehört. Dies ist es, was ich meine: Um überhaupt reif für Dinge wie Kartenlegen zu sein, dürftest Du solche Fragen gar nicht haben. Deine Frage zeigt, dass Du Lenormand von der Basis her bereits falsch legst und nicht verstanden hast. Du müsstest hier sofort erkennen können, dass ein Aufschwung ebenso eine "Veränderung" der bisherigen Situation sein kann wie z.B. ein Absturz, Verlust, eine neue Inspiration, ein neuer positiver o. negativer Einfluss von aussen, eine Trennung oder eine neue zwischenmenschliche Begegnung, ein Arbeitsplatzwechsel, aber auch eine Kündigung, ein Umzug, ein geschäftl. Auf- oder Abstieg, konkrete innere oder äußere Veränderungen an Umständen, Möglichkeiten, Perspektiven, inneren Haltungen etc. etc. All dies sind VERÄNDERUNGEN - und die Karte allein verrät Dir hier nicht bereits, welche dies konkret sein könnten. Weil Lenormand so nicht funktioniert.

Was von all dem hier das Richtige ist, kannst Du nicht bereits im Vorfeld ein-für-allemal an der Störche-Karte selbst festmachen, denn es ist dort nicht enthalten. Du findest die genauere Bedeutung JEDER Karte erst im gesamten Kartenbild. So hat das Lenormand zwar "nur" 36 Karten im Vergleich z.B. mit den 78 Karten des Tarot, aber: Da es ohne klare Positionen gelegt wird, da hier keine Karte allein bereits zufriedenstellende Auskunft über eine Situation geben kann und jede andere Karte im Bild zur letzendlichen Deutung jeder Karte hinzugezogen werden muss, ergeben sich hier Millionen von Kombinationen zwischen allen Karten. Mit diesen jonglieren zu können, ohne sich grundelegend zu irren braucht immens viel Übung.

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Kommentar von MissMarplesGown
02.12.2015, 10:21

Teil 2:

Lenormand zu beherrschen bedeutet also nicht, sich lediglich über die Grundbedeutungen einer Karte sicher zu sein, sondern vor allen Dingen ein umfassendes Verständnis der Dinge des Lebens und wie sie innen und aussen "ticken" - sowie die Fähigkeit, auf einen Blick viele Karten zu ganz konkreten und individuellen Bedeutungen zusammen zu ziehen und dabei die jeweiligen Einflüsse und Wandlungen sehen zu können, die eine Karte durch andere Karten erfährt.

Lenormand hat diese netten, klaren und schlichten Symbole und nur 36 Karten. Daher denken viele Interessierte, dies sei das Deck und System, das man schnell und einfach erlernen kann. Wenn jemand sagt, er würde bereits seit 5 Jahren Lenormand legen, würde ich lieber zu jemandem gehen, der 20 Jahre legt, 5 Jahre für Lenormand sind sehr wenig. Ich lege und coache inzischen 27 Jahre - und ich bin nicht "fertig"! Ich lerne immer noch etwas dazu. Und nicht ein einziges Mal in all dieser Zeit hatten die Störche bei zwei Legungen dieselbe Konstellation und konkrete Bedeutung mit exakt denselben "Umständen".

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Kommentar von inka188
02.12.2015, 10:33

Dass es immer auf das Kartenumfeld ankommt ist mir schon klar. Aber ich denke, dass jede Karte trotzdem eine oder mehrere Grundbedeutungen hat, eine eigene Grundfärbung oder Stimmung sozusagen. Und da war meine Frage nur, ob die Störche einen positiven Anstrich haben, oder ob die Veränderung - bei entsprechendem Umfeld - auch negativ sein kann. 

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