Gruselige und düstere Gedichte?

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2 Antworten

Ich hab Dir mal eins geschrieben:

KZ-Lied (Nach Matthias Claudius)

Der Mund ist aufgegangen,
Die goldenen Zähn' mit Zangen
Erbeutet, auch das Haar.
Der Mund klafft weit und schweiget,
Und aus dem Schornstein steiget
Der Rauch, der einmal Menschen war.

Wie ist das Volk so stille
Und in der Feigheit Hülle
So traulich und so leis.
Verzieht sich in die Kammer,
Wo es der Opfer Jammer
Verschläft und zu vergessen weiß.

Seht ihr den Mord geschehen?
Nein, er ist nicht zu sehen,
Geschieht mit Gases Hauch,
Der Brand, den sie entzünden,
Lässt Leichen schnell verschwinden,
Die Asche klebt auf Gras und Strauch.

Wir eitlen Menschenkinder,
Wir öffnen unsere Münder,
sagen, wir wüssten viel.
Wir kennen nur die Zahlen,
Doch keiner fühlt die Qualen
Des Jammerwegs zum Auslöschziel?

Gott, konntest du nicht schauen,
Statt Menschen blind zu trauen,
Was dachtest du dabei?!
Lass uns zu Freunden werden,
All Menschen hier auf Erden,
Wie Kinder so vorurteilsfrei!

Magst endlich sonder Grämen
Aus dieser Welt uns nehmen
Durch ein ganz leises Geh'n!
Durch Folter nicht noch Qualen,
Mit denen Schinder prahlen
Schon seit die dunklen Kerker stehn.

So legt euch denn, ihr Brüder
Angstfrei doch achtsam nieder
Im schönen Abendland.
Erwacht, wenn sie auf Plätzen
Schon wieder stehn und hetzen,
Die Fackel in der Mörderhand!

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